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unrechtmäßig

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
unrechtmäßig
Worttrennung
un·recht·mä·ßig
Komparativ
unrechtmäßiger
Superlativ
am unrechtmäßigsten

In der Schweiz und Liechtenstein unrechtmässig. Die belegten Vergleichsformen verstärken eine Bewertung; Art und Grundlage einer behaupteten Rechtsverletzung sind genauer zu beschreiben.

Formen und Verwendung im Detail

Unrechtmäßig bedeutet nicht dem Recht entsprechend beziehungsweise ohne rechtliche Berechtigung.

Was bedeutet unrechtmäßig?

Das Adjektiv beurteilt ein Vorgehen oder einen Zustand nach einem rechtlichen Maßstab. Es kann etwa einen Erwerb, einen Eingriff oder die Inanspruchnahme einer Befugnis betreffen. Die genaue Einordnung benötigt den betreffenden Sachverhalt und die maßgeblichen Regeln.

Unrechtmäßig ist nicht einfach dasselbe wie unangenehm, unfair oder missbilligt. In einer Erzählung kann die Bezeichnung außerdem nur die Sicht einer Figur wiedergeben. Eine sorgfältige Analyse macht kenntlich, ob sie einen Vorwurf referiert oder einen gesicherten Befund beschreibt.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Figur behauptet, der Nachbar habe das Grundstück unrechtmäßig betreten.“ Die Formulierung kennzeichnet zunächst eine Behauptung.
  • „Der Text erläutert, weshalb der Zugriff als unrechtmäßig bewertet wird.“ Die rechtliche Wertung wird begründet.
  • „Ein unrechtmäßiger Vorteil ist nicht bloß ein Vorteil, den andere ungern sehen.“ Neid oder Missfallen ersetzen keinen rechtlichen Maßstab.

Synonyme für unrechtmäßig: passend zum Zusammenhang

Unrechtmäßig bezeichnet etwas, das nicht mit dem maßgeblichen Recht oder einer erforderlichen rechtlichen Berechtigung vereinbar ist. Bei der Wortwahl ist entscheidend, ob eine Rechtsverletzung festgestellt oder lediglich behauptet wird. Rechtswidrig liegt oft nahe; ohne Berechtigung erklärt eine bestimmte Seite der Aussage. Eine sprachliche Alternative ersetzt keine Prüfung des jeweiligen Sachverhalts.

Welcher Ausdruck passt zu deiner Aussage?
AlternativePassender ZusammenhangBedeutungsunterschied
rechtswidrigHandlungen und Zustände im rechtlichen ZusammenhangBetont den Widerspruch zum maßgeblichen Recht und ist daher ebenfalls eine gewichtige Einordnung.
illegalVerstöße gegen geltendes RechtWirkt häufig kürzer und im allgemeinen Sprachgebrauch stärker zugespitzt; der genaue Zusammenhang bleibt nötig.
ohne rechtliche BerechtigungNutzung und InanspruchnahmeErklärt das fehlende Recht zu einer Handlung, statt jede denkbare Rechtsfrage mitzubezeichnen.

Eigene Satzbeispiele: Was ändert sich?

Ausgangssatz: „Im erfundenen Streit bezeichnet Lea die Nutzung des Raums als unrechtmäßig.“

Alternative: „Im erfundenen Streit bezeichnet Lea die Nutzung des Raums als Nutzung ohne rechtliche Berechtigung.“

Die zweite Fassung verdeutlicht Leas Vorwurf. Beide Sätze geben ihre Sicht wieder und stellen den Vorwurf nicht als erwiesene Tatsache dar.

Ausgangssatz: „Der Bericht nennt den beschriebenen Vorgang unrechtmäßig.“

Alternative: „Der Bericht nennt den beschriebenen Vorgang rechtswidrig.“

Der Wechsel bleibt im rechtlichen Bedeutungsfeld. Ohne zusätzliche Angaben erfahren Leser dadurch noch nicht, auf welcher Grundlage der Bericht urteilt.

Nicht gleichbedeutend: Unfair oder moralisch fragwürdig bedeutet nicht automatisch unrechtmäßig. Umgekehrt sagt die rechtliche Einordnung allein nichts darüber aus, wie höflich eine Handlung vorgenommen wurde. Diese Ebenen sollten in einer Beschreibung getrennt bleiben.

Beim Formulieren: Erhalte einschränkende Angaben wie nach ihrer Darstellung oder als unrechtmäßig kritisiert. Eine attributive Formulierung wie die unrechtmäßige Nutzung behauptet mehr als die angeblich unrechtmäßige Nutzung; das ist kein bloßer Stilunterschied.

In einer Textanalyse interessiert zunächst, wer einen Anspruch erhebt und welche Informationen der Text dazu gibt. Benenne offene Fragen ausdrücklich. So lassen sich Konflikte präzise beschreiben, ohne einer Figur oder realen Person mit einer vermeintlich eleganteren Wortwahl ungeprüft einen Rechtsverstoß zuzuschreiben.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Ungesetzlich hebt den Verstoß gegen ein Gesetz hervor. Unrechtmäßig kann allgemeiner eine fehlende rechtliche Berechtigung beschreiben.

Unlauter kann ein Vorgehen als unredlich bewerten. Alltagssprachliche moralische Kritik und rechtliche Einordnung sind dabei zu unterscheiden.

Schreibweise und Grammatik

Die Schreibung lautet unrechtmäßig mit ä und ß; in der Schweiz und Liechtenstein steht unrechtmässig. Formen sind ein unrechtmäßiger Zugriff und unrechtmäßige Ansprüche.

Steigerung

Wertende Vergleiche wie unrechtmäßiger sind sprachlich möglich. Sachlich präziser werden Art, Umfang und Grundlage der behaupteten Rechtsverletzung beschrieben.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativunrechtmäßigerunrechtmäßigeunrechtmäßigesunrechtmäßige
Genitivunrechtmäßigenunrechtmäßigerunrechtmäßigenunrechtmäßiger
Dativunrechtmäßigemunrechtmäßigerunrechtmäßigemunrechtmäßigen
Akkusativunrechtmäßigenunrechtmäßigeunrechtmäßigesunrechtmäßige
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativunrechtmäßigeunrechtmäßigeunrechtmäßigeunrechtmäßigen
Genitivunrechtmäßigenunrechtmäßigenunrechtmäßigenunrechtmäßigen
Dativunrechtmäßigenunrechtmäßigenunrechtmäßigenunrechtmäßigen
Akkusativunrechtmäßigenunrechtmäßigeunrechtmäßigeunrechtmäßigen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativunrechtmäßigerunrechtmäßigeunrechtmäßigesunrechtmäßigen
Genitivunrechtmäßigenunrechtmäßigenunrechtmäßigenunrechtmäßigen
Dativunrechtmäßigenunrechtmäßigenunrechtmäßigenunrechtmäßigen
Akkusativunrechtmäßigenunrechtmäßigeunrechtmäßigesunrechtmäßigen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung streiten zwei Nachbarn über einen Weg. Einer nennt die Nutzung durch den anderen unrechtmäßig; später stellt der Text eine ältere Vereinbarung vor, deren Bedeutung zunächst unklar bleibt.

Der erste Nachbar bezeichnet die Nutzung als unrechtmäßig. Die spätere Vereinbarung zeigt, weshalb sein Urteil innerhalb der Erzählung noch geprüft werden muss.

Die Analyse hält Figurenrede und eigene Schlussfolgerung auseinander. Sie entscheidet keinen realen Grundstücksstreit und nimmt die Behauptung nicht bloß wegen ihrer förmlichen Wortwahl als wahr an.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.