Meine Wörter

setzen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
setzen
Worttrennung
set·zen
Präsens
setzt
Präteritum
setzte
Partizip II
gesetzt
Perfekt
hat gesetzt; beim Springen oder selbst Hinüberfahren ist, auch hat gesetzt
Hilfsverb
haben; bedeutungsabhängig auch sein
Infinitiv
setzen; zu setzen
Trennbarkeit
nicht trennbar

Sich setzen und sich ablagern bilden das Perfekt mit haben. Sein gehört zur Sprung- beziehungsweise selbst ausgeführten Überfahrtbedeutung; jemanden übersetzen dagegen mit haben.

In der Jägersprache gebären; es setzt was ist umgangssprachlich eine Drohung.

Ergänzungen: jemanden oder etwas setzen (Akkusativ); sich setzen (Akkusativpronomen); auf jemanden oder etwas setzen (Akkusativ); jemandem/sich ein Ziel setzen (Dativ + Akkusativobjekt)

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Setzen heißt häufig, jemanden oder etwas an einen bestimmten Platz zu bringen. Sich setzen bedeutet Platz nehmen. Das Verb wird außerdem beim Schreiben, Spielen, Pflanzen und Festlegen verwendet. Welche Handlung gemeint ist und ob im Perfekt haben oder sein steht, hängt von der Bedeutung ab.

Bedeutungen

Platz nehmen oder jemanden hinsetzen

Wer sich setzt, nimmt eine sitzende Haltung ein. Wer ein Kind auf einen Stuhl setzt, bringt eine andere Person in diese Haltung. Das ist vom Sitzen als bereits bestehendem Zustand zu unterscheiden.

„Nach der Besprechung setzte sich Mira auf die Bank am Eingang.“

Der Satz beschreibt den Übergang in die Sitzhaltung. Müdigkeit oder Erleichterung folgen daraus allein nicht.

Etwas an einer Stelle anbringen

Ein Gegenstand, ein Zeichen oder ein Kleidungsstück wird an einen vorgesehenen Platz gebracht. Wie das geschieht, erklärt der Zusammenhang: einen Deckel auf ein Gefäß setzen, eine Mütze auf den Kopf setzen oder einen Blinker setzen sind unterschiedliche Handlungen.

„Die Gestalterin setzt den Hinweis unmittelbar unter die Zeichnung.“

Genannt ist die Anordnung des Hinweises. Über seine Verständlichkeit oder Wirkung ist damit noch nichts entschieden.

Pflanzen einbringen oder etwas errichten

Beim Gärtnern kann setzen das Einpflanzen junger Pflanzen oder Stecklinge bedeuten. Handwerklich kann es auch das Aufschichten von Holz oder das Errichten etwa eines Ofens, einer Mauer oder eines Denkmals bezeichnen. Der Gegenstand grenzt die Arbeit ein.

„Die Gruppe setzt die jungen Salatpflanzen in die vorbereiteten Reihen.“

Die Pflanzen werden eingesetzt. Dass sie später gut wachsen, wird damit nicht zugesichert.

Schrift und Zeichen anordnen

Beim Schreiben setzt man Buchstaben, Satzzeichen oder Wörter an eine Stelle. Im Druckwesen bedeutet einen Text setzen, ihn für den Druck typografisch aufzubereiten; historisch konnte das mit beweglichen Lettern geschehen.

„Die Redaktion setzt den Text zweispaltig und prüft danach die Zeilenumbrüche.“

Der Satz beschreibt die Gestaltung. Das Setzen ist nicht gleichbedeutend mit dem erstmaligen Verfassen des Inhalts.

Spielzüge und Einsätze machen

Bei Brettspielen kann setzen das Platzieren einer Figur meinen. Bei einer Wette setzt man einen Einsatz auf einen möglichen Ausgang. Auf eine Person oder Strategie setzen kann übertragen heißen, auf sie zu vertrauen.

„Beim Brettspiel setzt Leo einen Stein; seine Schwester setzt beim Tippspiel einen kleinen Betrag auf ein Unentschieden.“

Der erste Vorgang betrifft die Stellung des Spielsteins, der zweite einen Einsatz. Keine der Handlungen garantiert Erfolg.

Grenzen, Ziele oder Fristen festlegen

Eine Frist, ein Ziel oder eine Grenze zu setzen bedeutet, sie festzulegen. Auch Prioritäten werden gesetzt. Diese Festlegung ist vom späteren Einhalten oder Erreichen zu unterscheiden.

„Das Team setzt sich ein Monatsziel und überprüft nach zwei Wochen den Fortschritt.“

Das Ziel ist vereinbart, aber noch nicht erreicht. Sich ist hier ein Dativpronomen: ich setze mir ein Ziel.

Im Sport vorab einordnen

Im Wettkampfbetrieb können Teilnehmende nach einer vorab festgelegten Ordnung gesetzt werden. Damit wird etwa bei einer Auslosung eine bestimmte Zuordnung vorbereitet. Gesetzt zu sein bedeutet nicht, den Wettkampf bereits gewonnen zu haben.

