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Cancel-Culture

Form & Grammatik

SubstantivFremdwort
Stichwort
Cancel-Culture
Worttrennung
Can·cel-Cul·ture
Artikel
die
Geschlecht
feminin
Genitiv
der Cancel-Culture
Plural
kein Plural
Form
Schreibvariante: Cancelculture, Genitiv der Cancelculture. Die verbreitete Getrenntschreibung Cancel Culture entspricht hier nicht dem amtlichen Regelwerk.

Gebrauch: Jargon; nur Singular.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Cancel-Culture bezeichnet eine Praxis, bei der Menschen oder Organisationen wegen moralischer oder politischer Vorwürfe systematisch Unterstützung entzogen wird. Dazu können organisierte Boykotte oder Ausladungen gehören.

Bedeutungen

Unterstützung entziehen und Teilhabe verweigern

Eine Kampagne kann etwa dazu aufrufen, die Veranstaltungen einer Person zu meiden, ihre Bücher nicht mehr zu kaufen oder sie nicht mehr einzuladen. Anlass sind dabei Vorwürfe gegen ihr moralisches oder politisches Verhalten. Der Begriff fasst ein solches systematisches Vorgehen als gesellschaftliche Praxis zusammen.

„Nach den Vorwürfen gegen die Autorin ruft die Kampagne dazu auf, ihre Bücher nicht mehr zu kaufen.“

Der Boykottaufruf soll wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Druck ausüben. Ein solcher Vorgang kann in der Debatte als Cancel-Culture bezeichnet werden; eine Rezension, die den Büchern widerspricht, wäre dagegen zunächst Kritik.

Cancel-Culture: Synonyme und Unterschiede

Boykott und Ausschluss

Ein Boykott kann Käufe, Teilnahme oder Zusammenarbeit verweigern. Ausschluss betont den Entzug einer Teilnahmemöglichkeit. Cancel-Culture bezieht solche Handlungen auf einen systematischen gesellschaftlichen Druck wegen vorgeworfener Verfehlungen.

„Die Einladung wurde zurückgezogen.“ – „Die Kampagne fordert einen systematischen Boykott.“

Die Sätze benennen unterschiedliche Vorgänge. Erst der weitere Zusammenhang rechtfertigt ihre Einordnung.

Kritik und Zensur

Kritik kann eine begründete Auseinandersetzung mit einer Aussage sein. Zensur hat einen eigenen Bedeutungsumfang. Beide Wörter sind keine allgemeinen Ersatzwörter für Cancel-Culture.

„Die Rezension widerspricht dem Argument.“ – „Die Kampagne verlangt den Ausschluss der Person.“

Ein Widerspruch im Inhalt und eine Ausschlussforderung sind voneinander zu unterscheiden. Die Begriffswahl sollte den beschriebenen Vorgang erklären.

Beispiele und Verwendung

„Die Diskussion klärt zuerst, ob ein Boykottaufruf, eine Ausladung oder eine sachliche Gegenrede gemeint ist.“

Konkrete Bezeichnungen machen nachvollziehbar, was mit dem umstrittenen Sammelbegriff bezeichnet werden soll.

Wortfamilie

Cancel-Culture (aktuelles Wort)
Substantiv, feminin. Praxis, bei der wegen moralischer oder politischer Vorwürfe systematisch Unterstützung entzogen wird. „In der Debatte über Cancel-Culture geht es auch um den Boykottaufruf gegen die Autorin.“
canceln
Verb. Im betreffenden Zusammenhang einer Person oder Organisation Unterstützung entziehen. „Die Gruppe will den Veranstalter wegen der Vorwürfe canceln.“

Canceln kann außerdem absagen oder rückgängig machen bedeuten. Ein wegen Regen gecanceltes Picknick ist keine Cancel-Culture.

Grammatik und Beugung

Das Wort ist feminin und wird ohne Plural gebraucht. Die Hauptschreibung lautet Cancel-Culture; auch Cancelculture ist eine Schreibvariante. Die weit verbreitete Getrenntschreibung Cancel Culture entspricht bei diesem deutschen Substantiv nicht dem amtlichen Regelwerk.

Cancel-Culture: Deklination
FallSingular
Nominativdie Cancel-Culture
Genitivder Cancel-Culture
Dativder Cancel-Culture
Akkusativdie Cancel-Culture
Cancelculture: Deklination – zusammengeschriebene Variante; nur Singular
FallSingular
Nominativdie Cancelculture
Genitivder Cancelculture
Dativder Cancelculture
Akkusativdie Cancelculture

Wortbildung und Herkunft

Die Bezeichnung enthält die englischen Wörter cancel und culture. Im Zusammenhang geht es um eine als systematisch beschriebene Praxis des Ausschließens. Das verwandte deutsche Verb canceln geht auf englisch to cancel zurück.