Meine Wörter

zieren

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
zieren
Worttrennung
zie·ren
Präsens
ziert
Präteritum
zierte
Partizip II
geziert
Perfekt
hat geziert
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
nicht trennbar

Schmücken ist gehoben; als Zierde vorhanden sein gesondert beachten. Sich zieren bezeichnet abwertend eine als gekünstelt empfundene Zurückhaltung.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Zieren kann eine Ausschmückung oder deren Wirkung bezeichnen: Blumen zieren einen Tisch. Bei sich zieren geht es um ein Verhalten, das als unnötig zurückhaltend bewertet wird. Nicht jede echte Unsicherheit ist damit angemessen beschrieben.

Bedeutungen

Mit etwas schmücken

Gehoben wird zieren für das Ausstatten mit Schmuck oder dekorativen Dingen gebraucht. Eine Person kann einen Raum oder einen Gegenstand mit etwas zieren. Ob die Gestaltung gefällt, bleibt eine Frage der Betrachtung.

„Die Kinder zieren den Saal mit bunten Papierketten.“

Die Kinder bringen Schmuck an. Der Satz erzählt eine Handlung und beurteilt nicht die gesamte Qualität der Veranstaltung.

Als Schmuck vorhanden sein

Eine Sache kann selbst Subjekt sein, wenn sie an einem Ort als Zierde wirkt. Es wird dann nicht unbedingt erzählt, wer sie angebracht hat. Auch Eigenschaften können bildlich jemanden zieren.

„Ein geschnitzter Vogel ziert den oberen Rand des Bilderrahmens.“

Der Vogel wird als dekoratives Element beschrieben. Eine lebendige Handlung des Vogels ist nicht gemeint.

Sich mit Zurückhaltung sträuben

Sich zieren bewertet eine zunächst ablehnende oder schüchterne Reaktion als gekünstelt beziehungsweise unnötig. Dabei wird häufig unterstellt, dass die Person die Sache eigentlich gern tun oder haben möchte. Das ist eine wertende Deutung ihres Verhaltens.

„Die Figur sagt ungeduldig, ihr Gast solle sich nicht zieren und endlich Platz nehmen.“

Die Aufforderung gibt die Sicht der Figur wieder. Ob der Gast wirklich nur eine gekünstelte Zurückhaltung zeigt, ist dadurch nicht sicher bewiesen.

Synonyme: andere Wörter für zieren

Schmücken oder verzieren?

schmücken · verzieren · als Zierde wirken

Schmücken ist eine nahe Alternative. Verzieren hebt häufig hinzugefügte Schmuckelemente hervor. Ob eine Handlung oder eine vorhandene Wirkung gemeint ist, zeigt das Subjekt.

„Sie ziert das Fenster mit Sternen“ nennt eine Tätigkeit. „Sterne zieren das Fenster“ beschreibt die dekorativen Dinge.

Die Rollen der Satzglieder sollten beim Umschreiben erkennbar bleiben.

Beim Verhalten vorsichtig unterscheiden

sich genieren · sich sträuben · zurückhaltend sein

Sich sträuben kann wirklichen Widerstand meinen. Zurückhaltend sein ist weniger vorwurfsvoll. Sich zieren unterstellt eher eine als unangebracht empfundene oder gekünstelte Hemmung.

„Sie ist zurückhaltend“ ist neutraler als „Sie ziert sich“. Das zweite Urteil braucht Hinweise auf den gemeinten Umgang mit der Situation.

Eine selbst gesetzte Grenze ist nicht automatisch eine bloße Ziererei.

Beispiele und Verwendung

Handlung und Wirkung verbinden

„Am Nachmittag zieren die Helferinnen die Bühne mit Zweigen; am Abend zieren die Zweige die Bühne.“

Der zweite Satzteil beschreibt den entstandenen Schmuck. Die Zweige übernehmen keine menschliche Gestaltungstätigkeit.

Einen übertragenen Gebrauch erklären

„Die Erzählerin meint, Bescheidenheit ziere die erfolgreiche Figur.“

Eine Eigenschaft wird wie ein Schmuck beschrieben. Die Bewertung gehört zur Aussage der Erzählerin.

Grammatik und Beugung

Die Stammformen heißen ziert – zierte – hat geziert. Das Verb ist schwach und nicht trennbar. Die Tabellen zeigen das nichtreflexive Aktiv.

In den Raum mit Blumen zieren steht der Raum im Akkusativ. Bei Blumen zieren den Raum sind die Blumen das Subjekt; den Raum bleibt Akkusativobjekt.

Die Verhaltensbedeutung verwendet ein Akkusativ-Reflexivpronomen: ich ziere mich, du zierst dich, sie hat sich geziert. Das Perfekt bleibt auch hier mit haben.

Gegenwart und Vergangenheit

Gegenwart und Vergangenheit
PersonPräsensPräteritumPerfekt
ichich ziereich zierteich habe geziert
dudu zierstdu ziertestdu hast geziert
er/sie/eser/sie/es zierter/sie/es zierteer/sie/es hat geziert
wirwir zierenwir ziertenwir haben geziert
ihrihr ziertihr ziertetihr habt geziert
siesie zierensie ziertensie haben geziert

Vorvergangenheit und Zukunft

Vorvergangenheit und Zukunft
PersonPlusquamperfektFutur IFutur II
ichich hatte geziertich werde zierenich werde geziert haben
dudu hattest geziertdu wirst zierendu wirst geziert haben
er/sie/eser/sie/es hatte gezierter/sie/es wird zierener/sie/es wird geziert haben
wirwir hatten geziertwir werden zierenwir werden geziert haben
ihrihr hattet geziertihr werdet zierenihr werdet geziert haben
siesie hatten geziertsie werden zierensie werden geziert haben

Konjunktiv und würde-Verbindung

Konjunktiv und würde-Verbindung
PersonKonjunktiv IKonjunktiv IIwürde-Verbindung
ichich ziereich zierteich würde zieren
dudu zierestdu ziertestdu würdest zieren
er/sie/eser/sie/es ziereer/sie/es zierteer/sie/es würde zieren
wirwir zierenwir ziertenwir würden zieren
ihrihr zieretihr ziertetihr würdet zieren
siesie zierensie ziertensie würden zieren

Aufforderungen

Aufforderungen
AnredeImperativ
duzier! / ziere!
ihrziert!
Siezieren Sie!

Schreibweise und Worttrennung

Die Worttrennung lautet zie·ren. Im Partizip II geziert steht ge-. Das verwandte Nomen Zierde wird großgeschrieben.

Redewendungen und feste Verbindungen

Sich nicht zieren

In dieser festen Aufforderung wird jemand gedrängt, seine Zurückhaltung aufzugeben. Sie kann ungeduldig oder vorwurfsvoll klingen.

„Die Gastgeberin sagt: »Zier dich nicht, nimm dir noch ein Stück!«“

Die Ermutigung setzt aus Sicht der Sprecherin voraus, dass der Gast eigentlich möchte. Ob das tatsächlich so ist, sollte nicht allein aus der Aufforderung abgeleitet werden.