Meine Wörter

unterdrücken

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
unterdrücken
Worttrennung
un·ter·drü·cken
Präsens
er/sie/es unterdrückt
Präteritum
er/sie/es unterdrückte
Partizip II
unterdrückt
Perfekt
hat unterdrückt
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
Nicht trennbar; zu unterdrücken.

Ein Lachen zurückhalten ist nicht mit gesellschaftlicher Unterdrückung gleichzusetzen. Bei Personen betrifft das Wort eine starke Einschränkung von Existenz oder Entfaltung; Wirkung und Umfang sollten konkret benannt werden.

Ergänzungen: etwas oder jemanden unterdrücken: Akkusativobjekt.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Unterdrücken bedeutet, ein Gefühl oder eine Äußerung zurückzuhalten, Informationen nicht bekannt werden zu lassen oder Menschen und Entwicklungen stark einzuschränken. Der Zusammenhang entscheidet zwischen Selbstbeherrschung, Geheimhaltung und Machtausübung.

Bedeutungen

Ein Gefühl oder eine Äußerung nicht hervortreten lassen

Eine Person hält etwa Lachen, Ärger oder eine Bemerkung zurück. Die Regung kann trotzdem vorhanden sein. Unterdrücken bedeutet hier nicht, dass das Gefühl niemals entstanden wäre oder für immer verschwunden ist.

Sie unterdrückt ein Lachen, weil die andere Person gerade etwas Ernstes erzählt.

Die Regung entsteht, wird aber nicht offen gezeigt. Der Satz sagt nichts über ihre spätere Stärke.

Etwas nicht bekannt werden lassen

Eine Mitteilung oder Tatsache wird so zurückgehalten, dass sie eine Öffentlichkeit oder bestimmte Personen nicht erreicht. Der Begriff kann eine kritische Bewertung enthalten. Eine genaue Darstellung sollte benennen, wer welche Information zurückhält.

Im Roman unterdrückt der Beamte die Nachricht vom beschädigten Damm.

Die Nachricht gelangt durch sein Eingreifen nicht zu den Betroffenen. Ob sie auf anderem Weg davon erfahren, bleibt offen.

Menschen oder Entwicklungen niederhalten

Menschen werden in ihrer Freiheit oder Entfaltung stark behindert. Ebenso kann von der Unterdrückung eines Aufstands oder einer Bewegung gesprochen werden. Art und Ausmaß der Machtausübung müssen konkret beschrieben werden, statt sie nur durch das Wort zu behaupten.

Die Erzählung schildert eine Herrschaft, die jede öffentliche Kritik unterdrückt.

Der Text muss zeigen, wie Kritik verhindert oder eingeschränkt wird. Eine bloße Meinungsverschiedenheit wäre noch nicht dieselbe Aussage.

Synonyme: andere Wörter für unterdrücken

Bei einer Regung

zurückhalten · beherrschen · nicht zeigen

Ein Gefühl zu beherrschen kann seine sichtbare Äußerung betreffen. Es ist nicht gleichbedeutend mit dem vollständigen Verschwinden der Empfindung.

„Sie unterdrückt ihren Ärger“ bedeutet nicht zwingend „Sie ärgert sich nicht mehr“.

Bei Information und Entfaltung

zurückhalten · geheim halten · niederhalten · stark einschränken

Hemmen ist weiter gefasst und muss keinen vollständigen Ausschluss oder bewusste Machtausübung bedeuten. Geheim halten passt zu Informationen, nicht unverändert zu jeder Person.

„Die Regel hemmt die Arbeit“ ist weniger weitgehend als „Die Herrschaft unterdrückt jede selbstständige Tätigkeit“.

Beispiele und Verwendung

Absicht und Wirkung

Er versuchte, das Gähnen zu unterdrücken, konnte es aber nicht verbergen.

Der Versuch und sein Erfolg sind unterschiedliche Aussagen. Unterdrücken zu wollen bedeutet nicht, dass nichts sichtbar wird.

Den Vorwurf prüfen

Die Reporterin wirft der Leitung vor, wichtige Angaben zu unterdrücken, und nennt die zurückgehaltenen Dokumente.

Der Vorwurf wird einer Person zugeordnet und mit einem konkreten Gegenstand verbunden. Seine Berechtigung ist am belegten Ablauf zu prüfen.

Grammatik und Beugung

Das regelmäßige Verb bildet unterdrückt – unterdrückte – hat unterdrückt. Die Worttrennung lautet un·ter·drü·cken. Es bleibt im Hauptsatz zusammen. Das Partizip enthält kein ge-; ü und ck bleiben erhalten.

Das Akkusativobjekt nennt die Regung, Information oder betroffene Person: ein Lachen, eine Nachricht, jemanden unterdrücken. Im Passiv Die Nachricht wird unterdrückt wird das Betroffene zum Subjekt. Die Tabellen enthalten die aktiven Formen mit haben.

Indikativ: Gegenwart und Vergangenheit

unterdrücken: Indikativ: Gegenwart und Vergangenheit
PersonPräsensPräteritumPerfekt
ichich unterdrückeich unterdrückteich habe unterdrückt
dudu unterdrückstdu unterdrücktestdu hast unterdrückt
er/sie/eser/sie/es unterdrückter/sie/es unterdrückteer/sie/es hat unterdrückt
wirwir unterdrückenwir unterdrücktenwir haben unterdrückt
ihrihr unterdrücktihr unterdrücktetihr habt unterdrückt
siesie unterdrückensie unterdrücktensie haben unterdrückt

Indikativ: Vorvergangenheit und Zukunft

unterdrücken: Indikativ: Vorvergangenheit und Zukunft
PersonPlusquamperfektFutur IFutur II
ichich hatte unterdrücktich werde unterdrückenich werde unterdrückt haben
dudu hattest unterdrücktdu wirst unterdrückendu wirst unterdrückt haben
er/sie/eser/sie/es hatte unterdrückter/sie/es wird unterdrückener/sie/es wird unterdrückt haben
wirwir hatten unterdrücktwir werden unterdrückenwir werden unterdrückt haben
ihrihr hattet unterdrücktihr werdet unterdrückenihr werdet unterdrückt haben
siesie hatten unterdrücktsie werden unterdrückensie werden unterdrückt haben

Konjunktiv: Formen und würde-Verbindung

unterdrücken: Konjunktiv: Formen und würde-Verbindung
PersonKonjunktiv IKonjunktiv IIwürde-Verbindung
ichich unterdrückeich unterdrückteich würde unterdrücken
dudu unterdrückestdu unterdrücktestdu würdest unterdrücken
er/sie/eser/sie/es unterdrückeer/sie/es unterdrückteer/sie/es würde unterdrücken
wirwir unterdrückenwir unterdrücktenwir würden unterdrücken
ihrihr unterdrücketihr unterdrücktetihr würdet unterdrücken
siesie unterdrückensie unterdrücktensie würden unterdrücken

Aufforderungen

unterdrücken: Aufforderungen
AnredeImperativ
duunterdrück! / unterdrücke!
ihrunterdrückt!
Sieunterdrücken Sie!