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deprimiert

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
deprimiert
Worttrennung
de·pri·miert
Komparativ
deprimierter
Superlativ
am deprimiertesten

Die Steigerung vergleicht eine gedrückte Gefühlslage, keine Diagnose. Deprimierend nennt eine Wirkung auf andere, deprimiert den davon erfassten Zustand.

Formen und Verwendung im Detail

Deprimiert beschreibt eine bedrückte, entmutigte Gefühlslage. Eine Person kann nach einem Rückschlag deprimiert sein; auch ihre Stimme oder ihr Gesichtsausdruck können so wirken. Das Wort allein stellt keine medizinische Diagnose.

Was bedeutet deprimiert?

Im Mittelpunkt steht ein Verlust an Zuversicht oder eine gedrückte Stimmung. Wer deprimiert aus einem Gespräch geht, fühlt sich danach beispielsweise mutlos oder niedergeschlagen. Welche Empfindung überwiegt und wie lange sie anhält, bleibt ohne weitere Angaben offen. Das Adjektiv nennt einen Zustand, keinen unveränderlichen Charakterzug.

Bei einem Gesichtsausdruck ist außerdem die Perspektive wichtig: „Sie wirkt deprimiert“ beschreibt den Eindruck einer beobachtenden Person. „Sie sagt, sie sei deprimiert“ gibt eine Selbstauskunft wieder. Ein schweigender Mensch kann vieles empfinden; das Schweigen allein begründet noch keine sichere Aussage über sein Inneres.

Synonyme mit unterschiedlichen Schwerpunkten

AlternativeWas sie hervorhebtWorauf zu achten ist
niedergeschlagenEine deutlich gedrückte Stimmung.Passt oft gut, ohne einen bestimmten Anlass festzulegen.
entmutigtFehlender Mut zum Weitermachen.Hebt stärker den Bezug zu einer Aufgabe oder Aussicht hervor.
betrübtKummer oder Traurigkeit.Klingt häufig zurückhaltender oder gehobener; der Verlust an Zuversicht muss nicht gemeint sein.
enttäuschtEine Erwartung hat sich nicht erfüllt.Kann den Anlass beschreiben, ohne dieselbe gedrückte Gefühlslage zu behaupten.

Betrübt eignet sich besonders, wenn Kummer im Vordergrund steht. Depressiv ist dagegen wegen seines medizinischen Gebrauchs kein unbedenkliches Verstärkungswort für jede schlechte Stimmung. Bei einer ausdrücklich benannten Erkrankung darf deren Bedeutung umgekehrt nicht durch einen beiläufigen Austausch abgeschwächt werden.

Zwei eigene Satzpaare

Ausgangssatz: „Nach der dritten Absage war Farid deprimiert.“ Alternative: „Nach der dritten Absage war Farid niedergeschlagen.“ Die Alternative bewahrt die Aussage über die Stimmung. Sie sagt ebenso wenig, wie lange diese anhält. „Entmutigt“ würde zusätzlich nahelegen, dass Farid kaum noch Hoffnung auf eine weitere Bewerbung hat; das müsste zum übrigen Zusammenhang passen.

Ausgangssatz: „Die Spielerin wirkte deprimiert, obwohl ihr Versuch knapp gelungen war.“ Alternative: „Die Spielerin wirkte enttäuscht, obwohl ihr Versuch knapp gelungen war.“ Der erste Satz schildert den äußeren Eindruck einer gedrückten Stimmung. Der zweite legt eine unerfüllte Erwartung nahe, etwa ein erhofftes besseres Ergebnis. Weil dieser Grund im Ausgangssatz nicht feststeht, verändert der Ersatz die Deutung.

Grammatik und die ähnliche Form deprimierend

Deprimiert ist ein Adjektiv und zugleich die Form des Partizips II von deprimieren. Vor Nomen erhält es Endungen: ein deprimierter Besucher, eine deprimierte Besucherin, mit deprimierten Gesichtern. Nach sein oder wirken steht die Grundform. Abstufungen sind möglich: deprimierter, am deprimiertesten. Solche Vergleiche bewerten die Stärke des beschriebenen Eindrucks; sie ergeben keine medizinische Einstufung.

Deprimierend beschreibt dagegen die Wirkung: Eine Nachricht kann deprimierend sein und jemanden deprimiert zurücklassen. Deshalb sind „ein deprimierter Zuhörer“ und „ein deprimierender Zuhörer“ keine gleichbedeutenden Formulierungen. Im zweiten Fall geht es um die Wirkung, die der Zuhörer auf andere hat.

Beugung von deprimiert

Ein deprimierter Zuhörer ist niedergeschlagen. Ein deprimierender Zuhörer wirkt dagegen auf andere bedrückend; deprimierend ist keine Beugungsform von deprimiert.

Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativdeprimierterdeprimiertedeprimiertesdeprimierte
Genitivdeprimiertendeprimierterdeprimiertendeprimierter
Dativdeprimiertemdeprimierterdeprimiertemdeprimierten
Akkusativdeprimiertendeprimiertedeprimiertesdeprimierte
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativdeprimiertedeprimiertedeprimiertedeprimierten
Genitivdeprimiertendeprimiertendeprimiertendeprimierten
Dativdeprimiertendeprimiertendeprimiertendeprimierten
Akkusativdeprimiertendeprimiertedeprimiertedeprimierten
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativdeprimierterdeprimiertedeprimiertesdeprimierten
Genitivdeprimiertendeprimiertendeprimiertendeprimierten
Dativdeprimiertendeprimiertendeprimiertendeprimierten
Akkusativdeprimiertendeprimiertedeprimiertesdeprimierten

Eine Stimmung im Text belegen

Erfundene Analysesituation: Eine Figur sagt nach mehreren Rückschlägen, ihr fehle jeder Mut für einen neuen Versuch, und legt ihre Pläne weg. „Sie reagiert deprimiert auf die Rückschläge“ kann diese Selbstaussage und Handlung zusammenfassen. Präziser bleibt der Satz, wenn er den Anlass nennt und nicht behauptet, die Figur sei grundsätzlich ein deprimierter Mensch. Eine spätere zuversichtliche Szene kann den Zustand verändern, ohne dass beide Beobachtungen einander widersprechen.