Hypochonder
Form & Grammatik
- Stichwort
- Hypochonder
- Worttrennung
- Hy·po·chon·der
- Artikel
- der
- Geschlecht
- maskulin
- Genitiv
- des Hypochonders
- Plural
- die Hypochonder
Gebrauch: Personenbezeichnung; im Alltag häufig abwertend. Eine Zuschreibung ersetzt keine Diagnose.
Definition · kurz erklärt
Ein Hypochonder ist ein Mensch, der an Hypochondrie leidet oder dessen Sorge um die eigene Gesundheit so bezeichnet wird. Im Alltag wird das Wort häufig abwertend gebraucht. Eine solche Zuschreibung ist von einer fachlich festgestellten Erkrankung zu unterscheiden.
Bedeutungen
Person mit Hypochondrie
Die Bezeichnung kann sich auf einen Menschen mit ausgeprägter Krankheitsangst beziehen. Betroffene fürchten oder sind davon überzeugt, eine schwere Erkrankung zu haben, obwohl Untersuchungen dafür keine ausreichende Bestätigung ergeben. Die Angst kann erheblich belasten; sie wird nicht dadurch zu einer absichtlichen Täuschung, dass die befürchtete Krankheit nicht nachgewiesen ist.
„Der Roman schildert einen Hypochonder, dessen Sorge um eine schwere Erkrankung auch nach unauffälligen Untersuchungen nicht nachlässt.“
Im eigenen Beispiel betrifft die Beschreibung die fortbestehende Krankheitsangst der Figur. Sie besagt nicht, dass der Mensch lügt oder keine wirkliche Belastung erlebt. Für eine medizinische Feststellung genügt eine einzelne Erzählung über Gesundheitssorgen nicht.
Abwertende Zuschreibung bei Gesundheitssorgen
Umgangssprachlich kann jemand als Hypochonder bezeichnet werden, wenn andere seine Beschäftigung mit möglichen Krankheiten für übertrieben halten. Das Wort gibt dann zunächst deren Urteil wieder. Es belegt weder eine Diagnose noch, dass die Sorgen oder Beschwerden tatsächlich unbegründet sind.
„Als er wegen der Beschwerden erneut nachfragte, nannte sein Bekannter ihn einen Hypochonder.“
Die Szene zeigt eine abwertende Reaktion des Bekannten. Ob die Beschwerden abgeklärt werden müssen oder eine Krankheitsangst vorliegt, lässt sich aus dieser Beschimpfung nicht schließen.
Hypochonder: Synonyme und andere Wörter
Person mit ausgeprägter Krankheitsangst
Diese Umschreibung benennt die Sorge genauer und stellt sie weniger als eine feste Eigenschaft der ganzen Person dar. Sie passt, wenn tatsächlich über ausgeprägte Krankheitsangst gesprochen wird. Bloß ängstlich ist weiter und kann ganz andere Situationen betreffen.
„Die Geschichte handelt von einem Hypochonder.“ → „Die Geschichte handelt von einem Menschen mit ausgeprägter Krankheitsangst.“
Die zweite Fassung erklärt, worauf die Angst gerichtet ist. Eine bloß von einer anderen Figur ausgesprochene Beschimpfung dürfte man dadurch aber nicht ungeprüft in eine sachliche Feststellung umwandeln.
Besorgt und krank sind keine gleichbedeutenden Etiketten
Besorgt bezeichnet eine Sorge, ohne deren Ausmaß oder Berechtigung festzulegen. Krank benennt allgemein einen gesundheitlich beeinträchtigten Zustand. Keines der beiden Wörter ist ein genauer Ersatz für Hypochonder.
„Er ist wegen der Beschwerden besorgt.“
Diese Aussage ist enger als eine pauschale Personenbezeichnung: Sie nennt einen Anlass, behauptet aber weder eine bestimmte Erkrankung noch eine übermäßige Angst.
Beispiele und Verwendung
Eine Äußerung als Äußerung kenntlich machen
„Die Erzählerin berichtet, dass der Nachbar sie für einen Hypochonder hält.“
Für einen Hypochonder hält kennzeichnet das Urteil des Nachbarn. Die Erzählerin übernimmt damit nicht notwendig seine Auffassung. Gerade bei einer Textanalyse sollten Äußerung und gesicherte Beschreibung getrennt bleiben.
Hypochonder und Simulant unterscheiden
„Die Figur erlebt ihre Krankheitsangst als bedrängend; der Text beschreibt kein bewusstes Vortäuschen von Beschwerden.“
Ein Simulant täuscht Beschwerden absichtlich vor. Das gehört nicht zur Bedeutung von Hypochonder. Ebenso folgt aus einer fehlenden Erklärung für körperliche Beschwerden nicht, dass diese nur Einbildung sind oder automatisch Hypochondrie vorliegt.
Grammatik und Beugung
Hypochonder ist ein maskulines Substantiv: der Hypochonder. Der Genitiv Singular lautet des Hypochonders. Im Nominativ Plural bleibt die Wortform gleich: die Hypochonder. Nur im Dativ Plural kommt ein n hinzu: den Hypochondern.
Die weibliche Personenbezeichnung lautet Hypochonderin. Sie ist ein eigenes Lexem und keine Kasusform von Hypochonder. Die folgende Tabelle gehört ausschließlich zum Hauptlemma Hypochonder.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Hypochonder | die Hypochonder |
| Genitiv | des Hypochonders | der Hypochonder |
| Dativ | dem Hypochonder | den Hypochondern |
| Akkusativ | den Hypochonder | die Hypochonder |
Wie schreibt man Hypochonder?
Das Nomen beginnt mit einem Großbuchstaben und wird mit y und ch geschrieben: Hypochonder. Die Worttrennung lautet Hy·po·chon·der. Das verwandte Adjektiv hypochondrisch wird gewöhnlich kleingeschrieben.
Herkunft
Die Wortfamilie hat eine griechische Grundlage. Die ältere Bezeichnung verband seelische Leiden mit einer vermeintlichen Lage im Bereich von Unterleib und Eingeweiden. Diese historische Vorstellung ist keine heutige Erklärung für Krankheitsangst.
Weitere häufige Begriffe erklärt die Liste wichtiger Fremdwörter.
