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tiefschürfend

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
tiefschürfend
Worttrennung
tief·schür·fend
Komparativ
tiefschürfender
Superlativ
am tiefschürfendsten

Steigerung: tiefschürfend – tiefschürfender – am tiefschürfendsten. Ein Vergleich sollte die zusätzlichen Erkenntnisse benennen statt nur das Lob zu verstärken.

Formen und Verwendung im Detail

Tiefschürfend bezeichnet eine Betrachtung, die gründlich über die Oberfläche hinaus nach Zusammenhängen und Gründen fragt.

Was bedeutet tiefschürfend?

Eine tiefschürfende Analyse beschränkt sich nicht auf das Benennen eines auffälligen Merkmals. Sie untersucht, wie es entsteht, womit es zusammenhängt und welche Folgen oder Grenzen sich daraus ergeben. Das Wort enthält gewöhnlich ein anerkennendes Urteil über die gedankliche Tiefe.

Länge und schwierige Wörter machen einen Text nicht automatisch tiefschürfend. Entscheidend ist, ob die weitergehenden Fragen nachvollziehbar beantwortet werden. Auch eine knappe Beobachtung kann tiefschürfend sein, wenn sie einen wichtigen Zusammenhang erschließt.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die tiefschürfende Frage richtet sich auf den Grund des wiederkehrenden Konflikts.“ Sie geht über dessen bloße Beschreibung hinaus.
  • „Der Text ist lang, aber nicht besonders tiefschürfend.“ Umfang und Erkenntnistiefe werden getrennt.
  • „Ihre tiefschürfende Analyse zeigt die Grenzen der zunächst plausiblen Erklärung.“ Auch das Prüfen eigener Deutungen gehört zur gründlichen Untersuchung.

Synonyme für tiefschürfend: passend zum Zusammenhang

Tiefschürfend beschreibt ein Fragen oder Untersuchen, das über sichtbare Einzelheiten hinaus zu grundlegenden Zusammenhängen vordringt. Der Ausdruck lobt damit eher die Reichweite der Auseinandersetzung als ihre Länge. Je nach Ersatzwort stehen Sorgfalt, gedankliches Ergebnis oder die Art der Untersuchung stärker im Vordergrund.

Wortalternativen und ihre Unterschiede
ErsatzwortPasst beiUnterschied
tiefgründigBetrachtungen wesentlicher ZusammenhängeIst sehr nah und kann sowohl die Untersuchung als auch ihren gedanklichen Gehalt bewerten.
gründlichsorgfältigen und umfassenden PrüfungenErfordert nicht zwingend ein Vordringen zu verborgenen Motiven oder Voraussetzungen.
eingehendintensiver Beschäftigung mit einer FrageBetont den Umfang der Auseinandersetzung; ein weitreichendes Ergebnis ist damit noch nicht garantiert.

Wörter im Satz vergleichen

Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.

Ausgangssatz: „Die tiefschürfende Analyse verbindet den Streit mit früheren Enttäuschungen.“
Alternative: „Die tiefgründige Analyse verbindet den Streit mit früheren Enttäuschungen.“

Die zusätzliche Erklärungsebene trägt beide Bewertungen. Ob der Zusammenhang tatsächlich zutrifft, muss weiterhin durch den Text belegt werden; gedankliche Tiefe allein ersetzt keinen Beleg.

Ausgangssatz: „Das Gespräch untersucht die Entscheidung tiefschürfend.“
Alternative: „Das Gespräch untersucht die Entscheidung eingehend.“

Eingehend hebt die ausführliche Beschäftigung hervor. Es lässt eher offen, ob dabei grundlegende Beweggründe erkannt werden. Die Alternative ist deshalb ein zurückhaltenderes Lob.

Hier passt der Austausch nicht: Ausführlich beschreibt vor allem eine detaillierte Darstellung. Viele Einzelheiten machen eine Untersuchung nicht automatisch tiefschürfend. Auch eine kurze Frage kann einen entscheidenden Zusammenhang aufdecken, den eine lange Beschreibung übersieht.

Für einen nachvollziehbaren Vergleich sollte der Erkenntnisgewinn genannt werden: Die zweite Deutung erklärt etwa, weshalb dieselbe Handlung zwei Figuren unterschiedlich trifft. Ein bloß längerer Text wäre kein ausreichender Maßstab. Schwer verständliche Sprache ist ebenfalls keine notwendige Folge tiefschürfender Gedanken. Eine verständliche Darstellung kann die Reichweite einer Überlegung sogar besser sichtbar machen.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Gründlich betont Sorgfalt und Vollständigkeit der Prüfung. Tiefschürfend hebt besonders das Vordringen zu tieferen Zusammenhängen hervor.

Tiefsinnig kann gedankliche Tiefe eines Inhalts bezeichnen; tiefschürfend beschreibt häufig die Art des Fragens oder Analysierens.

Schreibweise und Grammatik

Die Schreibung tiefschürfend ist gebräuchlich; auch tief schürfend kommt vor. Formen: eine tiefschürfende Analyse, mit tiefschürfenden Fragen.

Steigerung

Steigerung: tiefschürfend – tiefschürfender – am tiefschürfendsten. Ein Vergleich sollte die zusätzlichen Erkenntnisse benennen statt nur das Lob zu verstärken.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativtiefschürfendertiefschürfendetiefschürfendestiefschürfende
Genitivtiefschürfendentiefschürfendertiefschürfendentiefschürfender
Dativtiefschürfendemtiefschürfendertiefschürfendemtiefschürfenden
Akkusativtiefschürfendentiefschürfendetiefschürfendestiefschürfende
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativtiefschürfendetiefschürfendetiefschürfendetiefschürfenden
Genitivtiefschürfendentiefschürfendentiefschürfendentiefschürfenden
Dativtiefschürfendentiefschürfendentiefschürfendentiefschürfenden
Akkusativtiefschürfendentiefschürfendetiefschürfendetiefschürfenden
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativtiefschürfendertiefschürfendetiefschürfendestiefschürfenden
Genitivtiefschürfendentiefschürfendentiefschürfendentiefschürfenden
Dativtiefschürfendentiefschürfendentiefschürfendentiefschürfenden
Akkusativtiefschürfendentiefschürfendetiefschürfendestiefschürfenden

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: Eine erfundene Schülerin stellt zunächst fest, dass zwei Figuren streiten. In der Überarbeitung untersucht sie, warum dieselbe Bemerkung bei beiden unterschiedliche Ängste auslöst.

Die zweite Deutung ist tiefschürfender, weil sie den sichtbaren Streit auf unterschiedliche Erwartungen der Figuren zurückführt und diese am Handlungsverlauf prüft.

Die Begründung nennt den Erkenntnisgewinn. Sie bewertet nicht bloß die Länge oder den komplizierteren Wortschatz der zweiten Fassung.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.