Baum
Form & Grammatik
- Stichwort
- Baum
- Worttrennung
- Baum
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Baums / des Baumes
- Plural
- die Bäume; Dativ: den Bäumen
Gebrauch: Plural mit Umlaut. Fachsprachliche Verwendungen haben dieselben Formen.
Definition · kurz erklärt
Ein Baum ist ein Holzgewächs mit einem Stamm und einer Krone aus Ästen und Zweigen. Die Form des Baumes steht außerdem hinter verschiedenen technischen und bildhaften Verwendungen. Im vertrauten Zusammenhang kann mit dem Baum auch der Weihnachtsbaum gemeint sein.
Bedeutungen
Ein Holzgewächs mit Stamm und Krone
Ein Baum besitzt einen verholzten Stamm, von dem Äste und Zweige ausgehen. Die Krone kann Laubblätter oder Nadeln tragen. Das Wort benennt die ganze Pflanze, nicht nur das Holz oder den Stamm.
„Der Baum vor dem Haus spendet im Sommer Schatten auf der Terrasse.“
Welche Baumart dort steht, bleibt offen. Ein einzelner Baum ist außerdem noch keine Bezeichnung für eine größere bewaldete Fläche.
Umgangssprachlich: der Weihnachtsbaum
Wenn Weihnachten und das Schmücken oder Aufstellen bereits Thema sind, wird Weihnachtsbaum oft zu Baum verkürzt. Die Lesart entsteht aus dem vertrauten Zusammenhang.
„Am Abend vor dem Fest schmücken die Kinder den Baum.“
Hier legt das Schmücken vor dem Fest einen Weihnachtsbaum nahe. Außerhalb dieses Zusammenhangs könnte Baum ebenso eine andere Pflanze bezeichnen.
Ein baumartig geformter Gegenstand
Baum kann auch einen errichteten oder hergestellten Gegenstand bezeichnen, dessen Form an einen Stamm mit Abzweigungen erinnert. Das Grundwort begegnet etwa in Bezeichnungen wie Kletterbaum oder Lichterbaum.
„Der künstliche Baum im Foyer trägt an seinen Metallästen kleine Lampen.“
Der Satz beschreibt einen Gegenstand in Baumform. Es ist keine lebende Pflanze; Material und Bauweise werden eigens genannt.
Eine verzweigte Ordnung oder mathematische Struktur
Eine baumartige Darstellung ordnet Elemente über Verzweigungen. In Mathematik und Informatik hat Baum eine präzisere Bedeutung: ein zusammenhängender Graph ohne Kreis. Zwischen zwei Knoten gibt es dann genau einen Weg.
„Das Programm zeigt die Unterordner in einem Baum an, dessen Zweige sich einzeln öffnen lassen.“
Gemeint ist die geordnete Darstellung. Eine Zeichnung mit beliebigen Querverbindungen erfüllt nicht schon wegen ihres Aussehens die mathematischen Bedingungen eines Baumes.
Beim Segeln: eine Stange am Segel
In der Segelsprache ist ein Baum eine meist waagerechte Stange am unteren Rand eines Segels. Die genauere Bezeichnung kann vom zugehörigen Segel abhängen, etwa Großbaum.
„Beim Manöver schwenkt der Baum über das Deck.“
Der Satz bezieht sich auf ein Teil der Segelausrüstung, nicht auf eine Pflanze. Die Fachbedeutung wird durch den Zusammenhang an Bord erkennbar.
Synonyme: andere Wörter für Baum
Die Pflanze benennen
Gehölz · Holzgewächs
Gehölz und Holzgewächs sind weitere Oberbegriffe. Sie können auch Sträucher umfassen. Wer einen einzelnen Baum genau benennen will, kann stattdessen die Art nennen, beispielsweise Eiche oder Linde.
„Neben dem Weg wächst ein Gehölz.“ – „Neben dem Weg wächst eine Linde.“
Der zweite Satz ist genauer. Die erste Formulierung lässt sogar offen, ob ein Baum oder ein anders gebautes Holzgewächs gemeint ist.
Die Ordnung benennen
Baumstruktur · Verzweigung · Hierarchie
Baumstruktur macht die übertragene Bedeutung ausdrücklich. Verzweigung kann nur eine einzelne Aufteilung meinen. Hierarchie betont Über- und Unterordnung; sie ist nicht in jedem Zusammenhang gleichbedeutend mit einem mathematischen Baum.
„Die Dateien stehen in einer Hierarchie.“ – „Die Dateien werden als Baum dargestellt.“
Die erste Aussage beschreibt ihre Ordnung, die zweite eine Form der Darstellung. Beides kann zusammengehören, sind aber unterschiedliche Blickrichtungen.
Beispiele und Verwendung
Stamm und ganze Pflanze
„Der Stamm des Baumes ist beschädigt, die Krone wirkt noch dicht.“
Stamm und Krone sind Teile der Pflanze. Wer nur Baum sagt, legt nicht fest, welcher Teil von einer Beobachtung betroffen ist.
Die Mehrzahl verändert den Vokal
„Zwischen den Bäumen führt ein schmaler Weg zum Hof.“
Der Plural lautet Bäume und enthält einen Umlaut. Nach zwischen steht in dieser Ortsangabe der Dativ Plural den Bäumen.
Grammatik und Beugung
Baum ist maskulin. Im Genitiv Singular sind des Baums und des Baumes möglich. Der Dativ lautet gewöhnlich dem Baum; auch dem Baume ist belegt. Im Plural verändert sich au zu äu, und die Endung -e kommt hinzu. Der Dativ Plural erhält zusätzlich -n. Diese Formen gelten auch für die übertragenen und fachsprachlichen Bedeutungen; der Zusammenhang unterscheidet die Lesarten. Die Dativform dem Baume ist heute selten; das Dativ-e begegnet vor allem in älteren oder literarischen Formulierungen und in festen Wendungen.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Baum | die Bäume |
| Genitiv | des Baums / des Baumes | der Bäume |
| Dativ | dem Baum; heute selten: dem Baume | den Bäumen |
| Akkusativ | den Baum | die Bäume |
Schreibweise und Worttrennung
Baum ist einsilbig und wird nicht getrennt. Die Trennung des Plurals lautet Bäu·me. In den Tabellen sind nur hinzugefügte Endungen markiert; der Umlaut im Stamm bleibt unverändert Bestandteil der geschriebenen Form.
Redewendungen und feste Verbindungen
Bäume ausreißen können
Wer das sagt, fühlt sich sehr kräftig und zu großen Leistungen fähig.
„Nach der langen Erholungspause fühlt sie sich, als könnte sie Bäume ausreißen.“
Die Wendung ist umgangssprachlich und übertreibt bewusst. Sie beschreibt Energie, keine tatsächliche Fähigkeit, Bäume zu entwurzeln.
Zwischen Baum und Borke stehen
Die Wendung beschreibt eine schwierige Lage zwischen gegensätzlichen Ansprüchen oder Interessen.
„Zwischen den Wünschen des Teams und der knappen Vorgabe der Leitung steht er zwischen Baum und Borke.“
Gemeint ist eine Zwickmühle. Nicht jede kleine Unsicherheit ist schon eine solche Konfliktlage.
Wortfamilie und verwandte Wörter
Das Verb wachsen beschreibt unter anderem die Größenzunahme einer Pflanze. Zusammensetzungen wie Baumstamm und Baumkrone bezeichnen Teile; Entscheidungsbaum und Verzeichnisbaum nutzen dagegen die Vorstellung der Verzweigung.
