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mistig

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
mistig
Worttrennung
mis·tig
Komparativ
mistiger
Superlativ
am mistigsten

Voller Mist/schmutzig; salopp sehr schlecht. Gleich geschriebenes Fachwort im Seewesen: neblig. Zusammenhänge unterscheiden.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Mistig kann voller Mist oder schmutzig bedeuten. Salopp bewertet es etwas als sehr schlecht. Daneben gibt es im Seewesen ein gleich geschriebenes Adjektiv mistig für neblig; dieser fachliche Wetterausdruck ist von der negativen Bewertung zu unterscheiden.

Bedeutungen

1 Voller Mist oder schmutzig

In dieser Verwendung beschreibt mistig eine entsprechende Verschmutzung. Ein Gegenstand kann etwa durch die Arbeit im Stall mistig sein. Das Adjektiv benennt einen Zustand, nicht automatisch eine Eigenschaft seiner Besitzerin oder seines Besitzers.

„Nach dem Ausräumen des Stalls stehen die mistigen Stiefel vor der Tür.“

Die Arbeitssituation erklärt die Verschmutzung. Eine allgemeine Nachlässigkeit oder ein dauerhaft ungepflegtes Verhalten wird nicht behauptet.

2 Salopp: sehr schlecht

Mistig kann salopp eine deutlich negative Bewertung ausdrücken, etwa bei Umständen oder einer Erfahrung. Warum etwas schlecht erscheint, muss der Zusammenhang zeigen.

„Die Figur nennt den Tag mistig, weil erst die Probe ausfällt und dann das Fahrrad kaputtgeht.“

Die Ereignisse begründen den Ärger der Figur. Es geht nicht um tatsächlichen Mist auf dem Tag und auch nicht um eine Wetterbeschreibung.

3 Im Seewesen: neblig

Als fachlich geprägter Ausdruck im Seewesen bedeutet das gleich geschriebene mistig neblig. Diese Verwendung stammt aus dem Englischen und benennt die Sicht- beziehungsweise Wetterverhältnisse.

„Im alten Seefahrtsbericht wird der Morgen als mistig beschrieben; die Küste ist im Nebel kaum erkennbar.“

Der Zusatz sichert die gemeinte Lesart. Der Satz enthält nicht notwendig ein saloppes Urteil, dass der Morgen insgesamt schlecht sei.

mistig: Synonyme und andere Wörter

Mistig oder schmutzig?

Schmutzig ist die allgemeinere Entsprechung für eine Verunreinigung. Mit Mist verschmutzt nennt die Art der Verschmutzung ausdrücklich.

Die passende Umschreibung sollte keine weitere Ursache hinzufügen. Nicht jedes schmutzige Kleidungsstück ist deshalb mit Mist in Berührung gekommen.

„Die Stiefel sind mistig.“ – „Die Stiefel sind mit Mist verschmutzt.“ Im entsprechenden Stallzusammenhang erklärt die zweite Fassung den Zustand genauer.

Mistig, mies oder neblig?

Mies kann zur saloppen negativen Bewertung passen. Neblig gehört dagegen zur fachlichen Wetterverwendung.

Bei mistigem Wetter muss der Kontext klären, ob ein saloppes Qualitätsurteil oder ein nebliger Zustand gemeint ist. Schlechte Bedingungen und vorhandener Nebel sind keine identischen Aussagen.

„Das Wetter war mistig, schimpft die Figur“ kann ihren Ärger zeigen. „Der Schiffsbericht erläutert mistig als neblig“ erklärt dagegen einen Fachausdruck.

Beispiele und Verwendung

Die Begründung eines Urteils ergänzen

„Der Empfang war mistig: Die Verbindung brach in jedem zweiten Satz ab.“

Die Störung erklärt das saloppe Urteil. Die Formulierung bezieht sich auf die Verbindungsqualität und muss nicht das Verhalten einer Person meinen.

Eine historische Wetterbeschreibung erschließen

„Die Anmerkung erklärt, dass mistig im Seefahrtswortschatz neblig heißen kann.“

Die Einordnung schützt davor, eine sachliche Wetterangabe allein wegen der heute auffälligen Form als Schimpfen zu lesen.

Zustand und Charakter trennen

„Die Stiefel waren nach der Arbeit mistig, die übrige Kleidung aber sauber.“

Die genaue Begrenzung auf ein Kleidungsstück ist aussagekräftiger als ein pauschales Urteil über die Person.

Grammatik und Beugung

Die Worttrennung lautet mis·tig. Das Adjektiv wird vor einem Nomen gebeugt: ein mistiger Morgen, die mistigen Stiefel. Nach sein bleibt die Grundform ohne Kasusendung. Die belegte Vergleichsreihe lautet mistig – mistiger – am mistigsten; ein Vergleich benötigt einen erkennbaren Maßstab.

In ein mistiger Morgen ist mistiger zunächst eine gebeugte Grundform. Erst eine Konstruktion wie Der zweite Morgen war noch mistiger stellt einen Vergleich her. Was dabei verglichen wird, muss der Zusammenhang klären; die gleich geschriebene Wetterverwendung und die negative Wertung bleiben verschiedene Aussagen.

Die Tabellen zeigen die tatsächlich belegten Grundstufenformen. Die gleiche Schreibung der Formen hebt den Unterschied zwischen dem mit Mist verbundenen Wort und dem aus dem Englischen stammenden Seefahrtsausdruck nicht auf. Das saloppe Urteil ist stilistisch für einen sachlichen Bericht oft zu ungenau.

Stark: ohne Artikel
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativmistigermistigemistigesmistige
Genitivmistigenmistigermistigenmistiger
Dativmistigemmistigermistigemmistigen
Akkusativmistigenmistigemistigesmistige
Schwach: nach der, die, das
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativder mistigedie mistigedas mistigedie mistigen
Genitivdes mistigender mistigendes mistigender mistigen
Dativdem mistigender mistigendem mistigenden mistigen
Akkusativden mistigendie mistigedas mistigedie mistigen
Gemischt: nach ein, im Plural nach keine
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativein mistigereine mistigeein mistigeskeine mistigen
Genitiveines mistigeneiner mistigeneines mistigenkeiner mistigen
Dativeinem mistigeneiner mistigeneinem mistigenkeinen mistigen
Akkusativeinen mistigeneine mistigeein mistigeskeine mistigen