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ansehnlich

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
ansehnlich
Worttrennung
an·sehn·lich
Komparativ
ansehnlicher
Superlativ
am ansehnlichsten

ansehnlich – ansehnlicher – am ansehnlichsten. Verglichen werden entweder Erscheinung oder Umfang. Bleibe bei einem Maßstab: „Die Sammlung ist ansehnlicher als im Vorjahr“ kann ohne Erläuterung offenlassen, ob sie größer oder schöner präsentiert wurde.

Formen und Verwendung im Detail

Ansehnlich bedeutet, dass etwas gefällig oder stattlich aussieht; bei Mengen und Größen meint es beachtlich oder beträchtlich.

Zwei Bedeutungen von ansehnlich

Ein gefälliger oder stattlicher Eindruck

Eine ansehnliche Fassade bietet einen gefälligen Anblick. Eine ansehnliche Erscheinung wirkt auf die betrachtende Person angenehm oder stattlich. Darin liegt eine Bewertung, keine objektive Maßeinheit. Der Satz wird genauer, wenn er das Merkmal nennt, das den Eindruck auslöst: etwa eine ausgewogene Form oder ein gepflegtes Erscheinungsbild.

Eine beachtliche Menge oder Größe

Bei einem ansehnlichen Vorrat oder einer ansehnlichen Summe geht es meist nicht um Schönheit. Gemeint ist ein Umfang, der im jeweiligen Zusammenhang bemerkenswert erscheint. Derselbe Betrag kann für ein kleines Klassenprojekt ansehnlich sein und für einen großen Bau kaum ins Gewicht fallen. Ohne Bezugsgröße bleibt das Urteil unscharf.

Beispiele mit Erklärung

  • „Nach dem Streichen bot die Tür wieder einen ansehnlichen Anblick.“ Der Satz bewertet die sichtbare Gestaltung und ihren Zustand.
  • „Die kleine Schülerzeitung hat inzwischen einen ansehnlichen Bestand eigener Interviews.“ Gemeint ist der Umfang der Sammlung im Verhältnis zur Größe des Projekts.
  • „Am Ende blieb eine ansehnliche Menge Stoff übrig.“ Das Adjektiv sagt, dass die Menge beachtlich ist; Farbe oder Muster bleiben offen.

Synonyme für ansehnlich: passend zum Zusammenhang

Ansehnlich verbindet einen gefälligen sichtbaren Eindruck mit einer zweiten Bedeutung: Eine Menge oder Summe kann beachtlich sein. Wer Schönheit und Umfang auseinanderhält, findet passendere Alternativen. Besonders bei Sammlungen, Häusern oder Gärten kann der Satz sonst mehrdeutig bleiben.

Welches Wort passt zu welcher Aussage?
AlternativePassend beiUnterschied
gefälligEiner angenehm wirkenden GestaltungBezieht sich auf den ästhetischen Eindruck.
stattlichEiner eindrucksvollen Erscheinung oder GrößeBetont häufig Umfang und Wirkung gemeinsam.
beachtlichEiner bemerkenswerten MengeHält die Größenbewertung ohne Schönheitsurteil fest.
beträchtlichEinem erheblichen UmfangPasst zu Summen und Mengen, nicht als allgemeines Personenlob.

Eigene Sprachbeispiele: Die Erläuterungen zeigen, was sich beim Ersetzen verändert.

Erstes Satzpaar

Ausgangssatz: „Nach der Renovierung bietet das Haus einen ansehnlichen Anblick.“

Alternative: „Nach der Renovierung bietet das Haus einen gefälligen Anblick.“

Hier geht es um das Erscheinungsbild. Die Alternative sagt nichts darüber, ob das Gebäude groß, wertvoll oder in jeder technischen Hinsicht erneuert ist.

Zweites Satzpaar

Ausgangssatz: „Die Klasse sammelte eine ansehnliche Summe.“

Alternative: „Die Klasse sammelte eine beträchtliche Summe.“

Der Austausch erhält die Bewertung des Umfangs. Was für diese Klasse beträchtlich ist, hängt jedoch vom Ziel und den verfügbaren Mitteln ab; eine konkrete Zahl ergänzt das Urteil sinnvoll.

Hier passt der Austausch nicht: Ansehnlich und angesehen sind keine Synonyme. Ein ansehnlicher Mensch wird nach seiner Erscheinung beschrieben, ein angesehener nach seinem Ruf. Anerkennung sollte nicht stillschweigend aus dem Äußeren abgeleitet werden.

