a posteriori
Form & Grammatik
- Stichwort
- a posteriori
- Worttrennung
- a pos·te·ri·o·ri
Gebrauch: Bildungssprachliche, adverbial verwendete Wortverbindung; unveränderlich. Philosophisch bezeichnet sie eine erfahrungsabhängige Begründung, allgemein auch etwas Nachträgliches.
Definition · kurz erklärt
A posteriori bedeutet nachträglich oder, in der Philosophie, auf Erfahrung gestützt. Entscheidend ist der Zusammenhang: Zeitpunkt und Begründungsgrundlage sind verschiedene Fragen.
Bedeutungen
1. Nachträglich oder im Nachhinein
Im allgemeinen bildungssprachlichen Gebrauch beschreibt a posteriori, dass etwas erst später erfolgt oder im Rückblick betrachtet wird. Die Wendung kann etwa eine spätere Beurteilung oder Rechtfertigung kennzeichnen.
„Die Entscheidung wurde a posteriori mit neuen Argumenten gerechtfertigt.“
Die Begründung wird erst nach der Entscheidung vorgebracht.
2. Auf Erfahrung als Erkenntnisgrundlage gestützt
In der Philosophie heißt a posteriori, dass eine Erkenntnis oder ihre Rechtfertigung auf Erfahrung angewiesen ist. Beobachtungen, Wahrnehmungen oder Messungen liefern dann eine notwendige Grundlage. Auch Denken und Schlussfolgern können daran beteiligt sein.
„Dass der Hof heute nass ist, wissen wir a posteriori: Wir haben ihn angesehen.“
Die Beobachtung begründet die Aussage über den konkreten Hof. Sie beweist für sich genommen nicht, dass es geregnet hat; beispielsweise könnte der Hof gereinigt worden sein.
A posteriori: Synonyme und Unterschiede
Nachträglich und rückblickend
Für den zeitlichen Gebrauch ist nachträglich meist die klarste Alternative. Rückblickend betont die Betrachtung eines früheren Geschehens. „Rückblickend erscheint die Planung zu knapp“ ist eine Beurteilung; „Die Planung wurde nachträglich geändert“ nennt eine spätere Handlung.
Erfahrungsbezogen und empirisch
Auf Erfahrung gestützt erklärt den philosophischen Gebrauch unmittelbar. Empirisch passt besonders zu Beobachtungen und Untersuchungen. Erfahrungsgemäß verweist eher auf bisherige Erfahrungen und ist nicht in jeder philosophischen Aussage austauschbar. Der Gegenbegriff a priori betrifft dort eine Rechtfertigung, die nicht auf entsprechende Erfahrung angewiesen ist.
Beispiele und Verwendung
„Die Kosten wurden erst a posteriori ermittelt.“
Die Kosten werden im Nachhinein festgestellt.
„Die Aussage über die Wassertemperatur ist a posteriori begründet, weil sie sich auf eine Messung stützt.“
Die Messung liefert hier die Erkenntnisgrundlage. Eine nachträglich hingeschriebene Rechnung wird dagegen nicht allein wegen ihres Zeitpunkts zu einer erfahrungsabhängigen Begründung.
Verwandte Wörter und Gegenbegriff
Das Adjektiv aposteriorisch bezeichnet etwas auf Erfahrung Beruhendes: „eine aposteriorische Erkenntnis“. Das Adjektiv wird vor einem Nomen gebeugt. Daneben gibt es das eigenständige neutrale Nomen Aposteriori; es ist nicht die gebeugte Form dieser Wendung. A priori ist der Gegenbegriff zur philosophischen Verwendung.
Grammatik und Schreibweise
Die Worttrennung lautet a pos·te·ri·o·ri. Die adverbiale Wortverbindung wird im Satz kleingeschrieben und bleibt unverändert: „a posteriori beurteilen“, „a posteriori begründet“. Am Satzanfang steht entsprechend „A posteriori“. Sie wird weder dekliniert noch konjugiert und bildet keine Steigerungsreihe.
Die beiden Wörter bleiben getrennt. In „eine aposteriorische Begründung“ steht dagegen das zusammengeschriebene Adjektiv. Deshalb gibt es für die Wendung keine Beugungstabelle.
Herkunft
Die Wendung stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich „vom Späteren her“. Im heutigen Gebrauch kann sie eine spätere Betrachtung oder eine auf Erfahrung angewiesene Erkenntnis kennzeichnen.
Weitere Begriffe findest du im Fremdwörterbuch.
