Meine Wörter

waschen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
waschen
Worttrennung
wa·schen
Präsens
wäscht
Präteritum
wusch
Partizip II
gewaschen
Perfekt
hat gewaschen
Hilfsverb
haben
Infinitiv
waschen; zu waschen
Trennbarkeit
nicht trennbar
Form
stark; auch reflexiv: sich waschen

Die starken Formen lauten wäscht – wusch – hat gewaschen. Der Konjunktiv II lautet wüsche.

Beim eigenen Körperteil steht etwa ich wasche mir die Hände; bei der ganzen Person ich wasche mich.

Die Wendung sich gewaschen haben ist umgangssprachlich und bedeutet besonders eindrucksvoll oder heftig.

Ergänzungen: etwas oder jemanden waschen (Akkusativ); sich waschen (Akkusativ); sich die Hände waschen (sich im Dativ, Hände im Akkusativ)

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Waschen heißt meist, etwas mit Wasser oder einer anderen geeigneten Flüssigkeit zu säubern. Das Verb kann außerdem das Trennen, Herauslösen oder Fortspülen durch Flüssigkeit bezeichnen. Wer sich wäscht, säubert den eigenen Körper. In der Wendung sich gewaschen haben ist dagegen etwas besonders eindrucksvoll oder heftig.

Bedeutungen

Etwas oder jemanden säubern

Beim Waschen werden beispielsweise Kleidungsstücke, Gegenstände oder Lebensmittel mit Wasser gereinigt. Ein Waschmittel kann hinzukommen, gehört aber nicht zwingend zur Wortbedeutung. Auch das Entfernen eines Flecks kann mit waschen ausgedrückt werden.

„Nach dem Ausflug wäscht Karim die verschmutzten Stoffbeutel.“

Der Satz nennt eine Reinigung. Ob Karim die Beutel mit der Hand oder in einer Maschine wäscht, bleibt offen.

Den eigenen Körper säubern

Sich waschen bezeichnet die Reinigung des eigenen Körpers. Ein Körperteil kann zusätzlich genannt werden: sich die Hände waschen. Dann ändern sich die Satzrollen: Die Hände sind das gewaschene Objekt, das rückbezügliche Pronomen steht im Dativ.

„Vor der Probe wäscht sich die Musikerin die Hände.“

Die Musikerin säubert ihre eigenen Hände. Ohne Körperteil wäre sie selbst das Akkusativobjekt: Die Musikerin wäscht sich.

Stoffe trennen oder etwas herauslösen

In technischen Zusammenhängen kann waschen bedeuten, unerwünschte Bestandteile mit Flüssigkeit abzutrennen. Bei Gold bezeichnet es dagegen auch das Gewinnen des gesuchten Materials durch Auswaschen. Die genaue Tätigkeit ergibt sich erst aus Gegenstand und Zusammenhang.

„Die Beschreibung erklärt, wie beim Waschen des Materials leichtere Bestandteile entfernt werden.“

Das Beispiel benennt ein Trennverfahren, keine gewöhnliche Wäschepflege. Welche Stoffe und Anlagen gemeint sind, sagt das Verb nicht.

Durch Wasser fortbewegen oder wegspülen

Fließendes Wasser kann Stoffe in den Boden tragen oder an einer Oberfläche Material entfernen. Hier bezeichnet waschen keine absichtlich ausgeführte Reinigung. Eine Richtungsangabe zeigt, wohin das Wasser etwas befördert.

„Das Regenwasser hat feine Erde von der Böschung auf den Weg gewaschen.“

Das Wasser wirkt als Ursache. Weder eine Waschmaschine noch ein handelnder Mensch ist gemeint.

Die Herkunft von Geld verschleiern

Geld waschen ist eine feste Verbindung für das Einschleusen illegal erlangten Geldes in einen scheinbar rechtmäßigen wirtschaftlichen Zusammenhang. Die Bezeichnung ist übertragen: Geldscheine werden dabei nicht im wörtlichen Sinn gesäubert.

„Der Zeitungsartikel unterscheidet zwischen Geld verdienen und Geld waschen.“

Der zweite Ausdruck bezeichnet einen anderen, rechtswidrigen Zusammenhang. Aus einer ungewöhnlichen Zahlung allein lässt sich das Vorliegen dieses Vorgangs nicht ableiten.

waschen: Synonyme und andere Wörter

Waschen oder säubern?

säubern · sauber machen · abwaschen

Säubern lässt das verwendete Mittel offen. Waschen nennt gewöhnlich eine Reinigung mit Flüssigkeit. Abwaschen betont je nach Gegenstand das Entfernen von einer Oberfläche; regional kann Geschirr waschen auch spülen bedeuten.

„Sie säubert den Tisch“ lässt etwa trockenes Abwischen zu. „Sie wäscht den Stoffbeutel“ beschreibt eine andere Art der Reinigung.

Waschen oder auswaschen?

auswaschen · ausspülen · wegspülen

Auswaschen betont häufig, dass etwas aus einem Material gelöst wird. Wegspülen hebt die Bewegung durch Wasser hervor. Diese Wörter passen nicht automatisch zur Körperpflege.

„Der Regen wäscht Erde aus der Böschung“ beschreibt ein Herauslösen. „Sie wäscht sich“ beschreibt dagegen die Reinigung der eigenen Person.

Beispiele und Verwendung

Person und Körperteil

„Ich wasche mich.“ – „Ich wasche mir die Hände.“

Mich ist Akkusativ. Mir ist Dativ, weil die Hände bereits als Akkusativobjekt genannt sind. Die Formen sind keine beliebigen Alternativen.

