je
Form & Grammatik
- Stichwort
- je
- Worttrennung
- je
- Kasus
- Als Präposition mit Akkusativ; adverbial auch ohne Rektion mit folgendem Nominativ.
Je nun ist veraltend; je und je ist gehoben und veraltend.
Gebrauch: Unveränderlich. Wortart und Bedeutung werden nach dem jeweiligen Satzgebrauch unterschieden.
Definition · kurz erklärt
Je kann je nach Satz jemals, jeweils oder pro bedeuten. In je … desto verbindet es zwei Veränderungen miteinander. Das kleine Wort bleibt immer unverändert; seine Wortart und sein Sinn ergeben sich aus dem Zusammenhang.
Bedeutungen
Zeit: irgendwann oder jemals
In „Hast du je einen Eisvogel gesehen?“ fragt je, ob das zu irgendeinem Zeitpunkt geschehen ist. Es nennt keinen bestimmten Tag. Auch „Das ist der deutlichste Hinweis, den wir je gefunden haben“ bezieht sich auf den bisherigen Erfahrungsbereich der sprechenden Personen.
Verteilung: jeweils oder pro
„Drei Gruppen bekommen je vier Karten“ heißt: Jede einzelne Gruppe bekommt vier Karten. Insgesamt werden also zwölf Karten verteilt. In „zwei Euro je Eintrittskarte“ bezeichnet je dagegen die Einheit, auf die sich der Preis bezieht. Ein Gesamtpreis ergibt sich erst aus der Zahl der Karten.
Abhängigkeit: je … desto
„Je länger wir üben, desto sicherer wird unser Vortrag“ stellt einen Zusammenhang zwischen Dauer und Sicherheit her. Dabei sind länger und sicherer die beiden Vergleichsformen. Auch umso kann den zweiten Teil einleiten. Die Satzform beschreibt einen behaupteten Zusammenhang; sie beweist ihn nicht von selbst.
Ausrufe und ältere Verwendungen
In ach je! oder oh je! gehört je zu einem Ausdruck des Bedauerns oder Erschreckens. Das veraltende je nun leitet dagegen einen Einwand oder eine Einschränkung ein, ähnlich wie „nun ja“. Diese Verwendungen haben nicht die zeitliche Bedeutung jemals.
je: Synonyme und andere Wörter
Nach einer Erfahrung fragen
jemals · irgendwann einmal
Jemals passt gut zu der offenen Frage nach einer Erfahrung. Irgendwann einmal ist ausführlicher. Immer wäre kein Ersatz: Es fragte nach einer dauernden oder wiederholten Erfahrung.
„Warst du je auf einer Insel?“ → „Warst du jemals auf einer Insel?“ Beide Fragen lassen den Zeitpunkt offen.
Mengen und Einheiten angeben
jeweils · pro · für jede einzelne Einheit
Jeweils passt zur Verteilung, pro zur Bezugsgröße. Die Wörter lassen sich nicht ohne Beachtung des Satzbaus tauschen. „Die Kinder erhalten je zwei Blätter“ wird zu „Die Kinder erhalten jeweils zwei Blätter“, nicht zu „erhalten pro zwei Blätter“.
„Der Eintritt kostet fünf Euro je Person.“ → „Der Eintritt kostet fünf Euro pro Person.“ Die Bezugsgröße bleibt erhalten.
Eine Bedingung ausdrücken
abhängig von · je nachdem
Je nach nennt eine Bedingung als Wortgruppe; je nachdem kann einen ganzen Nebensatz einleiten. Die Umschreibung muss zu dieser unterschiedlichen Form passen.
„Je nach Wetter lesen wir draußen oder drinnen.“ → „Abhängig vom Wetter lesen wir draußen oder drinnen.“ Es geht um eine Entscheidung unter verschiedenen Bedingungen.
Verwendung und Beispiele
„Die vier Teams erhalten je drei Hinweise, aber nur eine gemeinsame Karte.“
Je gehört hier zu drei Hinweisen: Jedes Team bekommt drei, insgesamt also zwölf. Die Karte ist ausdrücklich gemeinsam. Bei Mengenangaben verhindert eine solche klare Zuordnung Missverständnisse.
„Je sorgfältiger du die beiden Texte vergleichst, desto deutlicher erkennst du ihre Unterschiede.“
Der erste Teil ist ein Nebensatz; das Verb vergleichst steht am Ende dieses Teils. Im zweiten Teil folgt erkennst auf die Gruppe desto deutlicher. Ein Komma trennt die beiden Teilsätze. Die Konjunktion verknüpft hier zwei Aussagen.
Grammatik
Je hat mehrere grammatische Aufgaben: Adverb bei Zeit- und Verteilungsangaben, Präposition im Sinn von pro, Konjunktion in je … desto oder je nachdem, Partikel im älteren je nun und Interjektion in Ausrufen. Es erhält in keiner dieser Verwendungen eine Flexionsendung. Eine Beugungstabelle wäre deshalb unpassend.
Als Präposition verlangt je den Akkusativ: „je angefangenen Monat“. Auch die adverbiale Auffassung ohne Kasusforderung ist gebräuchlich; dabei kann der Nominativ folgen: „je angefangener Monat“. Diese zweite Form ist daher nicht automatisch ein Fehler. Wer einen Text überarbeitet, sollte die gewählte Konstruktion im ganzen Satz beurteilen.
Das Wort ist einsilbig und wird am Zeilenende nicht getrennt. Die Verbindungen je nach und je nachdem werden jeweils mit einem Leerzeichen nach je geschrieben.
Feste Verbindungen
Seit eh und je
Die Wendung bedeutet: schon immer, soweit die Erinnerung zurückreicht. „Die Familie trifft sich seit eh und je im selben Garten“ betont eine lange Gewohnheit. Die Formulierung nennt kein nachprüfbares Anfangsjahr; für eine genaue Chronik wäre ein Datum sinnvoller.
Je und je
Die gehobene, veraltende Verbindung bedeutet „gelegentlich“ oder „von Zeit zu Zeit“. „Je und je schaute sie im kleinen Laden vorbei“ schildert wiederkehrende Besuche, ohne einen festen Rhythmus zu nennen. Die Wendung ist nicht mit seit eh und je gleichzusetzen.
