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verbieten

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
verbieten
Worttrennung
ver·bie·ten
Präsens
er verbietet
Präteritum
er verbot
Partizip II
verboten
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
untrennbar

Reflexiver Gebrauch: auch reflexiv: sich etwas verbieten; etwas verbietet sich

Ergänzungen: jemandem etwas verbieten: Person im Dativ, Sache im Akkusativ

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Verbieten heißt, etwas für nicht erlaubt zu erklären. Sich etwas verbieten kann einen selbst auferlegten Verzicht ausdrücken. In eine solche Reaktion verbietet sich ist dagegen gemeint, dass sie nicht infrage kommt.

Bedeutungen

Etwas nicht erlauben

Eine Person, eine Regel oder eine verbindliche Vorschrift kann eine Handlung ausschließen. Verbieten benennt die Untersagung; welche Befugnis dahintersteht und für wen sie gilt, muss der Zusammenhang zeigen. Auch eine innere Überzeugung kann bildlich als verbietende Instanz erscheinen.

Die Hausordnung verbietet laute Telefonate im Leseraum.

Die Einschränkung gilt für eine benannte Tätigkeit und einen bestimmten Raum. Über Gespräche an anderen Orten ist damit nichts gesagt.

Sich selbst etwas versagen

Wer sich etwas verbietet, gesteht es sich selbst nicht zu. Das Reflexivpronomen steht dabei im Dativ: ich verbiete mir etwas. Ein äußerer Erlass ist für diese Verwendung nicht erforderlich.

Nach dem Streit verbietet sie sich, den alten Vorwurf erneut vorzubringen.

Sie beschränkt ihr eigenes Handeln. Eine andere Person muss ihr dies nicht angeordnet haben.

Nicht infrage kommen

In etwas verbietet sich wird eine Möglichkeit als ausgeschlossen oder angesichts der Umstände als unvertretbar dargestellt. Das Subjekt nennt hier gerade die ausgeschlossene Handlung oder Reaktion.

Eine vorschnelle Schuldzuweisung verbietet sich, solange die Ursache ungeklärt ist.

Der Satz begründet Zurückhaltung mit fehlender Klärung. Er formuliert keine nachgewiesene Schuld.

Synonyme: andere Wörter für verbieten

Verbieten oder verhindern?

untersagen · nicht erlauben · ausschließen

Untersagen passt zu einer ausdrücklichen Anordnung. Verhindern nennt dagegen, dass eine Handlung tatsächlich nicht zustande kommt. Eine Handlung kann trotz eines Verbots ausgeführt werden.

„Die Regel verbietet den Tausch“ ist nicht gleichbedeutend mit „die Regel verhindert jeden Tausch“.

Die Wortart unterscheiden

verboten · nicht zulässig

Das Adjektiv verboten beschreibt die fehlende Erlaubnis. In sie hat es verboten steht dieselbe Schreibung als Partizip des Verbs.

„Der Zugang ist verboten“ beschreibt die Regel; „die Leitung hat den Zugang verboten“ nennt zusätzlich deren Urheber.

Beispiele und Verwendung

Die Beteiligten nennen

Die Spielleitung verbietet den Teilnehmenden, während der Runde Hinweise auszutauschen.

Den Teilnehmenden ist die Dativangabe der betroffenen Personen; die Infinitivgruppe nennt die untersagte Handlung.

Zwei reflexive Konstruktionen trennen

Ich verbiete mir den voreiligen Schluss; ein voreiliger Schluss verbietet sich auch wegen der fehlenden Belege.

Mir benennt in der ersten Fassung die sich selbst beschränkende Person. In der zweiten ist der Schluss selbst das Subjekt.

Grammatik und Beugung

Die starken Formen sind verbietet, verbot, hat verboten. Im Konjunktiv II heißt es verböte. Das Verb ist untrennbar; das Partizip bekommt kein zusätzliches ge. Der zu-Infinitiv lautet zu verbieten, die Worttrennung ver·bie·ten.

Jemandem etwas verbieten verbindet Dativ und Akkusativ. Bei ich verbiete mir etwas ist mir Dativ; bei die Reaktion verbietet sich gehört sich dagegen zur Konstruktion mit der ausgeschlossenen Sache als Subjekt. Die Tabellen zeigen die nicht reflexive aktive Reihe.

verbieten: Präsens
PersonPräsens
ichich verbiete
dudu verbietest
er/sie/eser/sie/es verbietet
wirwir verbieten
ihrihr verbietet
siesie verbieten
verbieten: Präteritum
PersonPräteritum
ichich verbot
dudu verbotest
er/sie/eser/sie/es verbot
wirwir verboten
ihrihr verbotet
siesie verboten
verbieten: Perfekt
PersonPerfekt
ichich habe verboten
dudu hast verboten
er/sie/eser/sie/es hat verboten
wirwir haben verboten
ihrihr habt verboten
siesie haben verboten
verbieten: Plusquamperfekt
PersonPlusquamperfekt
ichich hatte verboten
dudu hattest verboten
er/sie/eser/sie/es hatte verboten
wirwir hatten verboten
ihrihr hattet verboten
siesie hatten verboten
verbieten: Futur I
PersonFutur I
ichich werde verbieten
dudu wirst verbieten
er/sie/eser/sie/es wird verbieten
wirwir werden verbieten
ihrihr werdet verbieten
siesie werden verbieten
verbieten: Futur II
PersonFutur II
ichich werde verboten haben
dudu wirst verboten haben
er/sie/eser/sie/es wird verboten haben
wirwir werden verboten haben
ihrihr werdet verboten haben
siesie werden verboten haben
verbieten: Konjunktiv I
PersonKonjunktiv I
ichich verbiete
dudu verbietest
er/sie/eser/sie/es verbiete
wirwir verbieten
ihrihr verbietet
siesie verbieten
verbieten: Konjunktiv II
PersonKonjunktiv II
ichich verböte
dudu verbötest
er/sie/eser/sie/es verböte
wirwir verböten
ihrihr verbötet
siesie verböten
verbieten: Imperativ
PersonImperativ
duverbiete!
ihrverbietet!
Sieverbieten Sie!
verbieten: Infinite Formen
FormInfinite Formen
Infinitivverbieten
Infinitiv Perfektverboten haben
zu-Infinitivzu verbieten
zu-Infinitiv Perfektverboten zu haben
Partizip Iverbietend
Partizip IIverboten