träumen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- träumen
- Worttrennung
- träu·men
- Präsens
- er träumt
- Präteritum
- er träumte
- Partizip II
- geträumt
- Hilfsverb
- haben
Gebrauch: Gehoben auch mir träumte/es träumte mir. Wunsch und Schlafgeschehen unterscheiden.
Ergänzungen: von jemandem/etwas träumen: von mit Dativ; auch etwas träumen
Definition · kurz erklärt
Träumen heißt, im Schlaf einen Traum zu haben oder darin etwas zu erleben. Im Wachzustand kann es ein Abschweifen der Gedanken oder das intensive Wünschen und Erhoffen von etwas bezeichnen.
Bedeutungen
Im Schlaf einen Traum erleben
Beim Träumen erlebt eine schlafende Person bestimmte Bilder oder Ereignisse. Man kann den Inhalt unmittelbar nennen oder mit von anschließen. Ein Trauminhalt ist nicht als tatsächlich geschehenes Ereignis zu lesen.
„Sie träumte, dass das Schulhaus auf einem Schiff stand.“
Der dass-Satz berichtet einen Traum. Er behauptet keinen wirklichen Umbau der Schule.
Mit den Gedanken abschweifen
Wer träumt, kann auch im Wachzustand Fantasien nachgehen und nicht bei der Sache, also unaufmerksam sein. Das Wort kann dann eine Unaufmerksamkeit bezeichnen, ohne dass die Person schläft.
„Während die Regeln erklärt wurden, träumte er und blickte aus dem Fenster.“
Der Zusammenhang legt geistige Abwesenheit nahe. Der Blick aus dem Fenster allein wäre noch kein sicherer Beweis dafür.
Sich etwas wünschen oder erhoffen
Von etwas träumen kann einen starken Wunsch oder eine Zukunftsvorstellung ausdrücken. Die erträumte Möglichkeit ist nicht automatisch ein fester Plan.
„Seit dem Besuch im Theater träumt sie davon, selbst einmal auf einer Bühne zu stehen.“
Der Wunsch wird genannt. Eine Ausbildung, ein Vertrag oder ein späterer Erfolg wird dadurch nicht zugesagt.
träumen: Synonyme und andere Wörter
Beim Schlaf und bei Gedanken
einen Traum haben · fantasieren · in Gedanken sein
Einen Traum haben passt zum Schlaf. Fantasieren und in Gedanken sein können einen wachen Zustand beschreiben. Die Umgebung muss entscheiden, was gemeint ist.
„Er träumt im Unterricht“ heißt nicht notwendig „Er schläft im Unterricht“. Der erste Satz kann bloße Unaufmerksamkeit meinen.
Bei Wünschen
sich wünschen · ersehnen · erhoffen
Sich wünschen ist eine unmittelbare Erklärung. Planen würde schon eine absichtliche Vorbereitung nahelegen. Träumen kann bei einer noch unbestimmten Vorstellung bleiben.
„Sie träumt von einer Reise“ enthält weniger konkrete Vorbereitung als „Sie plant eine Reise“.
Beispiele und Verwendung
„Ich habe von einem Haus geträumt, das ich noch nie gesehen habe.“
Von nennt hier den Inhalt des nächtlichen Traums und verlangt den Dativ.
„Die Figur träumt von einer ruhigeren Zukunft, ohne zu wissen, wie sie sie erreichen kann.“
Das Beispiel beschreibt Hoffnung oder Sehnsucht. Es enthält noch keinen ausgearbeiteten Plan.
Grammatik und Beugung
Die schwachen Hauptformen lauten träumt – träumte – hat geträumt. Die Worttrennung lautet träu·men. Das Perfekt verwendet haben.
Man kann etwas träumen, etwa einen seltsamen Traum, oder von etwas träumen. Von steht mit Dativ. Gehoben begegnen auch mir träumte und es träumte mir; die erlebende Person steht dann im Dativ. Die persönlichen Tabellen zeigen die gewöhnliche Konstruktion mit ich, du, er und den übrigen Personen. Bei einem folgenden Inhaltssatz steht ein Komma: Ich träumte, dass es schneite.
| Person | Präsens | Präteritum |
|---|---|---|
| ich | träume | träumte |
| du | träumst | träumtest |
| er/sie/es | träumt | träumte |
| wir | träumen | träumten |
| ihr | träumt | träumtet |
| sie | träumen | träumten |
| Person | Perfekt | Plusquamperfekt |
|---|---|---|
| ich | habe geträumt | hatte geträumt |
| du | hast geträumt | hattest geträumt |
| er/sie/es | hat geträumt | hatte geträumt |
| wir | haben geträumt | hatten geträumt |
| ihr | habt geträumt | hattet geträumt |
| sie | haben geträumt | hatten geträumt |
| Person | Futur I | Futur II |
|---|---|---|
| ich | werde träumen | werde geträumt haben |
| du | wirst träumen | wirst geträumt haben |
| er/sie/es | wird träumen | wird geträumt haben |
| wir | werden träumen | werden geträumt haben |
| ihr | werdet träumen | werdet geträumt haben |
| sie | werden träumen | werden geträumt haben |
| Person | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|
| ich | träume | träumte |
| du | träumest | träumtest |
| er/sie/es | träume | träumte |
| wir | träumen | träumten |
| ihr | träumet | träumtet |
| sie | träumen | träumten |
| Person | Konjunktiv I: Perfekt | Konjunktiv II: Vergangenheit |
|---|---|---|
| ich | habe geträumt | hätte geträumt |
| du | habest geträumt | hättest geträumt |
| er/sie/es | habe geträumt | hätte geträumt |
| wir | haben geträumt | hätten geträumt |
| ihr | habet geträumt | hättet geträumt |
| sie | haben geträumt | hätten geträumt |
| Anrede | Imperativ |
|---|---|
| du | träum! / träume! |
| ihr | träumt! |
| Sie | träumen Sie! |
Redewendungen und feste Verbindungen
Sich etwas nicht träumen lassen
Die Verbindung bedeutet, eine Möglichkeit überhaupt nicht vorausgesehen oder erwartet zu haben.
„Dass der unscheinbare Brief so wichtig werden würde, hätte sie sich nie träumen lassen.“
Das sich steht hier im Dativ. Es geht um eine unerwartete Entwicklung, nicht um die Erinnerung an einen nächtlichen Traum.
Du träumst wohl!
Umgangssprachlich kann diese Äußerung einen Vorschlag als absurd oder völlig unrealistisch zurückweisen.
„Du willst das ganze Stück bis morgen auswendig lernen? Du träumst wohl!“
Die Antwort ist deutlich abweisend. Sie behauptet nicht, dass die angesprochene Person gerade schläft.
