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unlauter

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
unlauter
Worttrennung
un·lau·ter
Komparativ
unlauterer
Superlativ
am unlautersten

Die Steigerung lautet unlauter – unlauterer – am unlautersten. Sie ist vor allem in wertenden Vergleichen verständlich; konkrete Handlungen erklären die Wertung besser.

Formen und Verwendung im Detail

Unlauter bedeutet nicht redlich, auf unehrliche oder unfaire Weise vorgehend.

Was bedeutet unlauter?

Das Adjektiv bewertet Motive, Mittel oder Handlungen. Unlautere Mittel verschaffen beispielsweise einen Vorteil durch Täuschung oder das bewusste Ausnutzen eines unfairen Vorgehens. Der Ausdruck wirkt meist förmlicher als unehrlich.

Daneben besitzt unlauter im Wettbewerbsrecht einen besonderen Fachgebrauch. Ein moralischer Vorwurf im Alltag und eine rechtliche Einordnung sind deshalb nicht ohne Weiteres dasselbe. In einer Analyse sollten die tatsächlich beschriebenen Mittel und die Perspektive der Bewertung genannt werden.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Figur erreicht ihren Vorteil durch unlautere Mittel.“ Die Kritik richtet sich auf die Art des Vorgehens.
  • „Er verschweigt entscheidende Angaben aus unlauteren Motiven.“ Hier werden die Beweggründe negativ bewertet.
  • „Der Sachtext erklärt unlauteren Wettbewerb als eigenen rechtlichen Themenbereich.“ Der Ausdruck wird fachlich eingeordnet.

Synonyme für unlauter: passend zum Zusammenhang

Unlauter bewertet Mittel, Absichten oder Verhalten als nicht redlich. Ersatzwörter unterscheiden sich darin, ob sie Täuschung, fehlende Aufrichtigkeit oder eine unfaire Vorteilsnahme betonen. Der Ausdruck klingt meist förmlich. Im Alltag ist die Bewertung nicht automatisch eine rechtliche Feststellung; ein fachlicher Gebrauch muss gesondert von der allgemeinen moralischen Kritik unterschieden werden.

Welcher Ausdruck passt zu deiner Aussage?
AlternativePassender ZusammenhangBedeutungsunterschied
unredlichVorgehen entgegen ehrlichen MaßstäbenSehr nahe und ähnlich förmlich; kann verschiedene Formen unfairen Handelns umfassen.
unehrlichTäuschender Umgang mit Angaben oder AbsichtenAlltäglicher und stärker auf Wahrhaftigkeit bezogen.
unfairMissachtung angemessener Spiel- oder UmgangsregelnBreiter; nicht jedes unfaire Vorgehen beruht auf einer bewusst falschen Aussage.

Eigene Satzbeispiele: Was ändert sich?

Ausgangssatz: „Er verschaffte sich durch unlautere Mittel einen Vorteil.“

Alternative: „Er verschaffte sich durch unredliche Mittel einen Vorteil.“

Unredlich erhält den allgemeinen Vorwurf. Verständlich wird er erst, wenn der Text zeigt, welche Mittel eingesetzt wurden; das Ersatzwort liefert diesen Beleg nicht von selbst.

Ausgangssatz: „Die absichtlich falsche Auskunft war Teil seines unlauteren Vorgehens.“

Alternative: „Die absichtlich falsche Auskunft war Teil seines unehrlichen Vorgehens.“

Unehrlich passt, weil die bewusste Täuschung ausdrücklich genannt ist. Der Begriff beschreibt hier eine konkrete Handlung und muss nicht sämtliche anderen Entscheidungen der Person bewerten.

Nicht gleichbedeutend: Unrechtmäßig oder illegal würde einen rechtlichen Maßstab hinzufügen. Eine allgemeine Bewertung als unlauter trägt diesen Schluss noch nicht. Unaufrichtig betrifft dagegen besonders die Abweichung zwischen gezeigter und tatsächlicher Haltung.

Beim Formulieren: Bei unlautere Motive kann auf einen unfairen eigenen Vorteil gerichtete Motive eine mögliche Umschreibung sein. Sie ist nur passend, wenn gerade dieses Ziel im Zusammenhang erkennbar wird, nicht bei jedem unklaren Beweggrund.

In einer Figurenanalyse sollte der Vorwurf an Wissen und Handlung gebunden werden. Wer absichtlich eine falsche Frist nennt, um andere auszuschließen, handelt anders als jemand, der selbst eine veraltete Angabe für richtig hält. Der Unterschied liegt in der bewussten Vorgehensweise.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Unaufrichtig betont fehlende Ehrlichkeit im Auftreten. Unlauter kann stärker die Mittel und Absichten eines Vorgehens hervorheben.

Unrechtmäßig betrifft einen rechtlichen Maßstab. Nicht jede alltägliche Wertung als unlauter enthält bereits eine solche rechtliche Feststellung.

Schreibweise und Grammatik

Die Schreibung lautet unlauter mit au. Formen sind ein unlauteres Mittel und unlautere Absichten. Das Grundwort lautet lauter im Sinn von redlich, nicht lauter als Lautstärkevergleich.

Steigerung

Die Steigerung lautet unlauter – unlauterer – am unlautersten. Sie ist vor allem in wertenden Vergleichen verständlich; konkrete Handlungen erklären die Wertung besser.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativunlautererunlautereunlauteresunlautere
Genitivunlauterenunlautererunlauterenunlauterer
Dativunlauteremunlautererunlauteremunlauteren
Akkusativunlauterenunlautereunlauteresunlautere
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativunlautereunlautereunlautereunlauteren
Genitivunlauterenunlauterenunlauterenunlauteren
Dativunlauterenunlauterenunlauterenunlauteren
Akkusativunlauterenunlautereunlautereunlauteren
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativunlautererunlautereunlauteresunlauteren
Genitivunlauterenunlauterenunlauterenunlauteren
Dativunlauterenunlauterenunlauterenunlauteren
Akkusativunlauterenunlautereunlauteresunlauteren

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Wettbewerbsszene verbreitet ein Teilnehmer bewusst eine falsche Information über die Abgabefrist, damit ein anderer seine Arbeit zu spät einreicht.

Der Teilnehmer nutzt unlautere Mittel: Er will seinen Vorteil durch die gezielte Täuschung des anderen erreichen. Die Kritik betrifft damit ein erkennbares Vorgehen.

Die Charakterisierung stützt sich auf die gezeigte Absicht und Handlung. Sie setzt nicht schon jeden Irrtum oder jede ungeschickte Formulierung mit bewusster Täuschung gleich.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.