fettleibig
Form & Grammatik
- Stichwort
- fettleibig
- Worttrennung
- fett·lei·big
- Komparativ
- fettleibiger
- Superlativ
- am fettleibigsten
Sprachlich sind fettleibiger und am fettleibigsten möglich. Für genaue Beschreibungen ist ein solcher pauschaler Vergleich jedoch oft wenig aussagekräftig. Fettleibiger in ein fettleibiger Besucher kann außerdem schlicht die männliche Endungsform der Grundstufe sein und muss keinen Vergleich enthalten.
Fettleibig: eine ausgeprägte Körperfülle beziehungsweise starkes Übergewicht aufweisend.
Was bedeutet fettleibig?
Fettleibig bezieht sich auf die körperliche Erscheinung eines Menschen. In allgemeinsprachlichen Beschreibungen meint es eine deutlich ausgeprägte Körperfülle. Das zugehörige Nomen lautet Fettleibigkeit. Im medizinischen Zusammenhang wird dafür auch der Begriff Adipositas verwendet.
Eine literarische Beschreibung und eine medizinische Einordnung sind dennoch nicht dasselbe. Wenn ein Erzähler eine Figur fettleibig nennt, erfahren wir zunächst, wie er ihren Körper beschreibt. Der Satz allein enthält keine Messwerte und erklärt weder Ursachen noch gesundheitliche Folgen im Einzelfall.
Für eine Charakterisierung ist die Trennung von Aussehen und Verhalten besonders wichtig. Körperfülle belegt weder Bequemlichkeit noch Genussfreude, Unbeherrschtheit oder Gutmütigkeit. Wenn eine Erzählung solche Verbindungen nahelegt, kann man sie als Deutung der erzählenden Stimme untersuchen. Man sollte sie nicht ungeprüft als Tatsache übernehmen.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Der Erzähler beschreibt einen fettleibigen Besucher mit dunklem Mantel.“ Die Angabe betrifft das Äußere der Figur.
- „Die fettleibige Figur reagiert in der Szene aufmerksam und geduldig.“ Das Verhalten wird durch eigene Beobachtungen beschrieben.
- „Das Wort fettleibig erklärt nicht, wodurch die Körperfülle entstanden ist.“ Eine Zustandsbeschreibung ist noch keine Ursachenangabe.
Synonyme für fettleibig: passend zum Zusammenhang
Fettleibig bezieht sich auf ausgeprägte Körperfülle beziehungsweise starkes Übergewicht. Nahe Wörter unterscheiden sich in Genauigkeit, Register und Wertung. Ein bloßer Austausch kann daher eine Beschreibung abschwächen, verletzender machen oder ihr einen fachlichen Anspruch geben, den die vorhandenen Angaben nicht tragen.
| Ersatzwort | Passt bei | Unterschied |
|---|---|---|
| stark übergewichtig | einer entsprechend eingeordneten Körperbeschaffenheit | Nahe Umschreibung; sie benötigt ebenfalls einen passenden sachlichen Bezug. |
| adipös | medizinischem Sprachgebrauch | Fachliche Bezeichnung, keine Diagnose allein nach einem Erzählerwort. |
| füllig | einer rundlichen äußeren Erscheinung | Ist zurückhaltender und häufig weniger stark. |
| korpulent | einer kräftigen, vollen Körpererscheinung | Wirkt beschreibend und legt keine genaue medizinische Einordnung fest. |
Wörter im Satz vergleichen
Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.
Ausgangssatz: „Der Erzähler führt den Besucher als fettleibig ein.“
Alternative: „Der Erzähler führt den Besucher als korpulent ein.“
Korpulent nimmt die Aussage etwas zurück und bleibt stärker beim äußeren Eindruck. Der Wechsel kann deshalb die Zeichnung der Figur verändern, statt nur stilistisch abwechslungsreich zu sein.
Ausgangssatz: „Die Beschreibung nennt eine fettleibige Figur.“
Alternative: „Die Beschreibung nennt eine füllige Figur.“
Füllig klingt weniger stark. Beide Angaben betreffen zunächst das Aussehen; Geduld, Hilfsbereitschaft oder Bequemlichkeit lassen sich daraus nicht ableiten.
