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mit dem Zaunpfahl winken

Form & Grammatik

WendungRedewendung
Stichwort
mit dem Zaunpfahl winken
Form
Bildliche verbale Wendung mit winken; ein Empfänger kann im Dativ genannt werden. Worttrennung: mit dem Zaun·pfahl win·ken.

Gebrauch: Bildliche Wendung für einen indirekten, aber sehr deutlichen Hinweis. Ein Empfänger kann ergänzt werden: jemandem mit dem Zaunpfahl winken.

Formen und Verwendung im Detail

Es heißt sie winkt mir mit dem Zaunpfahl und sie winkte mir mit dem Zaunpfahl. Im Perfekt heißt es sie hat mir mit dem Zaunpfahl gewinkt oder sie hat mir mit dem Zaunpfahl gewunken; beide Partizipformen gehören zu winken. Das Präteritum lautet winkte. Der Infinitiv mit zu lautet mit dem Zaunpfahl zu winken.

Definition · kurz erklärt

Mit dem Zaunpfahl winken bedeutet, jemandem einen indirekten, aber sehr deutlichen Hinweis zu geben.

Bedeutungen

Einen überdeutlichen Hinweis geben

Die Wendung beschreibt einen Hinweis, dessen Absicht trotz der indirekten Form deutlich hervortritt. Jemand sagt beispielsweise nicht ausdrücklich, was eine andere Person tun soll, macht den Wunsch aber auffällig erkennbar. Die Wendung kann gerade diese Deutlichkeit kommentieren.

Bei der Musikprobe klappern Jonas’ Schlüssel jedes Mal, wenn er im Takt mit dem Fuß wippt. Mira stellt ein leeres Schälchen neben ihn und sagt: „Hier hätten deine Schlüssel während des Stücks einen ruhigen Platz.“ Jonas lacht: „Du winkst aber mit dem Zaunpfahl.“

Mira fordert Jonas nicht ausdrücklich auf, die Schlüssel abzulegen. Das Schälchen und ihre Bemerkung machen den gewünschten Schritt dennoch deutlich. Jonas zeigt mit seiner Antwort, dass er den Hinweis erkannt hat.

Dass ein Hinweis erkannt wird, besagt noch nicht, dass die angesprochene Person ihm folgt.

Ein Hinweis, eine Geste oder offene Worte?

winken

Winken kann eine sichtbare Bewegung mit der Hand oder einem Gegenstand bezeichnen. Die feste Zaunpfahl-Wendung bewertet einen indirekten, aber sehr deutlichen Hinweis. Dieser kann auch durch Worte gegeben werden.

„Mira winkt Jonas mit der Hand“ beschreibt eine Geste. „Mira winkt mit dem Zaunpfahl“ kann ihren auffälligen sprachlichen Hinweis auf die störenden Schlüssel meinen.

unmissverständlich

Unmissverständlich beschreibt die Eindeutigkeit einer Aussage oder eines Zeichens. Die Zaunpfahl-Wendung fügt die indirekte Form des sehr deutlichen Hinweises hinzu. Eine ausdrücklich ausgesprochene Bitte kann unmissverständlich sein, ohne als indirekter Hinweis formuliert zu werden.

„Leg die Schlüssel bitte ins Schälchen“ ist eine ausdrückliche Bitte. Miras Bemerkung über den ruhigen Platz für die Schlüssel bleibt eine indirekte Formulierung, lässt den Wunsch aber deutlich erkennen.

mit etwas nicht hinter dem Zaun halten

Mit etwas nicht hinter dem Zaun halten betont, dass jemand etwas offen sagt oder zeigt. Mit dem Zaunpfahl winken kommentiert die auffällige Deutlichkeit eines indirekten Hinweises. Ein deutlicher Hinweis kann eine Haltung offenlegen; die beiden Ausdrücke schließen sich nicht aus.

„Mira hält mit ihrem Wunsch nach Ruhe nicht hinter dem Zaun“ betont ihre Offenheit. „Mira winkt mit dem Zaunpfahl“ rückt die indirekte, aber deutliche Form ihres Hinweises in den Vordergrund.

wink als Chatreaktion

Das kurze wink kann in einer Nachricht eine Gruß- oder Abschiedsgeste darstellen. Es ist dort ein unveränderliches Reaktionswort. Die Zaunpfahl-Wendung ist dagegen eine nach Person und Zeit angepasste Wortgruppe mit dem Verb winken; die nominale Verbindung ein Wink mit dem Zaunpfahl enthält das Nomen Wink.

„Bin wieder da. *wink*“ stellt eine Geste dar. „Du winkst mit dem Zaunpfahl“ kommentiert dagegen einen sehr deutlichen Hinweis.

Beispiele und Verwendung

Eine Andeutung kommentieren

„Das war jetzt aber ein Wink mit dem Zaunpfahl.“

Die nominale Fassung kann denselben überdeutlichen Hinweis kommentieren. Ob die Bemerkung belustigt oder kritisch klingt, zeigt der Zusammenhang.

Grammatik

Es heißt sie winkt mir mit dem Zaunpfahl und sie winkte mir mit dem Zaunpfahl. Im Perfekt heißt es sie hat mir mit dem Zaunpfahl gewinkt oder sie hat mir mit dem Zaunpfahl gewunken; beide Partizipformen gehören zu winken. Das Präteritum lautet winkte. Der Infinitiv mit zu lautet mit dem Zaunpfahl zu winken. Mit steht hier mit dem Dativ: dem Zaunpfahl. Der ebenfalls mögliche Empfänger steht im Dativ, etwa mir oder jemandem. Das Verb ist nicht trennbar.

Varianten

Als Nebenfassung ist einen Wink mit dem Zaunpfahl geben belegt. Die nominale Verbindung ein Wink mit dem Zaunpfahl bezeichnet den entsprechenden sehr deutlichen Hinweis; Wink wird darin großgeschrieben.