tschüs
Form & Grammatik
- Stichwort
- tschüs
- Worttrennung
- tschüs; auch tschüss
Tschüs mit langem ü, tschüss mit kurzem ü. Beide bleiben ungetrennt. Beim Anführen des Grußes ist auch Großschreibung möglich: Tschüs sagen beziehungsweise Tschüss sagen.
Gebrauch: Unveränderliche Interjektion als Abschiedsgruß; keine Deklination, Konjugation oder Steigerung.
Tschüs und tschüss sind informelle Abschiedsgrüße. Beide Schreibweisen sind korrekt; sie passen vor allem zu einem vertrauten oder ungezwungenen Gespräch.
Bedeutung
1 Sich ungezwungen verabschieden
Mit dem Gruß beendet man eine Begegnung oder verabschiedet sich in einem Gespräch. Er ist kürzer und lockerer als „auf Wiedersehen“. Welche Form angemessen ist, hängt von der Beziehung und der Situation ab, nicht allein vom Alter der Beteiligten.
Die Schreibungen tschüs und tschüss bilden unterschiedliche Vokallängen ab: tschüs mit langem, tschüss mit kurzem ü. Es wäre deshalb falsch, eine der beiden üblichen Formen als bloßen Schreibfehler auszuschließen.
„Tschüs, danke für deine Hilfe!“
Der Gruß beendet das Gespräch. Der Dank ist eine zusätzliche Aussage; wann ein Wiedersehen stattfindet, bleibt offen.
Synonyme für tschüs: passend zum Zusammenhang
Tschüs und tschüss verabschieden im vertrauten oder ungezwungenen Gespräch. Andere Abschiedsformeln erfüllen dieselbe Gesprächsfunktion, verändern aber den Ton oder nennen eine erwartete nächste Begegnung. Sie sind daher keine beliebig austauschbaren Wörter. Entscheidend sind Verhältnis, Medium und Situation: Ein kurzer Gruß an einen Freund funktioniert anders als der Abschluss eines förmlichen Schreibens.
Auf Wiedersehen und ciao
Auf Wiedersehen klingt neutraler oder förmlicher, ohne einen neuen Termin zu nennen. Ciao hat als Abschiedsgruß einen ähnlich ungezwungenen Ton wie tschüs. „Ciao, danke für deine Hilfe“ kann denselben lockeren Abschluss bilden; die Passung hängt vom üblichen Umgang ab.
Bis bald und bis morgen
Bis bald betont die nächste Begegnung in absehbarer Zeit, ohne einen festen Zeitpunkt festzulegen. Bis morgen bezieht sich auf den folgenden Tag. Beide ergänzen eine zeitliche Erwartung, die tschüs allein nicht ausdrückt.
Im Satz vergleichen: Die folgenden Beispiele sind eigens formuliert.
Ausgangssatz: „Tschüss, wir sehen uns morgen im Kurs“, sagt Lea.
Alternative: „Bis morgen im Kurs“, sagt Lea.
Die zweite Fassung macht den Zeitpunkt zum Kern der Abschiedsformel. Sie ist passend, weil das Wiedersehen am folgenden Tag bereits genannt wird.
Ausgangssatz: Beim Abschied vom Beratungsgespräch sagt er: „Tschüs und danke für Ihre Zeit.“
Alternative: Beim Abschied vom Beratungsgespräch sagt er: „Auf Wiedersehen und danke für Ihre Zeit.“
Auf Wiedersehen wirkt förmlicher und passt zur Anrede mit Sie. Ob der lockerere Gruß unangemessen wäre, hängt trotzdem vom tatsächlichen Umgang im Gespräch ab.
Beispiele und Verwendung
Die folgenden Beispiele sind eigens für diese Erklärung formuliert.
„Tschüs, bis morgen!“, sagt Lea an der Tür.
Der Ausruf steht am Anfang der direkten Rede. Die Ergänzung nennt ein erwartetes Wiedersehen.
Er verabschiedet sich mit einem kurzen Tschüss.
Nach einem kurzen wird der Gruß wie ein Nomen gebraucht und großgeschrieben.
In der Nachricht an ihre Freundin schreibt sie: „Tschüss und viel Erfolg!“
Die informelle Verabschiedung passt zur vertrauten Beziehung.
Beim Formulieren beachten
Auf Wiedersehen ist neutraler und förmlicher. Bis bald verweist auf eine erwartete spätere Begegnung, ohne einen genauen Termin festzulegen. Bis morgen nennt dagegen einen konkreteren Zeitpunkt.
Ein Gruß braucht keine Beugungstabelle wie ein Nomen oder Verb: Als Interjektion bleibt er in seiner Grundform unverändert. Die Großschreibung ergibt sich aus Satzanfang oder Nominalgebrauch, nicht aus einem Personenwechsel.
Grammatik und Beugung
Die beiden Schreibformen sind unveränderliche Interjektionen. Sowohl tschüs als auch tschüss bleiben am Zeilenende ungetrennt. Tschüs wird mit langem ü, tschüss mit kurzem ü gesprochen; das ist kein Unterschied von Fall, Person oder Zahl.
Tschüs oder tschüss schreiben?
| Form | Einordnung |
|---|---|
| tschüs | zulässiger Abschiedsgruß |
| tschüss | ebenfalls zulässig |
| Tschüs! / Tschüss! | als eigenständiger Ausruf am Anfang groß |
| ein freundliches Tschüss | substantivierter Gebrauch, groß |
Beim Anführen des Grußes sind „tschüs sagen“ und „Tschüs sagen“ sowie „tschüss sagen“ und „Tschüss sagen“ möglich. „Ein freundliches Tschüss“ ist dagegen ein substantivischer Gebrauch. Die Tabelle beschreibt die Schreibweise; sie behauptet keine Beugung des Grußworts.
