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schlafen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
schlafen
Worttrennung
schla·fen
Präsens
er schläft
Präteritum
er schlief
Partizip II
geschlafen
Hilfsverb
haben

Unaufmerksam sein: umgangssprachlich. Mit jemandem schlafen: verhüllender Sexualgebrauch; sich nach oben schlafen: salopp.

Reflexiver Gebrauch: auch sich schlafen; bedeutungsabhängig

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Schlafen heißt, sich im Schlaf zu befinden. Das Verb kann außerdem eine Übernachtung, bildlich Unaufmerksamkeit oder verhüllend eine sexuelle Beziehung bezeichnen. In Verbindungen mit sich kann es eine Schlafmöglichkeit oder einen durch Schlafen erreichten Zustand ausdrücken.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Im Schlaf sein

Wer schläft, befindet sich im Schlafzustand. Angaben wie tief, lange oder unruhig erläutern die Art und Dauer. Bloßes Ruhen setzt dagegen nicht notwendig Schlaf voraus.

Während im Nebenzimmer noch gelesen wird, schläft das Kind bereits.

Der Gegensatz nennt verschiedene Zustände. Ob der Schlaf erholsam ist, bleibt offen.

Bedeutung 2: Unpersönlich: in bestimmter Weise schlafen können

In der Konstruktion es schläft sich wird eine Schlafmöglichkeit bewertet. Die Person, die diese Erfahrung macht, muss nicht ausdrücklich genannt sein.

In dem ruhigen Gästezimmer schläft es sich angenehm.

Das unpersönliche es bezeichnet keinen handelnden Schläfer. Angenehm bewertet die Bedingungen.

Bedeutung 3: Durch Schlafen einen Zustand erreichen

Mit sich und einer Zustandsangabe kann schlafen das Erreichen eines Zustands beschreiben. Die Verbindung benennt eine erzählte Folge, keine allgemeine Erfolgsgarantie.

Nach der anstrengenden Reise wollte sie sich erst einmal ausschlafen und im Erzählerwortlaut gesund schlafen.

Gesund schlafen ist die genannte resultative Verbindung; die Absicht der Figur ist noch kein nachgewiesenes Ergebnis.

Bedeutung 4: Übernachten oder untergebracht sein

Schlafen kann den Ort der nächtlichen Unterbringung meinen. Die Frage Wo schläfst du? muss daher nicht nach einer bestimmten Schlafphase fragen.

Während des Besuchs schläft die Familie bei Verwandten.

Bei Verwandten nennt die Unterkunft. Eine genaue Aussage über jede Nachtstunde ist nicht gemeint.

Bedeutung 5: Verhüllend: eine sexuelle Beziehung haben

Mit jemandem schlafen oder miteinander schlafen kann verhüllend Geschlechtsverkehr bezeichnen. Der Zusammenhang unterscheidet dies von einer bloßen Übernachtung am selben Ort.

In dem Roman erklärt die erwachsene Figur, sie habe mit ihrem Partner geschlafen.

Die Formulierung mit ihrem Partner kann den verhüllenden Sinn tragen. Im selben Zimmer schlafen wäre ohne weiteren Zusammenhang keine gleichbedeutende Aussage.

Bedeutung 6: Salopp: sich durch sexuelle Beziehungen Vorteile verschaffen

Sich nach oben schlafen unterstellt, dass jemand durch sexuelle Beziehungen eine höhere Stellung erreicht. Die Verbindung ist salopp und häufig abwertend. Ein solcher Vorwurf ist keine neutrale Beschreibung einer Laufbahn.

Die Romanfigur weist die Behauptung zurück, sie habe sich nach oben geschlafen.

Zurückweisen und Behauptung kennzeichnen einen bestrittenen Vorwurf. Die Analyse darf ihn nicht als feststehende Tatsache übernehmen.

Bedeutung 7: Bildlich: nicht aufpassen

Umgangssprachlich kann schlafen heißen, unaufmerksam zu sein und dadurch eine Gelegenheit oder eine notwendige Reaktion zu verpassen. Tatsächlicher Schlaf ist dann nicht gemeint.

Bei der entscheidenden Nachfrage hat die Arbeitsgruppe geschlafen und den Widerspruch übersehen.

Übersehen erläutert die Unaufmerksamkeit. Niemand muss während der Besprechung wirklich eingeschlafen sein.