„Für die Auslosung sind vier Mannschaften gesetzt; die Begegnungen der übrigen Teams werden danach bestimmt.“

Der Satz betrifft die Organisation. Er behauptet weder einen Sieg noch eine Garantie für das Weiterkommen.

Über ein Hindernis springen oder hinüberfahren

Über ein Hindernis setzen kann hinüberspringen heißen. Über einen Fluss setzen kann eine Überfahrt bezeichnen. Bei diesen selbst ausgeführten Bewegungen steht sein, daneben auch haben. Werden andere Personen hinübergebracht, steht haben.

„Das Reh ist über den schmalen Graben gesetzt und läuft am anderen Ufer weiter.“

Das Tier überquert das Hindernis springend. Diese sein-Form darf nicht auf sich auf eine Bank setzen übertragen werden.

Sich ablagern oder absinken

Staub oder Satz kann sich setzen, wenn er sich ablagert oder absinkt. Bei Boden kann ein Nachgeben oder Zusammensinken gemeint sein. Das Verb nennt nicht automatisch die Ursache oder die Gefährlichkeit des Vorgangs.

„Nach einer Weile hat sich der feine Bodensatz im Glas gesetzt.“

Die Teilchen sammeln sich unten. Das Glas selbst hat keine Sitzhaltung angenommen; das Hilfsverb ist haben.

In der Jägersprache Junge gebären

Bei Haarwild außer Schwarzwild wird setzen jagdsprachlich für das Gebären verwendet. Die Fachverwendung gehört nicht unterschiedslos zu allen Tierarten oder zu menschlichen Geburten.

„Der jagdsprachliche Bericht vermerkt, dass die Häsin im Frühjahr gesetzt hat.“

Die Formulierung meint das Gebären. Anzahl und Zustand der Jungen müssen eigens genannt werden.

Umgangssprachlich: Schläge oder Ärger drohen

In Wendungen wie es setzt Schläge wird eine Bestrafung oder heftige Auseinandersetzung angekündigt. Die Formulierung kann drohend und schroff wirken.

„In der erfundenen Szene droht die Figur: Gleich setzt es Ärger!“

Die direkte Rede zeigt die Drohung. Sie ist keine Empfehlung für einen respektvollen Umgang.

setzen: Synonyme und andere Wörter

Einen Platz bestimmen

platzieren · hinsetzen · anbringen

Platzieren hebt die gewählte Stelle hervor. Hinsetzen passt zur Sitzhaltung, anbringen zu einer Befestigung. Nicht jeder Platzierungsvorgang ist deshalb ein Setzen auf einen Stuhl.

„Sie setzt den Hinweis unter das Bild“ kann „Sie platziert den Hinweis unter dem Bild“ heißen. Die Aussage über die Position bleibt erhalten.

Selbst Platz nehmen

sich niederlassen · sich hinsetzen · Platz nehmen

Sich niederlassen klingt in der Sitzbedeutung gehobener. Es kann aber auch dauerhaftes Ansässigwerden bezeichnen; dann ist es kein Ersatz für einen kurzen Sitzvorgang.

„Er setzt sich auf die Bank“ wird zu „Er lässt sich auf der Bank nieder“. Ein dauerhafter Umzug ist hier nicht gemeint.

Eine Vorgabe bestimmen

festlegen · bestimmen · vereinbaren

Festlegen passt etwa zu einer Frist. Vereinbaren setzt eine Absprache voraus, die das bloße Setzen einer Frist offenlassen kann.

„Die Leitung setzt eine Frist“ bedeutet nicht automatisch „Alle Beteiligten vereinbaren eine Frist“; der zweite Satz ergänzt eine Einigung.

Beispiele und Verwendung

Bewegung und Zustand trennen

„Sie setzt sich auf den Stuhl; anschließend sitzt sie am Fenster.“

Setzt sich beschreibt den Übergang, sitzt den anschließenden Zustand. Die Wörter sind nicht in jedem Satz austauschbar.

Vertrauen kenntlich machen

„Die Gruppe setzt auf eine einfache Lösung, prüft aber weiterhin die Risiken.“

Auf eine Lösung setzen beschreibt eine Entscheidung oder Erwartung. Der Erfolg der Lösung wird nicht vorweggenommen.

Hilfsverben unterscheiden

„Das Tier ist über den Graben gesetzt. Danach hat sich die Wanderin auf die Bank gesetzt.“

Im ersten Satz geht es um einen Sprung, im zweiten um eine reflexive Sitzhandlung. Dass beide eine Bewegung enthalten, genügt nicht für dasselbe Hilfsverb.

