Rinde
Form & Grammatik
- Stichwort
- Rinde
- Worttrennung
- Rin·de
- Artikel
- die
- Geschlecht
- feminin
- Genitiv
- der Rinde
- Plural
- die Rinden
Bedeutung 1 betrifft Baum- und Strauchrinde.
Bedeutung 2 bezeichnet die festere Außenschicht von Brot oder Käse.
Bedeutung 3 ist anatomischer Fachgebrauch.
Definition · kurz erklärt
Rinde kann die äußere Schicht eines Baumes, die festere Außenschicht von Brot oder Käse oder in der Anatomie eine äußere Organschicht bezeichnen. Die Gegenstände und das Fachgebiet unterscheiden die Bedeutungen.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Äußere Schicht von Bäumen und Sträuchern
Bei einem Baum oder Strauch ist die Rinde die feste äußere Schicht an Stamm, Ästen und Wurzeln. Sie kann glatt, rissig oder borkig sein. Das Wort bezeichnet diese Schicht; Baum meint die ganze Pflanze.
„An der jungen Birke löste sich die Rinde an einer Stelle, nachdem ein Ast daran gerieben hatte.“
Das Beispiel beschreibt eine konkrete äußere Schicht und sagt nicht, dass man Rinde zum Schutz absichtlich ablösen sollte.
Bedeutung 2: Festere Außenschicht von Brot oder Käse
Bei Brot und Käse heißt die festere äußere Schicht ebenfalls Rinde. Bei Brot kann auch Kruste passen; die beiden Wörter beschreiben den Rand, wobei Kruste besonders die beim Backen entstandene feste Oberfläche hervorhebt.
„Für die Suppe schnitt Ali die trockene Rinde vom Brot ab.“
Hier ist die äußere Brotschicht gemeint, nicht die gesamte Scheibe.
Bedeutung 3: Anatomie: äußere Schicht eines Organs
In der Anatomie bezeichnet Rinde den äußeren Bereich bestimmter Organe, der sich vom inneren Mark unterscheiden lässt. Außerhalb dieses Fachzusammenhangs ist diese Lesart nicht ohne Weiteres verständlich.
„Die Untersuchung beschrieb die Rinde der Niere und das darunterliegende Mark getrennt.“
Rinde, Borke und Kruste
Im norddeutschen Sprachgebrauch kann Borke für Rinde stehen. Kruste passt vor allem zur festen Außenseite von Brot und betont häufig deren beim Backen entstandene Oberfläche. Für Käse ist Rinde die passendere allgemeine Bezeichnung; Borke ist dort kein übliches Ersatzwort.
„Die Borke der Eiche war tief gefurcht.“ → „Die Rinde der Eiche war tief gefurcht.“
Beide Fassungen meinen hier die äußere Schicht des Baumes. Bei einer Brotscheibe wäre Kruste die geläufigere Alternative.
Beispiele und Verwendung
Äußere Schicht benennen
„Die Zeichnung zeigte eine aufgeplatzte Rinde neben dem glatten Stamm.“
Hier ist der Baum gemeint. Bei Brot oder Käse benennt dieselbe Wortform dagegen die festere Außenschicht des Lebensmittels.
Im anatomischen Zusammenhang
„Im Modell waren Rinde und Mark der Niere in zwei Farben dargestellt.“
Die Organbedeutung wird durch den anatomischen Kontext deutlich; sie ist keine allgemeine Bezeichnung für jede äußere Schicht im Körper.
Grammatik und Beugung
Rinde ist feminin: die Rinde. Der Genitiv lautet der Rinde; der Plural Rinden kann einzelne Baum-, Brot- oder Käserinden bezeichnen.
| Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Rinde | die Rinden |
| Genitiv | der Rinde | der Rinden |
| Dativ | der Rinde | den Rinden |
| Akkusativ | die Rinde | die Rinden |
Die Worttrennung lautet Rin·de. Im Plural kommt -n hinzu.
Wortfamilie
Rindenmulch bezeichnet zerkleinerte Baumrinde, die zum Abdecken von Boden verwendet wird. Rindenpilz nennt eine Pilzgruppe, die auf oder in Rinde wächst. Die Zusammensetzungen beziehen sich auf die Bedeutung bei Bäumen und nicht auf die Außenschicht von Brot oder Käse.
Herkunft
Rinde geht auf mittelhochdeutsch rinde, auch rinte, und althochdeutsch rinda beziehungsweise rinta zurück. Die ältere Bedeutung wird mit „Abgerissenes“ oder „Zerrissenes“ erklärt. Das ist eine historische Bedeutungsangabe, keine Empfehlung, Baumrinde abzutrennen.