Hier passt der Austausch nicht: Feist ist kein neutraler Ersatz für fettleibig. Das Wort kann deutliche Abneigung und eine unangenehm selbstzufriedene Wirkung transportieren. Ein solcher Austausch fügt der Körperbeschreibung eine zusätzliche Wertung hinzu.
Eine literarische Darstellung liefert nicht automatisch eine medizinische Diagnose. Auch Ursachen oder gesundheitliche Folgen sind aus dem einzelnen Adjektiv nicht abzulesen. Für eine Charakterisierung sollten äußere Beschreibung und Handlungen getrennt ausgewertet werden. Wenn die Körperangabe für die Fragestellung keinen Nutzen hat, ist ihre Weglassung oft genauer als die Suche nach einem möglichst unauffälligen Ersatzwort.
Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Adipös ist die entsprechende medizinische Bezeichnung. Ihre Verwendung verlangt einen passenden fachlichen Zusammenhang. Füllig beschreibt eine rundliche, volle Erscheinung und wird häufig zurückhaltender gebraucht.
Feist besitzt bei Personen einen deutlich abwertenden Beiklang. Fettleibig ist deshalb nicht mit jeder wertenden Körperbeschreibung gleichzusetzen. Auch ein vermeintlich sachliches Wort kann jedoch je nach Gesprächssituation als herabsetzend empfunden werden.
Schreibweise und Grammatik
Fettleibig wird zusammengeschrieben: Fett und Leib bleiben als Wortteile erkennbar. Es heißt ein fettleibiger Besucher, eine fettleibige Figur und mit fettleibigen Personen. Das Adjektiv wird im Satzinneren klein geschrieben. Bei einer substantivierten Verwendung wie der Fettleibige steht ein Großbuchstabe; die Person wird dabei ausschließlich über dieses Merkmal bezeichnet.
Steigerung
Sprachlich sind fettleibiger und am fettleibigsten möglich. Für genaue Beschreibungen ist ein solcher pauschaler Vergleich jedoch oft wenig aussagekräftig. Fettleibiger in ein fettleibiger Besucher kann außerdem schlicht die männliche Endungsform der Grundstufe sein und muss keinen Vergleich enthalten.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | fettleibiger | fettleibige | fettleibiges | fettleibige |
| Genitiv | fettleibigen | fettleibiger | fettleibigen | fettleibiger |
| Dativ | fettleibigem | fettleibiger | fettleibigem | fettleibigen |
| Akkusativ | fettleibigen | fettleibige | fettleibiges | fettleibige |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | fettleibige | fettleibige | fettleibige | fettleibigen |
| Genitiv | fettleibigen | fettleibigen | fettleibigen | fettleibigen |
| Dativ | fettleibigen | fettleibigen | fettleibigen | fettleibigen |
| Akkusativ | fettleibigen | fettleibige | fettleibige | fettleibigen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | fettleibiger | fettleibige | fettleibiges | fettleibigen |
| Genitiv | fettleibigen | fettleibigen | fettleibigen | fettleibigen |
| Dativ | fettleibigen | fettleibigen | fettleibigen | fettleibigen |
| Akkusativ | fettleibigen | fettleibige | fettleibiges | fettleibigen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung wird eine Figur zunächst als fettleibig vorgestellt. Später hört sie einer verunsicherten Kollegin zu und erklärt ihr ruhig eine Aufgabe. Ben soll den Text charakterisieren und trennt die anfängliche Körperbeschreibung von den späteren Handlungen.
Die Erzählung beschreibt die Figur äußerlich als fettleibig. Ihre Geduld wird dagegen durch das ruhige Erklären und aufmerksame Zuhören sichtbar. Beide Angaben gehören zur Darstellung, beruhen aber auf unterschiedlichen Beobachtungen.
Der Absatz vermeidet einen Schluss vom Körper auf den Charakter. Ebenso behauptet er keine medizinische Diagnose aus einer einzelnen Erzählerformulierung. Entscheidend bleibt, welche Art von Aussage der Text tatsächlich stützt.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