Grammatik und Beugung

Die Worttrennung lautet set·zen. Die regelmäßige Grundreihe heißt setzt – setzte – hat gesetzt, der zu-Infinitiv zu setzen. Das Verb ist nicht trennbar. Bei ich setze mich steht das Reflexivpronomen im Akkusativ; bei ich setze mir ein Ziel ist es Dativ, weil das Ziel bereits das Akkusativobjekt ist.

Die ersten Tabellen zeigen die aktive Reihe mit haben. Bei reflexiver Verwendung ist das passende Pronomen einzusetzen. Nur bei der hier erklärten Sprung- oder selbst ausgeführten Überfahrtbedeutung steht sein, daneben auch haben. Die gesonderten sein-Tabellen zeigen diese Aktivformen und keinen Zustandspassiv-Satz. Für das Hinüberbringen anderer Personen bleibt haben zuständig.

Aktive Grundreihe mit haben – Gegenwart und Vergangenheit
PersonPräsensPräteritumPerfekt
ichich setzeich setzteich habe gesetzt
dudu setztdu setztestdu hast gesetzt
er/sie/eser/sie/es setzter/sie/es setzteer/sie/es hat gesetzt
wirwir setzenwir setztenwir haben gesetzt
ihrihr setztihr setztetihr habt gesetzt
siesie setzensie setztensie haben gesetzt
Aktive Grundreihe mit haben – weitere Zeiten
PersonPlusquamperfektFutur IFutur II
ichich hatte gesetztich werde setzenich werde gesetzt haben
dudu hattest gesetztdu wirst setzendu wirst gesetzt haben
er/sie/eser/sie/es hatte gesetzter/sie/es wird setzener/sie/es wird gesetzt haben
wirwir hatten gesetztwir werden setzenwir werden gesetzt haben
ihrihr hattet gesetztihr werdet setzenihr werdet gesetzt haben
siesie hatten gesetztsie werden setzensie werden gesetzt haben
Aktive Grundreihe mit haben – Konjunktiv I und II
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichich setzeich setzte
dudu setzestdu setztest
er/sie/eser/sie/es setzeer/sie/es setzte
wirwir setzenwir setzten
ihrihr setzetihr setztet
siesie setzensie setzten
Aktive Grundreihe mit haben – Vergangenheit im Konjunktiv
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichich habe gesetztich hätte gesetzt
dudu habest gesetztdu hättest gesetzt
er/sie/eser/sie/es habe gesetzter/sie/es hätte gesetzt
wirwir haben gesetztwir hätten gesetzt
ihrihr habet gesetztihr hättet gesetzt
siesie haben gesetztsie hätten gesetzt
Aktive Grundreihe mit haben – Aufforderungsformen
AnredeForm
dusetz! / setze!
ihrsetzt!
Siesetzen Sie!
Aktive Grundreihe mit haben – infinite Formen
FormWortlaut
Infinitivsetzen
zu-Infinitivzu setzen
Partizip Isetzend
Partizip IIgesetzt
Springen oder selbst hinüberfahren: aktive Reihe mit sein
PersonPerfektPlusquamperfektFutur II
ichich bin gesetztich war gesetztich werde gesetzt sein
dudu bist gesetztdu warst gesetztdu wirst gesetzt sein
er/sie/eser/sie/es ist gesetzter/sie/es war gesetzter/sie/es wird gesetzt sein
wirwir sind gesetztwir waren gesetztwir werden gesetzt sein
ihrihr seid gesetztihr wart gesetztihr werdet gesetzt sein
siesie sind gesetztsie waren gesetztsie werden gesetzt sein
Springen oder selbst hinüberfahren: Vergangenheit im Konjunktiv
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichich sei gesetztich wäre gesetzt
dudu seist gesetzt / du seiest gesetztdu wärst gesetzt / du wärest gesetzt
er/sie/eser/sie/es sei gesetzter/sie/es wäre gesetzt
wirwir seien gesetztwir wären gesetzt
ihrihr seiet gesetztihr wäret gesetzt
siesie seien gesetztsie wären gesetzt

Gebräuchliche Verbindungen

Sich zur Wehr setzen

Die Verbindung bedeutet, sich gegen einen Angriff oder eine Zumutung zu verteidigen. „Die Figur setzt sich gegen die falsche Beschuldigung zur Wehr und legt ihre Unterlagen vor.“ Das Beispiel nennt eine sachliche Gegenwehr; Gewalt ist durch die Wendung nicht vorgegeben.

Etwas in Bewegung setzen

Etwas wird zum Bewegen oder ein Vorgang zum Beginnen gebracht. „Der erste Anruf setzt die gemeinsame Planung in Bewegung.“ Hier beginnt ein Ablauf; ein sichtbares Rollen eines Gegenstands ist nicht gemeint.

Etwas sich setzen lassen

Übertragen braucht eine Erfahrung oder Information Zeit, um verarbeitet zu werden. „Nach dem dichten Vortrag sagt Lea: Das Gehörte muss sich erst einmal setzen.“ Die Verbindung empfiehlt hier eine Pause zum Nachdenken, keine Ablagerung von Stoffen.