wissen
Wissen bedeutet, über eine Information oder Kenntnis zu verfügen. Es kann sich auf Tatsachen, Zusammenhänge oder darauf beziehen, wie etwas gemacht wird.
Bedeutung und Verwendung
„Ich weiß die Antwort“ benennt eine bekannte Information. „Ich weiß, wie das funktioniert“ umfasst einen Zusammenhang oder ein Vorgehen. Wer etwas weiß, stellt es als vorhandene Kenntnis dar; die bloße Sicherheit der sprechenden Person beweist allerdings noch nicht die Richtigkeit der Aussage.
Nicht jede Kenntnis wird mit wissen ausgedrückt. Personen, Orte und Werke kennt man: „Ich kenne den Roman.“ Einen Sachverhalt oder die Antwort auf eine Frage kann man dagegen wissen. Diese Unterscheidung hilft besonders beim Formulieren und beim Deutschlernen.
Grammatik: die wichtigen Formen
| Person | Form |
|---|---|
| ich | weiß |
| du | weißt |
| er / sie / es | weiß |
| wir | wissen |
| ihr | wisst |
| sie / Sie | wissen |
| Form | Beispiel |
|---|---|
| Präteritum | ich wusste |
| Perfekt | ich habe gewusst |
| Konjunktiv II | ich wüsste |
| Infinitiv mit zu | zu wissen |
Im Präsens wechseln die Formen: ich weiß, du weißt, wir wissen, ihr wisst. Der kurze Vokal in wissen, wusste, gewusst steht vor ss; weiß enthält einen Doppellaut und wird im deutschen und österreichischen Standard mit ß geschrieben. In der Schweiz steht auch hier ss.
Ein folgender Nebensatz wird mit Komma abgetrennt: „Ich weiß, dass du kommst.“ Auch bei einer indirekten Frage steht das Komma: „Sie weiß, wann der Bus fährt.“ Die Form weißt ist nicht dasselbe wie weist.
Eigene Beispielsätze erklärt
Die folgenden Beispiele sind eigens für diese Erklärung formuliert.
Ich weiß, warum die Überschrift missverständlich ist.
Der Nebensatz enthält den bekannten Zusammenhang. Vor warum steht ein Komma.
Ihr wisst bereits, welche Aufgabe morgen besprochen wird.
Bei ihr heißt die Form wisst mit ss, nicht „weißt“.
Wenn ich die Lösung wüsste, könnte ich sie erklären.
Wüsste ist Konjunktiv II. Der Umlaut kennzeichnet hier eine vorgestellte Bedingung.
Wortwahl und typische Verwechslungen
Glauben und vermuten lassen Unsicherheit erkennen. Kennen bezeichnet Vertrautheit mit einer Person oder Sache. Können betrifft eine Fähigkeit: Eine Regel zu wissen und sie sicher anwenden zu können sind verschiedene Dinge.
Das gleich geschriebene Adjektiv weiß bezeichnet eine Farbe. Der Satzbau zeigt den Unterschied: „Das Papier ist weiß“ enthält ein Adjektiv, „Ich weiß die Antwort“ eine Verbform.
