beruhigen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
beruhigen
Worttrennung
be·ru·hi·gen
Präsens
beruhigt
Präteritum
beruhigte
Partizip II
beruhigt
Hilfsverb
haben

Formen und Verwendung im Detail

beruhigen: Unruhe, Aufregung oder Sorge verringern; reflexiv wieder in einen ruhigeren Zustand gelangen.

Unruhe verringern oder wieder ruhiger werden

Beruhigen heißt, die Unruhe, Aufregung oder Sorge einer Person zu verringern. Das kann durch eine verständliche Auskunft, eine vertraute Gegenwart oder einen veränderten Eindruck geschehen. Das Wort beschreibt eine Wirkung, nicht von selbst die Methode oder deren Angemessenheit.

Reflexiv bedeutet sich beruhigen, wieder in einen ruhigeren Zustand zu gelangen. Nicht nur Menschen können sich beruhigen: Auch eine angespannte Lage oder bewegtes Wasser lässt sich so beschreiben. Bei Dingen ist kein bewusstes Sich-Zusammennehmen gemeint.

Äußere Stille und innere Beruhigung sind zu unterscheiden. Eine Person kann aufhören zu sprechen und trotzdem angespannt bleiben. Wer eine Szene beschreibt, sollte deshalb nicht allein aus leiserem Verhalten auf verschwundene Sorgen schließen.

Synonyme: Welche Alternative passt?

Bedeutung und Wortwahl vergleichen
AlternativePassender ZusammenhangUnterschied
besänftigenAufregung oder Ärger mildernPasst besonders bei erregten Personen, wirkt aber weniger neutral.
beschwichtigenBedenken oder Widerstand abschwächenKann nahelegen, dass die Sorge eher heruntergespielt als sachlich geklärt wird.
Zuversicht gebenUnsicherheit durch einen positiven Ausblick verringernPasst nur, wenn tatsächlich Hoffnung oder Vertrauen gestärkt wird.
sich entspannenAnspannung nachlassen lassenNahe in manchen Situationen; kann auch körperliche Entspannung oder eine gelöstere Lage meinen.

Wirkung und Mittel unterscheiden

Eigener Beispielsatz: „Die genaue Auskunft über den Ablauf beruhigt Ben.“

Zum Vergleich: „Die genaue Auskunft über den Ablauf gibt Ben Sicherheit.“

Beide eigenen Sätze können eine nachlassende Sorge beschreiben. Die zweite Form benennt deutlicher, wodurch die Wirkung entsteht. Sie passt nicht automatisch zu jeder Art des Beruhigens.

Eigener Beispielsatz: „Nach der Unterbrechung beruhigt sich die Diskussion.“

Zum Vergleich: „Nach der Unterbrechung wird die Diskussion leiser.“

Der zweite Satz nennt nur die Lautstärke. Der erste kann darüber hinaus eine geringere Erregung oder Spannung meinen. Ob dies zutrifft, muss der Verlauf zeigen.

Absicht und Ergebnis kenntlich machen

„Sie versucht ihn zu beruhigen“ lässt offen, ob der Versuch gelingt. „Sie beruhigt ihn“ stellt die Wirkung eher als eingetreten dar. Eine genaue Erzählanalyse achtet auf diesen Unterschied und auf die Reaktion der angesprochenen Figur.

Das Adjektiv ruhig kann unter anderem leise, gelassen oder wenig bewegt bedeuten. Welche dieser Arten von Ruhe nach dem Beruhigen gemeint ist, sollte der Text erkennbar machen.

Grammatik und Konjugation

Konjugation von beruhigen
Sechs Personen: Präsens, Präteritum, Konjunktiv I und Konjunktiv II. Gezeigt werden die finiten Verbformen; bei reflexivem Gebrauch kommt das zum Subjekt passende Pronomen hinzu.
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichberuhigeberuhigteberuhigeberuhigte
duberuhigstberuhigtestberuhigestberuhigtest
er/sie/esberuhigtberuhigteberuhigeberuhigte
wirberuhigenberuhigtenberuhigenberuhigten
ihrberuhigtberuhigtetberuhigetberuhigtet
sie/Sieberuhigenberuhigtenberuhigenberuhigten

Beruhigen ist regelmäßig und nicht trennbar: beruhigte, hat beruhigt. Die beruhigte Person steht im Akkusativ: jemanden beruhigen. Reflexiv: ich beruhige mich, du beruhigst dich, er beruhigt sich. Im Perfekt lautet die reflexive Form hat sich beruhigt. Weitere Tätigkeitswörter stehen im Verbenwörterbuch.