hochmögend

Hochmögend: veraltet: einflussreich und angesehen; heute noch in spöttischem Gebrauch.

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Was bedeutet hochmögend?

Hochmögend ist ein veraltetes Adjektiv für eine einflussreiche und angesehene Stellung. Es begegnet heute vor allem noch, wenn diese Stellung spöttisch hervorgehoben wird. Eine hochmögende Person wird dann nicht einfach neutral beschrieben, sondern mit hörbarer Distanz bezeichnet.

Der Spott kann sich gegen einen überhöhten Anspruch auf Bedeutung oder gegen demonstrativ gezeigte Macht richten. Ob eine Person tatsächlich großen Einfluss besitzt, ist damit jedoch noch nicht geklärt. Die Bezeichnung kann sowohl vorhandene Macht kommentieren als auch deren Inszenierung verspotten.

Das Wort bedeutet nicht besonders gern mögen. Seine heutige Durchsichtigkeit ist begrenzt; gerade deshalb eignet es sich für einen altertümlich klingenden, ironischen Ton. In einer sachlichen Zusammenfassung sind einflussreich oder angesehen meist unmittelbarer verständlich.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Der Erzähler spricht spöttisch von den hochmögenden Herren des Vereins.“ Die Wortwahl schafft Abstand zu ihrer beanspruchten Bedeutung.
  • „Im älter wirkenden Text wird ein hochmögender Gönner erwähnt.“ Einfluss und Ansehen können den wörtlichen Bezug bilden.
  • „Sie nennt ihn hochmögend, obwohl er nur über Nebensachen entscheidet.“ Der Gegensatz kann die spöttische Wirkung verstärken.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Hochgeachtet hebt die große Achtung anderer hervor und kann ohne Spott verwendet werden. Hochmögend klingt heute deutlich altertümlicher und oft distanzierend. Einfluss und moralische Anerkennung sind zudem keine identischen Eigenschaften.

Hochmütig beschreibt überhebliches Verhalten. Hochmögend kann solches Verhalten spöttisch begleiten, bedeutet aber in seiner Grundbedeutung einflussreich und angesehen. Die Wörter dürfen daher nicht allein wegen ihres ähnlichen Anfangs gleichgesetzt werden.

Schreibweise und Grammatik

Hochmögend wird zusammengeschrieben, mit ö und der Endung -end. Gebeugte Formen lauten ein hochmögender Herr, eine hochmögende Persönlichkeit und mit hochmögenden Personen. Der Stamm bleibt hochmögend-. Anders als beim einfachen Adjektiv hoch wird das ch vor diesen Endungen nicht entfernt.

Steigerung

Eine gewöhnliche Steigerung ist bei dem seltenen, bereits stark markierten Ausdruck nicht üblich. Einflussreicher oder noch angesehener benennt einen wirklichen Vergleich klarer. Hochmögender in ein hochmögender Herr ist eine Endungsform der Grundstufe. Ironische Überbietungen wären eine bewusste sprachliche Wirkung, keine neutrale Vergleichsreihe.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativhochmögenderhochmögendehochmögendeshochmögende
Genitivhochmögendenhochmögenderhochmögendenhochmögender
Dativhochmögendemhochmögenderhochmögendemhochmögenden
Akkusativhochmögendenhochmögendehochmögendeshochmögende
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativhochmögendehochmögendehochmögendehochmögenden
Genitivhochmögendenhochmögendenhochmögendenhochmögenden
Dativhochmögendenhochmögendenhochmögendenhochmögenden
Akkusativhochmögendenhochmögendehochmögendehochmögenden
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativhochmögenderhochmögendehochmögendeshochmögenden
Genitivhochmögendenhochmögendenhochmögendenhochmögenden
Dativhochmögendenhochmögendenhochmögendenhochmögenden
Akkusativhochmögendenhochmögendehochmögendeshochmögenden

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Satire besteht ein Vereinsvorsitzender darauf, jede Kleinigkeit persönlich zu genehmigen. Die Erzählerin nennt ihn hochmögend, während sie schildert, wie er lange über die Farbe der Servietten entscheidet. Sein tatsächlicher Einfluss bleibt auf den kleinen Verein begrenzt.

Die Bezeichnung hochmögend vergrößert den Anspruch des Vorsitzenden sprachlich und macht ihn dadurch lächerlich. Der Spott entsteht aus dem Abstand zwischen dem feierlichen Wort und der unbedeutenden Entscheidung. Die Erzählerin übernimmt seinen Selbstanspruch gerade nicht ungebrochen.

Der Absatz erklärt die Ironie aus einem konkreten Gegensatz. Er setzt die Wortwahl nicht automatisch mit einer objektiven Machtbeschreibung gleich. Die Szene ist erfunden; sie soll zeigen, wie eine veraltete Bezeichnung in einem neuen Text bewusst eingesetzt werden kann.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.