legitim

Legitim bedeutet berechtigt, gerechtfertigt, anerkannt oder rechtmäßig. Welche dieser Nuancen gemeint ist, hängt vom Zusammenhang ab.

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Was bedeutet legitim?

Ein legitimes Anliegen wird als begründet und vertretbar angesehen. Bei Herrschaft oder Amtsnachfolge kann legitim außerdem die anerkannte Berechtigung zu einer Position bezeichnen. Dabei ist zu fragen, nach welchen Regeln oder Wertvorstellungen die Anerkennung erfolgt.

In historischen Texten kann legitim bei Kindern oder Nachkommen „ehelich“ beziehungsweise nach der damaligen Ordnung erbberechtigt bedeuten. Diese zeitgebundene Verwendung ist keine heutige Wertung des Kindes.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Es ist legitim, nach den Gründen einer Entscheidung zu fragen.“ Die Nachfrage wird als berechtigt anerkannt.
  • „Die Gruppe hält den Wunsch nach einer Pause für legitim.“ Der Wunsch erscheint unter den Umständen nachvollziehbar.
  • „Der historische Bericht bezeichnet ihn als legitimen Nachfolger.“ Die Berechtigung zur Nachfolge wird innerhalb einer bestimmten Ordnung behauptet.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Legal betont die Vereinbarkeit mit geltendem Recht. Legitim kann darüber hinaus nach Rechtfertigung und Anerkennung fragen. Die Trennung ist hilfreich, aber keine starre Regel für jeden alltäglichen Satz.

Nachvollziehbar bedeutet, dass man einen Gedankengang verstehen kann. Man kann ein Motiv nachvollziehen, ohne die damit begründete Handlung legitim zu finden.

Schreibweise und Grammatik

Legitim wird mit g und einem t geschrieben: ein legitimer Wunsch, legitime Interessen. Verwandt sind Legitimität und legitimieren.

Steigerung

Gewöhnlich wird die Berechtigung als solche bezeichnet, ohne Steigerung. Wenn Grade der Anerkennung verglichen werden, sind besser begründet oder breiter anerkannt meist genauer als legitimer.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativlegitimerlegitimelegitimeslegitime
Genitivlegitimenlegitimerlegitimenlegitimer
Dativlegitimemlegitimerlegitimemlegitimen
Akkusativlegitimenlegitimelegitimeslegitime
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativlegitimelegitimelegitimelegitimen
Genitivlegitimenlegitimenlegitimenlegitimen
Dativlegitimenlegitimenlegitimenlegitimen
Akkusativlegitimenlegitimelegitimelegitimen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativlegitimerlegitimelegitimeslegitimen
Genitivlegitimenlegitimenlegitimenlegitimen
Dativlegitimenlegitimenlegitimenlegitimen
Akkusativlegitimenlegitimelegitimeslegitimen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Gruppendiskussion wünscht sich eine Teilnehmerin mehr Zeit für die Vorbereitung.

Ihr Anliegen ist legitim: Die Unterlagen kamen erst am Vorabend, und die Aufgabe verlangt eine sorgfältige Prüfung. Damit ist ihr Wunsch gut begründet; ob der Termin tatsächlich verschoben werden kann, bleibt eine weitere Frage.

Die Formulierung unterscheidet Anerkennung eines Anliegens und Erfüllbarkeit. Ein legitimer Wunsch ist nicht automatisch ein durchsetzbarer Anspruch.

Muss jeder legitime Wunsch erfüllt werden?

Nein. Berechtigung oder Nachvollziehbarkeit eines Wunsches und seine tatsächliche Erfüllung sind verschiedene Fragen.

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