Wörtliche und übertragene Verwendung

„Die Jacke ist frisch gewaschen.“ – „Die Prüfung hatte sich gewaschen.“

Im ersten Satz wurde tatsächlich gereinigt. Der zweite verwendet eine umgangssprachliche Wendung für eine besonders anspruchsvolle Prüfung.

Verwandte Adjektive gezielt unterscheiden

„Der Stoff ist waschecht; die Schrift wirkt verwaschen.“

Waschecht kann bei einem Stoff dessen Beständigkeit beim Waschen beschreiben. Verwaschen kann verblasste oder undeutliche Konturen bezeichnen. Die Wörter ersetzen nicht einfach das Verb waschen.

Grammatik und Beugung

Waschen ist ein starkes Verb: wäscht – wusch – hat gewaschen. Der Vokalwechsel gehört zur Form: du wäschst, aber ich wasche; ich wusch, aber im Konjunktiv II ich wüsche. Das Hilfsverb ist haben. Das Verb ist nicht trennbar; der zu-Infinitiv lautet zu waschen, die Worttrennung wa·schen.

Ein ausdrückliches Objekt steht im Akkusativ: die Wäsche waschen, das Kind waschen. Bei sich waschen steht das rückbezügliche Pronomen ebenfalls im Akkusativ: ich wasche mich. Mit einem eigenen Körperteil heißt es dagegen ich wasche mir die Hände. Die reflexive Tabelle zeigt die erste dieser beiden Konstruktionen; sie ist keine Vorlage für den Dativ beim Körperteil.

Die Tabellen geben die gewöhnlichen aktiven Formen wieder. Beim Präteritum der du-Form ist auch du wuschest möglich. Für Aufforderungen stehen wasch! und wasche!; die Mehrzahl lautet wascht!.

waschen: Präsens, Präteritum und Perfekt
PersonPräsensPräteritumPerfekt
ichich wascheich wuschich habe gewaschen
dudu wäschstdu wuschstdu hast gewaschen
er/sie/eser/sie/es wäschter/sie/es wuscher/sie/es hat gewaschen
wirwir waschenwir wuschenwir haben gewaschen
ihrihr waschtihr wuschtihr habt gewaschen
siesie waschensie wuschensie haben gewaschen
waschen: Weitere Zeiten
PersonPlusquamperfektFutur IFutur II
ichich hatte gewaschenich werde waschenich werde gewaschen haben
dudu hattest gewaschendu wirst waschendu wirst gewaschen haben
er/sie/eser/sie/es hatte gewaschener/sie/es wird waschener/sie/es wird gewaschen haben
wirwir hatten gewaschenwir werden waschenwir werden gewaschen haben
ihrihr hattet gewaschenihr werdet waschenihr werdet gewaschen haben
siesie hatten gewaschensie werden waschensie werden gewaschen haben
waschen: Konjunktiv I und II
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichich wascheich wüsche
dudu waschestdu wüschest / du wüschst
er/sie/eser/sie/es wascheer/sie/es wüsche
wirwir waschenwir wüschen
ihrihr waschetihr wüschet / ihr wüscht
siesie waschensie wüschen
waschen: Konjunktiv: Vergangenheit
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichich habe gewaschenich hätte gewaschen
dudu habest gewaschendu hättest gewaschen
er/sie/eser/sie/es habe gewaschener/sie/es hätte gewaschen
wirwir haben gewaschenwir hätten gewaschen
ihrihr habet gewaschenihr hättet gewaschen
siesie haben gewaschensie hätten gewaschen
waschen: Sich selbst waschen
PersonPräsensPräteritumPerfekt
ichich wasche michich wusch michich habe mich gewaschen
dudu wäschst dichdu wuschst dichdu hast dich gewaschen
er/sie/eser/sie/es wäscht sicher/sie/es wusch sicher/sie/es hat sich gewaschen
wirwir waschen unswir wuschen unswir haben uns gewaschen
ihrihr wascht euchihr wuscht euchihr habt euch gewaschen
siesie waschen sichsie wuschen sichsie haben sich gewaschen
waschen: infinite Formen
FormWortlaut
Infinitivwaschen
zu-Infinitivzu waschen
Partizip Iwaschend
Partizip IIgewaschen
waschen: Aufforderungsformen
AnredeMit ObjektReflexiv
duwasch! / wasche!wasch dich! / wasche dich!
ihrwascht!wascht euch!
Siewaschen Sie!waschen Sie sich!

Gebräuchliche Wendungen

Was bedeutet sich gewaschen haben?

Die umgangssprachliche Wendung beschreibt etwas besonders Eindrucksvolles, Heftiges oder Schwieriges. Häufig ist der Eindruck unangenehm, doch die Wendung bezeichnet nicht zwingend etwas Schlechtes.

„Die letzte Aufgabe hatte sich gewaschen: Für die Lösung mussten wir drei verschiedene Regeln verbinden.“

Die Erklärung nennt den Grund für die Schwierigkeit. Die Aufgabe wurde weder gereinigt noch automatisch als unlösbar bezeichnet.

Die Hände in Unschuld waschen

Wer die Hände in Unschuld wäscht, weist eine Verantwortung von sich. Die Bedeutung und ein erklärtes Beispiel stehen bei Unschuld: die Hände in Unschuld waschen. Die Wendung ist von der tatsächlichen Reinigung der Hände zu unterscheiden.