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arbeitsunfähig

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
arbeitsunfähig
Worttrennung
ar·beits·un·fä·hig

Für sachliche Vergleiche sind Zeitraum und Tätigkeit genauer. Ein längerer Zeitraum bedeutet keinen automatisch stärkeren Grad; arbeitsunfähiger kann bloße Beugung sein.

Formen und Verwendung im Detail

Arbeitsunfähig bezeichnet eine Person, die insbesondere wegen Krankheit oder einer körperlichen Beeinträchtigung ihre Arbeit nicht ausüben kann.

Was bedeutet arbeitsunfähig?

Das Wort beschreibt eine fehlende Möglichkeit zur Arbeitsausübung. Der Grund liegt dabei besonders in einer Erkrankung oder Beeinträchtigung. Es ist keine Aussage über den Willen zu arbeiten. Eine Person kann gern zu ihrer Tätigkeit zurückkehren wollen und zugleich arbeitsunfähig sein.

In einem Text sollten Tätigkeit und zeitlicher Zusammenhang erkennbar bleiben. „Zurzeit arbeitsunfähig“ beschreibt einen gegenwärtigen Zustand. Daraus folgt weder, dass die Person dauerhaft nicht arbeiten kann, noch, dass sie zu jeder alltäglichen Handlung außerstande ist. Das Wort allein nennt auch keine Diagnose. Im medizinischen und sozialrechtlichen Gebrauch kommt es auf den jeweiligen genauen Zusammenhang an.

Eigene Sprachbeispiele

  • „Im Brief erklärt er, dass er krankheitsbedingt vorübergehend arbeitsunfähig ist.“ Der Satz nennt einen Anlass und begrenzt den Zeitraum, ohne eine dauerhafte Eigenschaft zu behaupten.
  • „Die Erzählung stellt der arbeitsunfähigen Figur einen Nachbarn gegenüber, der ihr bei Einkäufen hilft.“ Die Bezeichnung beschreibt ihre Situation; das Verhalten des Nachbarn liefert eine eigene Beobachtung.
  • „Sie wollte das Projekt weiterführen, war in dieser Zeit jedoch arbeitsunfähig.“ Bereitschaft und Möglichkeit treten auseinander. Gerade dieses Verhältnis erklärt den Gegensatz im Satz.

Nicht mit arbeitslos oder faul verwechseln

Arbeitslos bezeichnet fehlende berufliche Beschäftigung. Eine Arbeitsstelle zu haben und die Arbeit ausüben zu können, sind unterschiedliche Dinge. Arbeitsfähig benennt die Fähigkeit zur Ausübung und bildet hier den Gegenbegriff.

Faul enthält dagegen einen Vorwurf mangelnder Anstrengungsbereitschaft. Dieser Vorwurf lässt sich aus Arbeitsunfähigkeit nicht ableiten. Auch arbeitsunwillig beträfe den Willen statt die Möglichkeit. In einer Figurenanalyse sollte ein entsprechendes Urteil anderer Figuren deshalb als deren Bewertung kenntlich bleiben.

Schreibung und Grammatik

Geschrieben wird arbeitsunfähig: Arbeit mit Fugen-s und unfähig. Das Substantiv heißt Arbeitsunfähigkeit. Vor einem Nomen wird das Adjektiv gebeugt: eine arbeitsunfähige Person. In Sie bleibt arbeitsunfähig steht die Grundform.

Zeitraum statt pauschaler Steigerung

Für eine sachliche Beschreibung sind Zeitangaben und der Bezug zur Tätigkeit meist aussagekräftiger als arbeitsunfähiger. In ein arbeitsunfähiger Mitarbeiter ist -er lediglich die Beugungsendung. Ein längerer Zeitraum bedeutet nicht automatisch einen stärkeren Grad.

Beugung im Überblick

Vor einem Nomen richtet sich die Endung nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Die Tabellen zeigen die Grundstufe. Die gemischten Pluralformen passen etwa nach keine oder meine; einen Plural von ein gibt es nicht.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativarbeitsunfähigerarbeitsunfähigearbeitsunfähigesarbeitsunfähige
Genitivarbeitsunfähigenarbeitsunfähigerarbeitsunfähigenarbeitsunfähiger
Dativarbeitsunfähigemarbeitsunfähigerarbeitsunfähigemarbeitsunfähigen
Akkusativarbeitsunfähigenarbeitsunfähigearbeitsunfähigesarbeitsunfähige
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativarbeitsunfähigearbeitsunfähigearbeitsunfähigearbeitsunfähigen
Genitivarbeitsunfähigenarbeitsunfähigenarbeitsunfähigenarbeitsunfähigen
Dativarbeitsunfähigenarbeitsunfähigenarbeitsunfähigenarbeitsunfähigen
Akkusativarbeitsunfähigenarbeitsunfähigearbeitsunfähigearbeitsunfähigen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativarbeitsunfähigerarbeitsunfähigearbeitsunfähigesarbeitsunfähigen
Genitivarbeitsunfähigenarbeitsunfähigenarbeitsunfähigenarbeitsunfähigen
Dativarbeitsunfähigenarbeitsunfähigenarbeitsunfähigenarbeitsunfähigen
Akkusativarbeitsunfähigenarbeitsunfähigearbeitsunfähigesarbeitsunfähigen

Die Grundregeln erklärt der Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Eine Lebenssituation in der Analyse einordnen

Erfundene Szene: Nach einer Erkrankung kann eine Figur ihre Arbeit zeitweise nicht ausüben. Sie erkundigt sich dennoch regelmäßig nach dem gemeinsamen Projekt.

Die Figur ist vorübergehend arbeitsunfähig, bleibt dem Projekt aber verbunden. Ihre Nachfragen zeigen Interesse. Sie erlauben weder ein Urteil über den genauen Gesundheitszustand noch die Schlussfolgerung, die Arbeitsunfähigkeit sei nicht ernst zu nehmen.

Die Formulierung trennt den im Text mitgeteilten Zustand von einer beobachteten Haltung. Für eine reale literarische Analyse müssen beide Teile an tatsächlichen Textstellen nachvollziehbar sein.

Weitere Wörter kannst du in der Adjektivliste mit Suche und Wortauswahl entdecken und für deinen Text sammeln.