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trösten

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
trösten
Worttrennung
trös·ten
Präsens
er tröstet
Präteritum
er tröstete
Partizip II
getröstet
Hilfsverb
haben

Jemanden trösten mit Akkusativ; reflexiv sich trösten, häufig mit einem Gedanken oder einem Ersatz.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Trösten bedeutet, einem Menschen in Schmerz, Traurigkeit oder Enttäuschung beizustehen und ihm Trost zu geben. Auch ein Gedanke oder eine Aussicht kann trösten. Sich trösten heißt, selbst Trost zu finden; manchmal ist damit ein Ersatz für etwas Verlorenes gemeint.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Einem Menschen Trost geben

Wer jemanden tröstet, nimmt an dessen Schmerz oder Enttäuschung Anteil und versucht, ihm Halt zu geben. Das kann mit Worten, durch Zuhören oder durch die eigene Anwesenheit geschehen. Die Ursache der Traurigkeit muss dadurch nicht verschwinden.

Nach dem verlorenen Finale tröstet Mara ihre Freundin und hört ihr zu.

Der Satz nennt Beistand nach einer Enttäuschung. Er behauptet nicht, dass die Niederlage bedeutungslos geworden oder die Freundin sofort wieder fröhlich sei.

Bedeutung 2: Als Gedanke oder Aussicht Trost geben

Nicht nur eine handelnde Person kann Subjekt sein. Auch eine Erinnerung, ein Gedanke oder eine Aussicht kann trösten, wenn dadurch ein schmerzlicher Umstand leichter zu ertragen ist.

Der Gedanke an den nächsten Besuch tröstet ihn während des Abschieds.

Der Gedanke ist hier die Quelle des Trostes. Ihm werden damit keine eigenen Absichten oder Gefühle zugeschrieben.

Bedeutung 3: Selbst Trost finden

Sich mit etwas trösten bedeutet, in einem Gedanken oder einem Umstand Trost zu finden. Das reflexive Pronomen gehört zu der Person, die den Trost braucht.

Sie tröstet sich mit dem Gedanken, dass sie die Prüfung wiederholen darf.

Die Aussicht hilft ihr beim Umgang mit der Enttäuschung. Das Ergebnis der Wiederholungsprüfung steht dadurch noch nicht fest.

Bedeutung 4: Für einen Verlust einen Ersatz finden

Reflexiv kann sich trösten auch heißen, sich nach einem Verlust etwas anderes zuzuwenden, das darüber hinweghelfen soll. Der Ersatz ist nicht notwendig gleichwertig mit dem Verlorenen.

Über den ausgefallenen Ausflug tröstet sich die Familie mit einem gemeinsamen Spieleabend.

Der Spieleabend ersetzt hier einen entgangenen Plan. Der Satz setzt ihn nicht mit dem ursprünglich gewünschten Ausflug gleich.

trösten: Synonyme und andere Wörter

Beim Beistand

Trost spenden · beistehen · aufrichten

Trost spenden ist eine nahe Umschreibung. Beistehen ist weiter und kann ganz praktische Hilfe meinen. Aufrichten hebt hervor, dass jemand neuen Mut oder Halt gewinnt. Beruhigen bezieht sich auf nachlassende Unruhe; Traurigkeit und Unruhe sind nicht dasselbe.

„Sie hilft beim Tragen“ beschreibt Beistand. „Sie tröstet ihn nach dem Abschied“ nennt ausdrücklich den Umgang mit seinem Schmerz.

Beim eigenen Trost

Trost finden · sich darüber hinweghelfen · Ersatz finden

Trost finden passt zum eigenen Umgang mit einer Belastung. Ersatz finden passt nur zu dem Gebrauch, bei dem etwas anderes an die Stelle eines Verlustes tritt. Es ist keine allgemeine Erklärung jedes Trostes.

„Die Erinnerung tröstet sie“ muss keinen Ersatz bezeichnen. „Sie tröstet sich mit einem anderen Plan“ kann gerade einen solchen Ersatz meinen.

Beispiele und Verwendung

Den Erfolg eines Versuchs offenlassen

Er versucht, sie zu trösten, doch sie möchte vorerst allein sein.

Versucht lässt offen, ob der Trost ankommt. Die folgende Reaktion erklärt, warum der Versuch noch keine eingetretene Wirkung belegt.

Die Quelle des Trostes nennen

Die Nachricht, dass alle wohlbehalten angekommen sind, tröstet die wartende Familie.

Der dass-Satz macht deutlich, was an der Nachricht Trost gibt. Ohne diese Ergänzung bliebe der Anlass ungenauer.

Grammatik und Beugung

Trösten wird trös·ten getrennt. Die Stammformen lauten tröstet, tröstete, hat getröstet. Das Perfekt wird mit haben gebildet.

Die getröstete Person steht im Akkusativ: jemanden trösten. Beim reflexiven Gebrauch heißen die Verbindungen beispielsweise ich tröste mich und sie tröstet sich. Mit etwas nennt eine Trostquelle oder einen Ersatz und hat den Dativ. Die Tabellen zeigen die aktiven Grundformen; das passende Reflexivpronomen kommt beim reflexiven Gebrauch hinzu.

trösten: Indikativ: Präsens und Präteritum
PersonPräsensPräteritum
ichtröstetröstete
dutröstesttröstetest
er/sie/eströstettröstete
wirtröstentrösteten
ihrtröstettröstetet
sietröstentrösteten
trösten: Indikativ: Perfekt und Plusquamperfekt
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichhabe getröstethatte getröstet
duhast getröstethattest getröstet
er/sie/eshat getröstethatte getröstet
wirhaben getröstethatten getröstet
ihrhabt getröstethattet getröstet
siehaben getröstethatten getröstet
trösten: Indikativ: Futur I und Futur II
PersonFutur IFutur II
ichwerde tröstenwerde getröstet haben
duwirst tröstenwirst getröstet haben
er/sie/eswird tröstenwird getröstet haben
wirwerden tröstenwerden getröstet haben
ihrwerdet tröstenwerdet getröstet haben
siewerden tröstenwerden getröstet haben
trösten: Konjunktiv: einfache Formen
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichtröstetröstete
dutröstesttröstetest
er/sie/eströstetröstete
wirtröstentrösteten
ihrtröstettröstetet
sietröstentrösteten
trösten: Konjunktiv: Vergangenheit
PersonKonjunktiv I: PerfektKonjunktiv II: Vergangenheit
ichhabe getröstethätte getröstet
duhabest getröstethättest getröstet
er/sie/eshabe getröstethätte getröstet
wirhaben getröstethätten getröstet
ihrhabet getröstethättet getröstet
siehaben getröstethätten getröstet
trösten: Imperativ
AnredeImperativ
dutröste! / tröst!
ihrtröstet!
Sietrösten Sie!