implizit
Form & Grammatik
- Lemma
- implizit
- Wortart
- Adjektiv
- Worttrennung
- im·pli·zit
- Steigerung und Gebrauch
- In der beschriebenen Bedeutung gewöhnlich nicht steigerbar. Formen wie impliziter sind hier gebeugte Grundformen.
Implizit bedeutet mitgemeint oder mit enthalten, ohne ausdrücklich ausgesprochen zu sein. In der Mathematik bezeichnet es auch eine Darstellung durch eine Beziehung, die nicht nach der betrachteten Größe aufgelöst ist.
Bedeutungen
Unausgesprochen mitgemeint
Eine implizite Aussage wird aus dem Zusammenhang verstanden. Sie kann bewusst indirekt formuliert sein, muss aber nicht absichtlich verborgen werden. Eine Deutung sollte sich am tatsächlich Gesagten oder Gezeigten belegen lassen.
„Der Bus fällt aus. Wir kommen später.“
Der Zusammenhang legt nahe, dass der Busausfall die Verspätung erklärt. Das Wort weil fehlt; die Beziehung bleibt implizit.
In einer mathematischen Beziehung dargestellt
Bei einer impliziten Darstellung wird eine Beziehung zwischen Größen angegeben, ohne die betrachtete Größe ausdrücklich allein auf eine Seite zu stellen. In geeigneten Fällen lässt sich daraus eine explizite Darstellung gewinnen.
„Die Gerade wird durch x + y = 5 implizit und durch y = 5 − x explizit dargestellt.“
Beide Gleichungen beschreiben hier dieselbe Beziehung. In der zweiten steht y allein auf einer Seite. Daraus folgt nicht, dass jede beliebige Beziehung überall nach jeder Größe auflösbar wäre.
implizit: Synonyme und andere Wörter
Nicht ausdrücklich ausgesprochen
unausgesprochen · indirekt · mitgemeint
Unausgesprochen hebt hervor, dass etwas nicht direkt genannt wird. Indirekt ist weiter: Es kann auch einen Umweg bei einer Handlung bezeichnen. Mitgemeint passt besonders gut zum Inhalt einer Äußerung.
„Die Kritik bleibt implizit.“ – „Die Kritik wird nicht ausdrücklich ausgesprochen.“ Beide Sätze betreffen die Form der Mitteilung.
Der Gegensatz
Explizit und ausdrücklich bezeichnen eine direkte, klare Benennung. Der Gegensatz betrifft die Darstellung, nicht automatisch Wahrheit oder Falschheit des Inhalts.
„Ben unterbricht Alina dreimal“ zeigt ein Verhalten. „Ben verhält sich in dieser Szene ungeduldig“ benennt die Deutung ausdrücklich.
Beispiele und Verwendung
In einer Erzählung unterbricht Ben Alina mehrfach und beendet ihre Sätze. Daraus kann eine Leserin für diese Szene auf Ungeduld schließen. Die Eigenschaft wird dann durch das Verhalten implizit vermittelt, sofern der Text sie nicht zusätzlich ausdrücklich nennt.
Diese Deutung macht Ben nicht zwangsläufig in jeder Lebenslage zu einem ungeduldigen Menschen. Eine implizite Charakterisierung braucht konkrete Textstellen und sollte deren Reichweite beachten. Das Verb implizieren bezeichnet das Mitenthalten oder Mitsagen eines solchen Inhalts.
Grammatik und Beugung
Es heißt ein impliziter Hinweis, eine implizite Annahme und mit impliziten Voraussetzungen. In Die Kritik bleibt implizit oder Sie kritisiert ihn implizit steht die endungslose Grundform. Der unterschiedliche Gebrauch begründet hier keinen zweiten Wortartikel.
In der beschriebenen Bedeutung wird gewöhnlich nicht gesteigert. Ein impliziter Hinweis enthält somit die Beugungsendung der Grundstufe, keinen Vergleich. Soll eine Abstufung ausgedrückt werden, ist eine Umschreibung wie noch weniger ausdrücklich oft genauer.
Die Tabellen zeigen die gebeugte Grundstufe. Bei der gemischten Deklination steht der Plural etwa nach keine oder meine; der unbestimmte Artikel ein hat keinen Plural. Markiert sind die tatsächlichen Endungen.
| Fall | Maskulinum | Femininum | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | impliziter | implizite | implizites | implizite |
| Genitiv | impliziten | impliziter | impliziten | impliziter |
| Dativ | implizitem | impliziter | implizitem | impliziten |
| Akkusativ | impliziten | implizite | implizites | implizite |
| Fall | Maskulinum | Femininum | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | implizite | implizite | implizite | impliziten |
| Genitiv | impliziten | impliziten | impliziten | impliziten |
| Dativ | impliziten | impliziten | impliziten | impliziten |
| Akkusativ | impliziten | implizite | implizite | impliziten |
| Fall | Maskulinum | Femininum | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | impliziter | implizite | implizites | impliziten |
| Genitiv | impliziten | impliziten | impliziten | impliziten |
| Dativ | impliziten | impliziten | impliziten | impliziten |
| Akkusativ | impliziten | implizite | implizites | impliziten |
Herkunft
Implizit geht auf lateinisch implicitum zurück, eine Partizipform von implicare, „hineinfalten“ oder „verwickeln“. Es gehört damit zur gleichen Wortfamilie wie implizieren.
