ungemütlich
Form & Grammatik
- Stichwort
- ungemütlich
- Worttrennung
- un·ge·müt·lich
- Komparativ
- ungemütlicher
- Superlativ
- am ungemütlichsten
Unangenehme/missliche Lage und ungemütlich werden umgangssprachlich. Raumbehaglichkeit, Geselligkeit und Verärgerung unterscheiden.
Definition · kurz erklärt
Ungemütlich kann einen wenig behaglichen Raum oder eine ungesellige Atmosphäre beschreiben. Umgangssprachlich bedeutet es auch unangenehm oder misslich. Wird eine Person ungemütlich, reagiert sie dagegen sehr unfreundlich oder verärgert.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Wenig Behaglichkeit vermitteln
Ein Raum oder Aufenthaltsort kann ungemütlich sein, wenn man sich dort nicht wohl und geborgen fühlt. Der Eindruck hängt von konkreten Bedingungen und der wahrnehmenden Person ab.
Die Figur findet den kahlen Wartesaal mit dem grellen Licht ungemütlich.
Die beschriebenen Eindrücke begründen ihre Bewertung. Ein schlichter Raum muss nicht für alle Menschen ungemütlich sein.
Bedeutung 2: Keine ungezwungene Geselligkeit aufkommen lassen
Bei einer Zusammenkunft kann ungemütlich eine angespannte oder wenig gesellige Atmosphäre bezeichnen. Dabei muss der Raum selbst nicht unbehaglich eingerichtet sein.
Trotz der weichen Sessel bleibt die Stimmung nach dem Streit ungemütlich.
Die Spannung zwischen den Anwesenden ist gemeint. Die Möbel lösen den zwischenmenschlichen Konflikt nicht.
Bedeutung 3: Unangenehm oder misslich sein
Umgangssprachlich kann eine Lage ungemütlich werden, wenn Schwierigkeiten oder unangenehme Folgen auftreten. Hier geht es nicht vorrangig um Einrichtung oder Geselligkeit.
Als die fehlenden Unterlagen auffallen, wird die Lage für die Romanfigur ungemütlich.
Die Situation wird für sie schwierig. Ein bestimmter körperlicher Komfort wird nicht beurteilt.
ungemütlich: Synonyme und andere Wörter
Bei Raum und Atmosphäre
unbehaglich · wenig gesellig · kühl
Unbehaglich passt zum fehlenden Wohlgefühl. Wenig gesellig beschreibt das Zusammensein genauer. Kühl kann eine körperliche Temperatur oder eine zwischenmenschliche Distanz meinen und braucht deshalb Kontext. Gemütlich kann den passenden Gegensatz bilden.
„Der Raum ist kühl“ kann eine Temperatur nennen. „Die Stimmung ist kühl“ beschreibt eher den Umgang.
Bei einer misslichen Lage
unangenehm · misslich · schwierig
Unangenehm ist allgemein. Misslich betont eine ungünstige Lage, schwierig eine Hürde bei ihrer Bewältigung. Ein ungemütlicher Abend muss dagegen nicht schon eine ernste Schwierigkeit enthalten.
„Die Frage ist ihr unangenehm“ benennt ein Empfinden. „Die Lage ist misslich“ hebt die ungünstigen Umstände hervor.
Beispiele und Verwendung
Die Ebene der Beschreibung beachten
Die Wohnung ist freundlich eingerichtet, doch das Gespräch darin verläuft ungemütlich.
Raumeindruck und Gesprächsatmosphäre werden getrennt beurteilt. Sie müssen nicht denselben Charakter haben.
Eine Wertung einer Figur zuordnen
Die Erzählerin hält den großen Saal für ungemütlich, ihre Freundin schätzt seine klare Gestaltung.
Die unterschiedlichen Urteile können nebeneinanderstehen. Die Beschreibung braucht keine für alle gültige Geschmacksregel.
Grammatik und Beugung
Ungemütlich wird un·ge·müt·lich getrennt. Die Steigerung lautet ungemütlicher, am ungemütlichsten. Beim Vergleich sollte erkennbar sein, ob ein Raum, eine Atmosphäre oder eine Lage gemeint ist.
Gebeugt heißt es ein ungemütlicher Raum, eine ungemütliche Lage und mit ungemütlichen Folgen. Nach sein bleibt die Grundform. Die Tabellen zeigen die Grundstufe; der gemischte Plural passt nach keine oder meine.
| Fall | Maskulinum | Femininum | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | ungemütlicher | ungemütliche | ungemütliches | ungemütliche |
| Genitiv | ungemütlichen | ungemütlicher | ungemütlichen | ungemütlicher |
| Dativ | ungemütlichem | ungemütlicher | ungemütlichem | ungemütlichen |
| Akkusativ | ungemütlichen | ungemütliche | ungemütliches | ungemütliche |
| Fall | Maskulinum | Femininum | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | ungemütliche | ungemütliche | ungemütliche | ungemütlichen |
| Genitiv | ungemütlichen | ungemütlichen | ungemütlichen | ungemütlichen |
| Dativ | ungemütlichen | ungemütlichen | ungemütlichen | ungemütlichen |
| Akkusativ | ungemütlichen | ungemütliche | ungemütliche | ungemütlichen |
| Fall | Maskulinum | Femininum | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | ungemütlicher | ungemütliche | ungemütliches | ungemütlichen |
| Genitiv | ungemütlichen | ungemütlichen | ungemütlichen | ungemütlichen |
| Dativ | ungemütlichen | ungemütlichen | ungemütlichen | ungemütlichen |
| Akkusativ | ungemütlichen | ungemütliche | ungemütliches | ungemütlichen |
Redewendungen und feste Verbindungen
Ungemütlich werden
Auf eine Person bezogen bedeutet die umgangssprachliche Wendung, sehr unfreundlich oder grob zu reagieren. Sie beschreibt eine Reaktion, keine Raumeinrichtung.
Als er zum dritten Mal unterbrochen wird, wird die Figur ungemütlich und antwortet schroff.
Die Szene zeigt Verärgerung. Daraus folgt noch kein dauerhaftes Urteil über ihren gesamten Charakter.
