Dialog
Form & Grammatik
- Lemma
- der Dialog
- Wortart
- Substantiv, maskulin
- Worttrennung
- Di·a·log
- Genitiv
- des Dialogs / des Dialoges
- Plural und Gebrauch
- die Dialoge; Dativ Plural: den Dialogen
Ein Dialog ist ein wechselseitiges Gespräch oder ein Austausch zwischen Beteiligten. Das Wort bezeichnet außerdem Gesprächspassagen in Texten und Filmen sowie bestimmte Formen der Kommunikation mit einem Computer.
Bedeutungen
Gespräch mit Rede und Gegenrede
In einem Dialog reagieren die Beteiligten aufeinander: Sie fragen, antworten, widersprechen oder greifen Gedanken auf. Es können auch mehr als zwei Menschen beteiligt sein. Eine bloße Folge von Vorträgen bildet deshalb noch keinen wirklichen Austausch.
„Aus der Frage nach dem Gartenzaun entstand ein Dialog darüber, wie beide Familien den Hof nutzen möchten.“
Die Beteiligten entwickeln das Thema gemeinsam. Das Gespräch muss nicht schon zu einer Einigung führen.
Austausch zwischen Gruppen
Politik, Verwaltung oder andere Gruppen können einen Dialog führen, um Positionen kennenzulernen und strittige Fragen zu bearbeiten. Gemeint ist dabei oft ein längerer Austausch mit mehreren Gesprächen.
„Die Schule sucht den Dialog mit den Eltern über die neuen Lernzeiten.“
Die Formulierung kündigt Austausch an. Sie bedeutet nicht, dass alle Beteiligten bereits zustimmen oder ihre Interessen identisch sind.
Gesprächspassagen in Literatur und Film
Ein Dialog ist auch eine geschriebene Wechselrede zwischen Figuren. Im Film kann das Wort zudem die Gesamtheit der gesprochenen Gesprächspassagen eines Drehbuchs bezeichnen.
„Im Dialog der beiden Schwestern wird deutlich, dass sie dieselbe Erinnerung unterschiedlich deuten.“
Die Wechselrede vermittelt hier Figurenwissen und einen Konflikt. Zur Untersuchung gehört, wer worauf antwortet und was unausgesprochen bleibt.
Austausch mit einem Programm
In der Computertechnik heißt auch die Folge von Eingaben und Antworten zwischen Mensch und Programm Dialog. Häufig wird verkürzt ein Dialogfenster so genannt, in dem das Programm eine Auswahl oder Bestätigung erwartet.
„Der Dialog zum Speichern fragt nach dem Dateinamen.“
Hier ist kein menschlicher Gesprächspartner gemeint. Das Fenster stellt eine Eingabemöglichkeit bereit.
Dialog: Synonyme und andere Wörter
Alltägliches und sachbezogenes Sprechen
Gespräch · Austausch
Gespräch ist der allgemeinere Ausdruck. Austausch betont, dass beide Seiten etwas beitragen; er kann auch schriftlich stattfinden. Dialog rückt die wechselseitige Bezugnahme in den Vordergrund.
‚Wir führten ein Gespräch‘ bezeichnet das Ereignis; ‚es entstand ein Dialog‘ hebt stärker hervor, dass die Beteiligten aufeinander eingingen.
Streitige Positionen besprechen
Eine Debatte betont häufig das geregelte Gegenüber verschiedener Positionen. Ein Dialog kann ebenso streitig sein, legt aber stärker Gewicht auf den wechselseitigen Austausch.
‚Die Debatte endete ohne Beschluss‘ sagt etwas über das Ergebnis; ‚der Dialog wird fortgesetzt‘ beschreibt den weiterbestehenden Gesprächskontakt.
Beispiele und Verwendung
Für eine Textanalyse hilft der Vergleich mit dem Monolog: Im Dialog stehen verschiedene Stimmen in Wechselbeziehung. Entscheidend ist dabei nicht nur die Zahl der Sätze, sondern auch, wer eine Äußerung aufgreift oder einer Antwort ausweicht.
In der Kochkunst kann Dialog bildlich eine Zusammenstellung zueinander passender, geschmacklich unterschiedlicher Speisen meinen: Ein Dialog aus Apfel und herbem Kakao schließt das Menü ab. Das ist ein besonderer Gebrauch auf Speisekarten, kein wörtliches Gespräch.
Grammatik und Beugung
Dialog ist maskulin. Im Genitiv Singular sind des Dialogs und des Dialoges möglich. Der Dativ Plural endet auf -en: in den Dialogen. Neben dem üblichen dem Dialog kommt die ältere Dativform dem Dialoge vor; sie wirkt heute altertümlich und steht deshalb nicht als unmarkierte Alltagsform in der Tabelle.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Dialog | die Dialoge |
| Genitiv | des Dialogs / des Dialoges | der Dialoge |
| Dativ | dem Dialog | den Dialogen |
| Akkusativ | den Dialog | die Dialoge |
Herkunft
Das Wort führt über lateinisch dialogus auf griechisch diálogos, Gespräch, zurück. Die heutige deutsche Form wurde auch durch französisch dialogue geprägt. Der griechische Wortanfang dia- bedeutet hier nicht zwei: Ein Dialog ist sprachlich nicht auf genau zwei Gesprächsteilnehmer festgelegt.