„Eine ansehnliche Sammlung“ kann eine große oder schön präsentierte Sammlung meinen. Durch „umfangreich“ beziehungsweise „ansprechend präsentiert“ wird diese Mehrdeutigkeit aufgelöst. Wähle daher zuerst den beabsichtigten Maßstab und erst dann das klanglich passende Wort; die Alternative kann sonst unbeabsichtigt das Urteil ändern.

Weitere Abgrenzungen: Ansehnlich ist nicht angesehen

Angesehen bezeichnet einen guten Ruf. Eine Person kann ansehnlich aussehen, ohne in einer Gruppe angesehen zu sein. Umgekehrt hängt die Anerkennung ihrer Arbeit nicht von einem gefälligen Äußeren ab. In einer Personenbeschreibung und Charakterisierung sind diese Ebenen auseinanderzuhalten.

Attraktiv hebt eine Anziehung oder einen Anreiz hervor. Eine Stelle kann wegen ihrer Arbeitszeiten attraktiv sein. Das Wort ansehnlich würde hier eher zu ihrem Gehalt passen, wenn dessen Höhe gemeint ist. Beachtlich eignet sich als Alternative in der Mengenlesart; daraus folgt keine Austauschbarkeit in jeder Personenbeschreibung.

Schreibweise und Grammatik

Die richtige Schreibung lautet ansehnlich, mit h nach dem e. Vor dem Nomen werden Endungen angefügt: eine ansehnliche Sammlung. In Die Sammlung ist ansehnlich bleibt die Grundform stehen. Das Wort kann beide Bedeutungen in derselben grammatischen Form tragen.

Steigerung

ansehnlich – ansehnlicher – am ansehnlichsten. Verglichen werden entweder Erscheinung oder Umfang. Bleibe bei einem Maßstab: „Die Sammlung ist ansehnlicher als im Vorjahr“ kann ohne Erläuterung offenlassen, ob sie größer oder schöner präsentiert wurde.

Beugung im Überblick

Vor einem Nomen richtet sich die Endung nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Die Tabellen zeigen die Grundstufe. Die gemischten Pluralformen passen etwa nach keine oder meine; einen Plural von ein gibt es nicht.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativansehnlicheransehnlicheansehnlichesansehnliche
Genitivansehnlichenansehnlicheransehnlichenansehnlicher
Dativansehnlichemansehnlicheransehnlichemansehnlichen
Akkusativansehnlichenansehnlicheansehnlichesansehnliche
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativansehnlicheansehnlicheansehnlicheansehnlichen
Genitivansehnlichenansehnlichenansehnlichenansehnlichen
Dativansehnlichenansehnlichenansehnlichenansehnlichen
Akkusativansehnlichenansehnlicheansehnlicheansehnlichen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativansehnlicheransehnlicheansehnlichesansehnlichen
Genitivansehnlichenansehnlichenansehnlichenansehnlichen
Dativansehnlichenansehnlichenansehnlichenansehnlichen
Akkusativansehnlichenansehnlicheansehnlichesansehnlichen

Die Grundregeln erklärt der Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Eine Größenbewertung nachvollziehbar machen

Erfundene Berichtssituation: Eine Klasse sammelt Bücher für eine Leseecke. „Wir haben eine ansehnliche Sammlung“ ist ein positives Urteil, erklärt aber noch wenig. Eine begründete Fassung könnte lauten:

Innerhalb einer Woche entstand eine ansehnliche Sammlung: Auf den drei Regalböden stehen nun Geschichten, Sachbücher und mehrere zweisprachige Ausgaben. Noch am Montag hatte die Leseecke nur aus einem einzelnen Bücherstapel bestanden.

Der Vergleich mit dem Ausgangszustand erklärt, weshalb der Umfang beachtlich wirkt. Die genannten Buchgruppen machen die Aussage greifbar. Der Absatz sagt noch nichts darüber, wie viel tatsächlich gelesen wird oder wie gut jedes einzelne Buch ist. Umfang, Qualität und Nutzung sind unterschiedliche Fragen.

Welche Lesart passt?

Bei einer „ansehnlichen Spende“ liegt die Mengenlesart nahe. Bei einem „ansehnlichen Garten“ kann die Gestaltung, aber auch seine Größe gemeint sein. Ein zusätzlicher Satz mit konkreten Merkmalen löst die Mehrdeutigkeit besser als weitere wertende Adjektive.

Weitere Wörter kannst du in der Adjektivliste mit Suche und Wortauswahl entdecken und für deinen Text sammeln.