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imitieren

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
imitieren
Worttrennung
imi·tie·ren
Präsens
imitiert
Präteritum
imitierte
Partizip II
imitiert
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
nicht trennbar
Ergänzungen
jemanden oder etwas imitieren (Akkusativ)

Formen und Verwendung im Detail

imitieren: Imitieren heißt, etwas nachzuahmen oder nachzubilden; in der Musik kann ein Thema in einer anderen Stimme wiederholt werden.

Bedeutung und Zusammenhang

Beim Imitieren orientiert sich eine Handlung oder Darstellung an einer Vorlage. Ein Mensch kann den Gang einer anderen Person nachahmen, eine Stimme wiedergeben oder ein Material künstlich nachbilden. Die Ähnlichkeit kann unterhalten, beim Lernen helfen oder einen bestimmten äußeren Eindruck erzeugen.

Das Verb sagt nicht von sich aus, dass die Nachahmung täuschen oder verspotten soll. Eine Stimme kann zu Übungszwecken imitiert werden. Bei einem Bühnenauftritt kann dagegen gerade die Wiedererkennbarkeit einer bekannten Person komisch wirken. Absicht und Wirkung müssen im jeweiligen Zusammenhang erkennbar werden.

Synonyme im Gebrauch

Nachahmen ist die gewöhnliche, nahe Alternative. Nachmachen klingt alltagssprachlicher. Nachbilden passt besonders zu Formen, Gegenständen und Materialien. Kopieren kann eine größere Genauigkeit der Übereinstimmung nahelegen.

Parodieren fügt eine komisch-kritische Gestaltung hinzu und ist daher kein Ersatz für jede Nachahmung. Fälschen behauptet ebenfalls mehr als imitieren. In der Musik passt die genauere Umschreibung, ein Thema in einer anderen Stimme wiederaufzunehmen.

Wörter im Satz vergleichen

Vergleiche: „Die Schülerin imitierte zur Übung den gehörten Rhythmus.“
„Die Schülerin parodierte den gehörten Rhythmus.“

Der erste Satz beschreibt eine Nachahmung zum Lernen. Der zweite kann eine komische oder kritische Veränderung nahelegen. Diese Absicht ist im bloßen Imitieren noch nicht enthalten.

Vergleiche: „Der Stoff imitiert die Oberfläche von Leder.“
„Der Stoff besteht aus Leder.“

Der erste Satz behauptet eine Ähnlichkeit des Erscheinungsbilds. Der zweite nennt das tatsächliche Material. Ein Produkt kann überzeugend imitieren, ohne aus dem nachgebildeten Material zu bestehen.

Verwendung und Satzbau

Man imitiert jemanden, eine Bewegung, einen Klang oder einen Gegenstand. Das Akkusativobjekt nennt die Vorlage. In einer Beschreibung kann ergänzt werden, welche Merkmale übernommen werden: Tonfall, Tempo, Haltung oder Oberfläche.

Die Formen lauten imitiert, imitierte und hat imitiert. Im Partizip steht kein zusätzliches ge-. „Die imitierte Stimme“ bezeichnet eine nachgeahmte Stimme; „Er hat die Stimme imitiert“ beschreibt die vollzogene Handlung.

In einer Textanalyse sollte die Deutung nicht bei der Feststellung der Ähnlichkeit stehen bleiben. Warum ahmt die Figur jemanden nach? Sucht sie Anerkennung, probiert sie eine Rolle aus oder macht sie sich über jemanden lustig? Die Antwort braucht passende Textbeobachtungen.

Auch die musikalische Verwendung ist keine pauschale Abwertung als bloßes Kopieren. Die Wiederkehr eines Themas in einer anderen Stimme kann eine bewusst eingesetzte Form der Gestaltung sein.

Grammatik und Wortformen

Konjugation von imitierenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
imitieren: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichimitiereimitierteimitiereimitierte
duimitierstimitiertestimitierestimitiertest
er/sie/esimitiertimitierteimitiereimitierte
wirimitierenimitiertenimitierenimitierten
ihrimitiertimitiertetimitieretimitiertet
sie/Sieimitierenimitiertenimitierenimitierten