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arbeitslos

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
arbeitslos
Worttrennung
ar·beits·los

Die sachliche Beschäftigungslage wird gewöhnlich nicht gesteigert. Wer länger arbeitslos ist, ist nicht deshalb arbeitsloser. In ein arbeitsloser Nachbar ist die Endung -er kein Komparativ. Dauerangaben wie seit vier Monaten sagen hier mehr.

Formen und Verwendung im Detail

Arbeitslos bedeutet im allgemeinen Sprachgebrauch, trotz Arbeitsfähigkeit keine berufliche Beschäftigung zu haben.

Was bedeutet arbeitslos?

Arbeitslos beschreibt die berufliche Beschäftigungssituation einer Person. Es sagt nicht, dass sie den ganzen Tag nichts tut. Stellensuche, Familienarbeit, Lernen oder ehrenamtliche Aufgaben können Zeit und Kraft beanspruchen, ohne eine berufliche Anstellung zu sein.

Besonders wichtig ist der Unterschied zwischen Lebenslage und persönlicher Haltung. Aus fehlender Beschäftigung folgen weder fehlender Fleiß noch fehlende Fähigkeiten. Ein Text kann etwa die Schließung eines Betriebs als Hintergrund nennen. Die Ursachen muss man aus dem Zusammenhang erschließen; sie stehen nicht bereits im Adjektiv.

In amtlichen Statistiken und im Sozialrecht kann arbeitslos genauer abgegrenzt sein. Für eine sprachliche Analyse darf eine alltägliche Verwendung nicht stillschweigend mit einer bestimmten rechtlichen Einstufung gleichgesetzt werden.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Nach der Betriebsschließung war Amir mehrere Monate arbeitslos.“ Der Satz beschreibt eine zeitlich begrenzte Situation und nennt ihren Hintergrund.
  • „Obwohl sie arbeitslos war, hatte sie durch Bewerbungen und die Pflege des Gartens einen festen Tagesablauf.“ Fehlende Berufstätigkeit und alltägliche Aktivität werden ausdrücklich unterschieden.
  • „Der Erzähler nennt die Figur arbeitslos, erläutert aber nicht, wie es dazu gekommen ist.“ Die Analyse hält eine Wissensgrenze fest, statt eine Ursache zu erfinden.

Arbeitslos, arbeitsunfähig oder untätig?

Arbeitsunfähig betrifft die Möglichkeit, die Arbeit auszuüben; arbeitslos das Fehlen beruflicher Beschäftigung. Untätig beschreibt dagegen, dass jemand in einer Situation nicht handelt. Diese Wörter dürfen deshalb nicht beliebig füreinander eingesetzt werden.

Fleißig bewertet ausdauernden Einsatz. Auch eine arbeitslose Person kann fleißig lernen oder eine andere Aufgabe übernehmen. Für die Charakterisierung braucht es solche konkreten Handlungen; die Beschäftigungssituation genügt als Beleg nicht.

Schreibung und substantivierte Formen

Arbeitslos wird zusammengeschrieben, mit Fugen-s zwischen Arbeit und los. Attributiv heißt es ein arbeitsloser Mann oder eine arbeitslose Frau. Wird das Adjektiv als Nomen verwendet, schreibt man groß: ein Arbeitsloser, der Arbeitslose, eine Arbeitslose, zwei Arbeitslose.

Dauer und Steigerung unterscheiden

Die sachliche Beschäftigungslage wird gewöhnlich nicht gesteigert. Wer länger arbeitslos ist, ist nicht deshalb arbeitsloser. In ein arbeitsloser Nachbar ist die Endung -er kein Komparativ. Dauerangaben wie seit vier Monaten sagen hier mehr.

Beugung im Überblick

Vor einem Nomen richtet sich die Endung nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Die Tabellen zeigen die Grundstufe. Die gemischten Pluralformen passen etwa nach keine oder meine; einen Plural von ein gibt es nicht.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativarbeitsloserarbeitslosearbeitslosesarbeitslose
Genitivarbeitslosenarbeitsloserarbeitslosenarbeitsloser
Dativarbeitslosemarbeitsloserarbeitslosemarbeitslosen
Akkusativarbeitslosenarbeitslosearbeitslosesarbeitslose
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativarbeitslosearbeitslosearbeitslosearbeitslosen
Genitivarbeitslosenarbeitslosenarbeitslosenarbeitslosen
Dativarbeitslosenarbeitslosenarbeitslosenarbeitslosen
Akkusativarbeitslosenarbeitslosearbeitslosearbeitslosen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativarbeitsloserarbeitslosearbeitslosesarbeitslosen
Genitivarbeitslosenarbeitslosenarbeitslosenarbeitslosen
Dativarbeitslosenarbeitslosenarbeitslosenarbeitslosen
Akkusativarbeitslosenarbeitslosearbeitslosesarbeitslosen

Die Grundregeln erklärt der Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Lebenslage und Charakter getrennt beschreiben

Erfundene Szene: Eine Figur verliert nach der Schließung ihrer Werkstatt die Stelle. Sie überarbeitet Bewerbungen, versorgt ihre Kinder und unterstützt eine Nachbarin bei Reparaturen.

Die Figur ist nach der Schließung der Werkstatt arbeitslos. Ihr Tagesablauf zeigt dennoch anhaltende Tätigkeit. Die Bewerbungen verdeutlichen ihre Suche nach einer neuen Stelle; die Reparaturen zeigen konkrete Hilfsbereitschaft.

Der Absatz verwendet für jede Aussage einen eigenen Hinweis. Er ersetzt die Beschreibung der Lebenslage weder durch ein Lob noch durch einen pauschalen Vorwurf.

Weitere Wörter kannst du in der Adjektivliste mit Suche und Wortauswahl entdecken und für deinen Text sammeln.