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Nachahmung

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Nachahmung
Worttrennung
Nach·ah·mung
Artikel
die
Geschlecht
Femininum
Genitiv
der Nachahmung
Plural
die Nachahmungen

Gebrauch: Der Vorgang des Nachahmens wird ohne Plural verwendet; einzelne nachgeahmte Gegenstände können im Plural stehen.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Nachahmung bezeichnet das Übernehmen eines vorgegebenen Verhaltens, einer Gestaltung oder Ausdrucksweise. Außerdem kann eine Nachahmung ein Gegenstand sein, der einem Vorbild nachgebildet ist.

Bedeutungen

Das Übernehmen eines Vorbilds

Ein Kind kann durch Nachahmung lernen, wie man einen Knoten bindet. In diesem Satz geht es um einen Vorgang: Es beobachtet einen Ablauf und versucht, ihn selbst auszuführen. Ob das gelingt, muss zusätzlich beschrieben werden.

„Durch Nachahmung der gezeigten Faltung gelingt ihr ein erstes Papierboot.“

Der Satz beschreibt einen Lernvorgang; der Erfolg wird ausdrücklich zusätzlich genannt.

Ein nach einem Vorbild gestaltetes Ergebnis

Eine Nachahmung kann auch das Ergebnis bezeichnen: etwa eine Verzierung, die sich an einem historischen Schmuckstück orientiert. Wie ähnlich das Ergebnis seinem Vorbild ist, bleibt zunächst offen. Genaue Nachahmung und misslungene Nachahmung setzen unterschiedliche Bewertungen hinzu.

Das Wort ist nicht von sich aus abwertend. In einer Lernbeschreibung kann es sachlich sein; in einer Kunstkritik kann bloße Nachahmung fehlende Eigenständigkeit beanstanden. Eine nachgebildete Sache ist auch nicht automatisch eine Fälschung. Dafür wäre der Eindruck, sie sei das Original oder stamme von jemand anderem, entscheidend.

„Die Vitrine enthält eine gekennzeichnete Nachahmung des alten Schmuckstücks.“

Ein Gegenstand wird nachgebildet und als solcher benannt; eine Täuschungsabsicht folgt daraus nicht.

Nachahmung: Synonyme und andere Wörter

Verhalten oder Ausdruck übernehmen

Imitation · das Imitieren · Orientierung am Vorbild

Imitation liegt nahe. Sich an einem Vorbild orientieren kann freier sein und eigene Lösungen einschließen. Nachäffen wäre dagegen eine spöttische oder abwertende Bezeichnung.

„Sie lernt den Griff durch Nachahmung.“ → „Sie beobachtet den Griff und imitiert ihn.“

Die zweite Fassung nennt Beobachtung und Handlung. Sie behauptet weder Spott noch eine Täuschungsabsicht.

Ein nachgebildeter Gegenstand

Imitat · Nachbildung · Kopie

Nachbildung stellt die Gestaltung nach einem Vorbild heraus. Kopie kann je nach Zusammenhang eine sehr genaue Wiedergabe meinen. Das Wort Attrappe passt nur, wenn vor allem ein äußerer Eindruck oder eine bestimmte Funktion vorgetäuscht wird.

„Im Schaufenster liegt eine Nachahmung des alten Pokals.“ → „Dort steht eine Nachbildung des Pokals.“

Beide Sätze beschreiben eine hergestellte Entsprechung. Ob Material und Größe übereinstimmen, müsste ergänzt werden.

Beispiele und Verwendung

„Die Nachahmung der Handbewegung half der Schülerin beim ersten Versuch.“

Hier ist der Lernvorgang gemeint, nicht ein zählbarer Gegenstand.

„Das Museum zeigt drei Nachahmungen derselben Münze aus unterschiedlichen Materialien.“

Hier lassen sich drei Ergebnisse zählen; deshalb ist der Plural möglich. Die Bezeichnung allein stellt sie nicht als originale Münzen dar.

Grammatik und Beugung

Nachahmung ist ein feminines Substantiv. Als Vorgang steht es ohne Plural: Lernen durch Nachahmung. Für einzelne nachgebildete Gegenstände lautet die Mehrzahl Nachahmungen. Im Singular bleibt die Wortform unverändert; im Plural steht in allen Fällen Nachahmungen.

Deklination von Nachahmung
FallSingularPlural
Nominativdie Nachahmungdie Nachahmungen
Genitivder Nachahmungder Nachahmungen
Dativder Nachahmungden Nachahmungen
Akkusativdie Nachahmungdie Nachahmungen

Verwandte Wörter und Unterschiede

Nachbildung: Nachbildung kann ein nach einem Vorbild gestaltetes Ergebnis meinen. Nachahmung umfasst daneben etwa die Übernahme eines Verhaltens.