Synonyme: andere Wörter für schlafen

Bei Ruhe und Unterkunft

schlummern · ruhen · übernachten

Schlummern bezeichnet meist einen leichten oder ruhigen Schlaf. Ruhen ist allgemeiner; übernachten nennt die nächtliche Unterbringung. Die Wörter setzen unterschiedliche Schwerpunkte.

„Sie ruht auf dem Sofa“ behauptet keinen Schlaf. „Sie übernachtet bei Freunden“ nennt vor allem eine Unterkunft.

Bei Unaufmerksamkeit

nicht aufpassen · eine Gelegenheit verpassen

Diese Umschreibungen passen zur übertragenen Alltagsverwendung. Sie sind kein Ersatz für eine tatsächliche Schlafbeschreibung.

„Die Gruppe hat geschlafen“ kann „Sie hat nicht aufgepasst“ heißen, wenn der Bericht einen übersehenen Widerspruch nennt.

Beispiele und Verwendung

Den Zusammenhang lesen

Die beiden schlafen unter demselben Dach, aber in getrennten Zimmern.

Der Satz beschreibt eine Unterkunft. Er belegt keine sexuelle Beziehung.

Den Ort und den Zustand trennen

Sie schläft heute im Gästezimmer, liegt aber noch lange wach.

Schläft kann hier die geplante Übernachtung nennen. Der zweite Teil zeigt, dass sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingeschlafen ist.

Grammatik und Beugung

Die starken Hauptformen lauten schläft – schlief – hat geschlafen. Die Worttrennung ist schla·fen.

Im Präsens stehen du schläfst und er schläft mit Umlaut. Das Präteritum lautet schlief; der Konjunktiv II ich schliefe. Das Perfekt verwendet haben.

Die Tabellen zeigen die nichtreflexiven Aktivformen. Bei es schläft sich gut ist die Konstruktion unpersönlich. Bei mit jemandem schlafen regiert mit den Dativ.

schlafen: Präsens, Präteritum, Perfekt
PersonPräsensPräteritumPerfekt
ichich schlafeich schliefich habe geschlafen
dudu schläfstdu schliefstdu hast geschlafen
er/sie/eser/sie/es schläfter/sie/es schliefer/sie/es hat geschlafen
wirwir schlafenwir schliefenwir haben geschlafen
ihrihr schlaftihr schlieftihr habt geschlafen
siesie schlafensie schliefensie haben geschlafen
schlafen: Plusquamperfekt, Futur I, Futur II
PersonPlusquamperfektFutur IFutur II
ichich hatte geschlafenich werde schlafenich werde geschlafen haben
dudu hattest geschlafendu wirst schlafendu wirst geschlafen haben
er/sie/eser/sie/es hatte geschlafener/sie/es wird schlafener/sie/es wird geschlafen haben
wirwir hatten geschlafenwir werden schlafenwir werden geschlafen haben
ihrihr hattet geschlafenihr werdet schlafenihr werdet geschlafen haben
siesie hatten geschlafensie werden schlafensie werden geschlafen haben
schlafen: Konjunktiv I, Konjunktiv II
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichich schlafeich schliefe
dudu schlafestdu schliefest
er/sie/eser/sie/es schlafeer/sie/es schliefe
wirwir schlafenwir schliefen
ihrihr schlafetihr schliefet
siesie schlafensie schliefen
schlafen: Aufforderungsformen
AnredeForm
duschlaf!
ihrschlaft!
Sieschlafen Sie!

Redewendungen und feste Verbindungen

Erst einmal darüber schlafen

Die Verbindung bedeutet, eine Entscheidung oder Beurteilung bis nach einer Nacht aufzuschieben und nicht sofort festzulegen.

Bevor sie den Vorschlag annahm, wollte sie erst einmal darüber schlafen.

Das kündigt eine Bedenkzeit an. Es sagt noch nicht, wie die spätere Entscheidung ausfällt.

Schlafen wie ein Stein

Die bildliche Verbindung beschreibt einen sehr festen Schlaf. Sie ist eine anschauliche Verstärkung, keine genaue Messung.

Nach der langen Wanderung schlief er wie ein Stein.

Der Vergleich betrifft die Tiefe beziehungsweise Festigkeit des Schlafs, nicht eine tatsächliche Versteinerung.