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unsäglich

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
unsäglich
Worttrennung
un·säg·lich
Komparativ
unsäglicher
Superlativ
am unsäglichsten

Die Steigerung lautet unsäglich – unsäglicher – am unsäglichsten. Sie gehört zum verstärkenden oder wertenden Sprachgebrauch; für sachliche Vergleiche sollten die konkreten Gründe genannt werden.

Formen und Verwendung im Detail

Unsäglich bedeutet außerordentlich stark oder groß und kann außerdem starke Missbilligung gegenüber etwas sehr Unerfreulichem ausdrücken.

Was bedeutet unsäglich?

Unsägliche Mühe hebt ein besonders großes Ausmaß hervor. Eine unsägliche Bemerkung bewertet dagegen die Bemerkung als sehr schlecht oder ärgerlich. Der Zusammenhang entscheidet, ob eine Mengenverstärkung oder ein ablehnendes Urteil im Vordergrund steht.

Das Wort ist deutlich emotional. Wer es in einer Analyse verwendet, sollte erklären, welcher Inhalt oder welches Verhalten die starke Bewertung auslöst. Sonst bleibt die Formulierung ein pauschales Urteil.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Vorbereitung kostet sie unsägliche Mühe.“ Der Aufwand wird stark hervorgehoben.
  • „Er nennt den spöttischen Kommentar unsäglich und erklärt, wen dieser verletzt.“ Eine Missbilligung erhält einen konkreten Anlass.
  • „In dem älteren Brief steht, die Nachricht habe ihr unsäglich wohlgetan.“ Die verstärkende Bedeutung kann auch einen positiven Zusammenhang haben.

Synonyme für unsäglich: passend zum Zusammenhang

Unsäglich kann ein sehr großes Ausmaß hervorheben oder eine besonders scharfe Missbilligung ausdrücken. Bei unsäglicher Mühe steht die Größe der Anstrengung im Vordergrund, bei einer unsäglichen Bemerkung häufig ihre als unerträglich empfundene Art. Eine Alternative muss diese Bedeutungen trennen. Sonst wird aus einer starken Mengenangabe unbeabsichtigt ein moralisches Urteil.

Welcher Ausdruck passt zu deiner Aussage?
AlternativePassender ZusammenhangBedeutungsunterschied
ungeheuerStärke und AusmaßKann eine extreme Menge oder Intensität hervorheben, ohne notwendig eine konkrete Missbilligung auszudrücken.
unerträglichBelastende Vorgänge und ÄußerungenBetont, dass jemand etwas kaum aushält; die Perspektive sollte im Zusammenhang erkennbar sein.
empörendScharf abgelehnte Handlungen und AussagenHebt die ausgelöste Empörung hervor und passt nur zur wertenden Bedeutung.

Eigene Satzbeispiele: Was ändert sich?

Ausgangssatz: „Die Wiederherstellung der beschädigten Kulisse kostete unsägliche Mühe.“

Alternative: „Die Wiederherstellung der beschädigten Kulisse kostete ungeheure Mühe.“

Hier verstärken beide Adjektive den Aufwand. Empörende Mühe würde eine andere und ohne Erklärung wenig verständliche Aussage ergeben.

Ausgangssatz: „Mara bezeichnet den wiederholten Spott über den Gast als unsäglich.“

Alternative: „Mara bezeichnet den wiederholten Spott über den Gast als empörend.“

Die Alternative macht die moralische Ablehnung ausdrücklich. Die Bewertung bleibt Mara zugeschrieben und wird nicht stillschweigend zur neutralen Erzählerfeststellung.

Nicht gleichbedeutend: Unsagbar und unsäglich überschneiden sich bei starken Empfindungen, sind aber nicht in jeder Wendung gleich. Unsagbare Freude klingt problemlos positiv; ein unsäglicher Auftritt wird häufig deutlich negativ verstanden. Der jeweilige Ausdruck entscheidet mit.

Beim Formulieren: Als Verstärker vor einem Adjektiv bleibt das Wort ungebeugt: unsäglich mühsam. Vor einem Nomen erhält es eine Endung: unsägliche Mühe. Beim Umschreiben zu außerordentlich viel Mühe ändert sich entsprechend der Satzbau.

In sachlicher Kritik lohnt es sich, den Anlass der starken Wertung zu ergänzen. Was genau wurde gesagt, wer wurde dadurch verletzt und wer urteilt? Die Erklärung trägt mehr zum Verständnis bei als eine Reihe immer heftigerer Ersatzwörter, die den Vorgang nicht näher beschreiben.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Unsagbar kann ausdrücken, dass ein Gefühl kaum in Worte zu fassen ist. Unsäglich dient zusätzlich häufig als abwertendes Urteil über einen Vorgang oder Ausdruck.

Unangenehm ist in vielen Zusammenhängen schwächer und sachlicher. Unsäglich trägt eine deutlich zugespitzte Wertung.

Schreibweise und Grammatik

Man schreibt unsäglich mit ä und der Endung -lich. Formen sind eine unsägliche Bemerkung und mit unsäglicher Mühe.

Steigerung

Die Steigerung lautet unsäglich – unsäglicher – am unsäglichsten. Sie gehört zum verstärkenden oder wertenden Sprachgebrauch; für sachliche Vergleiche sollten die konkreten Gründe genannt werden.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativunsäglicherunsäglicheunsäglichesunsägliche
Genitivunsäglichenunsäglicherunsäglichenunsäglicher
Dativunsäglichemunsäglicherunsäglichemunsäglichen
Akkusativunsäglichenunsäglicheunsäglichesunsägliche
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativunsäglicheunsäglicheunsäglicheunsäglichen
Genitivunsäglichenunsäglichenunsäglichenunsäglichen
Dativunsäglichenunsäglichenunsäglichenunsäglichen
Akkusativunsäglichenunsäglicheunsäglicheunsäglichen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativunsäglicherunsäglicheunsäglichesunsäglichen
Genitivunsäglichenunsäglichenunsäglichenunsäglichen
Dativunsäglichenunsäglichenunsäglichenunsäglichen
Akkusativunsäglichenunsäglicheunsäglichesunsäglichen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Szene wird eine neue Mitschülerin wiederholt wegen eines Versprechers verspottet. Eine andere Figur nennt die Bemerkungen unsäglich und widerspricht der Gruppe.

Mit unsäglich bewertet die Figur die wiederholte Herabsetzung sehr scharf. Das Wort zeigt ihre Haltung; die beschriebenen Bemerkungen erklären, worauf sich diese Haltung richtet.

Die Analyse kennzeichnet die Bewertung als Perspektive der Figur und stützt sie auf den konkreten Gesprächsverlauf.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.