stemmen
Stemmen heißt, etwas mit Kraft hochzudrücken, zu bewegen oder gegen einen Widerstand zu drücken. Übertragen bedeutet es, eine anspruchsvolle Aufgabe oder eine große finanzielle Belastung zu bewältigen.
Was bedeutet stemmen?
Die gemeinsame Vorstellung ist ein erheblicher Kraftaufwand. Beim Gewichtheben wird eine Last gestemmt; wer einen Umzug allein stemmt, bewältigt viele Aufgaben. Auch eine Finanzierung kann ein Unternehmen stemmen. Das Wort betont dann die Belastung und die nötigen Mittel, nicht nur das Ergebnis.
In der reflexiven Verbindung sich gegen etwas stemmen tritt der Widerstand in den Vordergrund. Das kann körperlich gemeint sein, etwa gegen eine schwere Tür, oder übertragen gegen eine Entscheidung. Im Handwerk bezeichnet stemmen außerdem das Bearbeiten eines Materials durch Schlagen oder Meißeln, beispielsweise beim Herstellen einer Öffnung.
Schreibweise und Grammatik
Das schwache Verb wird mit mm geschrieben: ich stemme, du stemmst, sie stemmt. Die Vergangenheit lautet stemmte, das Perfekt hat gestemmt. Bei der Bedeutung „bewältigen“ steht häufig ein Akkusativobjekt: den Umzug, die Kosten, das Projekt stemmen. In sich gegen einen Vorschlag stemmen stehen das Reflexivpronomen und die von gegen verlangte Akkusativgruppe.
| Form | Beispiel |
|---|---|
| Präsens | ich stemme; du stemmst; sie stemmt |
| Präteritum | sie stemmte |
| Perfekt | sie hat gestemmt |
| Imperativ | Stemm! / Stemme!; Stemmt! |
| Infinitiv mit zu | zu stemmen |
Drei eigene Beispiele mit Erklärung
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
„Zwei Helfer stemmen den Schrank gemeinsam über die Schwelle.“
Hier geht es um eine körperliche Last. Das Verb hebt die Anstrengung hervor.
„Der Verein kann die Renovierung nur mit Spenden stemmen.“
Renovierung steht für die Aufgabe samt Kosten. Der Satz nennt zugleich die Voraussetzung für ihre Bewältigung.
„Die Sprecherin stemmt sich gegen die Kürzung der Öffnungszeiten.“
Die Person wehrt sich gegen eine geplante Maßnahme. Das ist stärker und bildhafter als ein bloßes Nichtzustimmen.
Bedeutungsunterschiede und Verwendung
Heben beschreibt eine Bewegung nach oben neutraler. Bewältigen passt zu Aufgaben, finanzieren nennt ausschließlich die Geldseite. Wer eine Veranstaltung stemmt, kann neben den Kosten auch Planung und Personal organisieren müssen. In einem Sachbericht lohnt es sich deshalb, die Belastung genauer zu benennen.
Sich dagegenstellen und Widerstand leisten können sich dagegenstemmen ersetzen. Die Formulierung beweist aber nicht, dass der Widerstand erfolgreich war. „Sie stemmte sich gegen die Schließung“ lässt den Ausgang offen. Für eine Charakterisierung sollte zusätzlich das konkrete Verhalten beschrieben werden, statt aus dem Verb allein eine ganze Persönlichkeit abzuleiten.
Kurz üben
Ergänze die Vergangenheit: „Das kleine Team ___ die gesamte Organisation.“
Lösung und Erklärung
Möglich sind stemmte und hat … gestemmt. Beide Formen gehören zum schwachen Verb; ein Umlaut entsteht nicht.
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