füllig

Füllig: volle, rundliche oder üppige Formen aufweisend; bei Klang voluminös, bei Wein auch reich an Bukett.

Adjektivliste & Wortwerkstatt öffnen

Was bedeutet füllig?

Füllig beschreibt einen Eindruck von Fülle. Bei einer Person sind damit meist volle, rundliche Körperformen gemeint. Bei Haaren kann das Wort üppiges Volumen und bei einem Polster eine weiche, reichliche Füllung bezeichnen. Das gemeinsame Merkmal ist nicht eine feste messbare Größe, sondern die wahrgenommene Fülle.

Auch ein Klang kann füllig sein. Dann geht es um einen vollen, voluminösen Klangeindruck. Lautstärke allein erklärt diese Eigenschaft nicht: Ein Ton kann laut und trotzdem dünn wirken. In der Weinsprache kann füllig außerdem ein reiches Bukett beschreiben.

Die Wirkung des Wortes hängt vom Bezug ab. Bei Haaren oder einem Klang kann es als Lob verstanden werden. Bei Körperformen ist es eine Beschreibung des Äußeren, die von der angesprochenen Person dennoch als wertend empfunden werden kann. Eine Charaktereigenschaft wird damit nicht bezeichnet.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Das Kissen hat eine füllige, weiche Form.“ Die Beschreibung hebt den Eindruck von Volumen hervor.
  • „Die tiefen Töne geben dem Ensemble einen fülligen Klang.“ Gemeint ist ein voller Klangeindruck, nicht nur Lautstärke.
  • „Der Text beschreibt die Figur als füllig und ihre Haltung als aufrecht.“ Zwei Merkmale des Äußeren werden nebeneinandergestellt.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Fleischig bezieht sich häufig auf bestimmte Körperteile oder auf viel Fruchtfleisch. Füllig hat einen weiteren Anwendungsbereich und passt beispielsweise auch zu Klang oder Polstern.

Fettleibig bezeichnet eine stärker ausgeprägte Körperfülle. Feist enthält bei Personen gewöhnlich eine abwertende Wertung. Füllig ist deshalb nicht ohne Weiteres durch eines dieser Wörter ersetzbar.

Schreibweise und Grammatik

Füllig wird mit ü und zwei l geschrieben. Die Formen lauten ein fülliger Klang, eine füllige Form und mit fülligen Polstern. Der vollständige Stamm füllig bleibt erhalten, wenn eine Beugungsendung hinzukommt. In der Klang wirkt füllig steht die Grundform. Das ähnlich geschriebene fällig hat eine andere Bedeutung und gehört nicht zu den Beugungsformen.

Steigerung

Die Steigerung lautet fülliger und am fülligsten. Beim Vergleich sollte erkennbar sein, ob es um Körperform, Volumen oder Klang geht. Ein fülliger Klang enthält noch keinen Vergleich; ein fülligerer Klang besitzt dagegen zusätzlich zur Vergleichsendung eine Endung für seine Stellung vor dem Nomen.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativfülligerfülligefülligesfüllige
Genitivfülligenfülligerfülligenfülliger
Dativfülligemfülligerfülligemfülligen
Akkusativfülligenfülligefülligesfüllige
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativfülligefülligefülligefülligen
Genitivfülligenfülligenfülligenfülligen
Dativfülligenfülligenfülligenfülligen
Akkusativfülligenfülligefülligefülligen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativfülligerfülligefülligesfülligen
Genitivfülligenfülligenfülligenfülligen
Dativfülligenfülligenfülligenfülligen
Akkusativfülligenfülligefülligesfülligen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Musikprobe spielen zwei Gruppen dieselbe Melodie bei ähnlicher Lautstärke. Bei der zweiten Gruppe treten die tiefen Stimmen stärker hervor. In der Besprechung bezeichnet Aylin deren Gesamtklang als fülliger und erklärt, worauf sie diesen Eindruck bezieht.

Der zweite Vortrag wirkt fülliger, weil die tiefen Stimmen den Gesamtklang stärker ausfüllen. Die Beschreibung bezieht sich auf das Klangbild und nicht allein auf die Lautstärke. Beide Fassungen können deshalb ähnlich laut und dennoch verschieden füllig erscheinen.

Das Beispiel macht einen wahrgenommenen Unterschied nachvollziehbar, statt füllig nur als unspezifisches Lob zu verwenden. Es behauptet keine allgemeine Regel, dass ein fülligerer Klang immer der passendere oder bessere sein müsse.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.