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Weg

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Weg
Worttrennung
Weg
Artikel
der
Geschlecht
Maskulinum
Genitiv
des Wegs / des Weges
Plural
die Wege

Gebrauch: Einsilbig. Gewöhnlich dem Weg, besonders in festen Verbindungen dem Wege. Reise als Vorgang ohne Plural; einzelne Besorgungen umgangssprachlich Wege. Kleines weg ist ein eigenes Adverb.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ein Weg ist eine begehbare oder befahrbare Verbindung, eine Route oder eine zurückzulegende Strecke. Das Wort bezeichnet außerdem einen Gang mit einem Ziel und übertragen eine Methode. In Physik und Mathematik besitzt Weg zusätzliche fachliche Bedeutungen. Das Nomen der Weg ist vom Adverb weg zu unterscheiden.

Bedeutungen

1 Eine Verbindung zum Gehen oder Fahren bezeichnen

Ein Weg verbindet Orte und kann etwa durch einen Wald, einen Garten oder zwischen Gebäuden verlaufen. Das Wort legt für sich genommen weder eine bestimmte Breite noch einen Straßenbelag fest.

„Ein schmaler Weg führt vom Schulhof zum Garten.“

Das Beispiel beschreibt eine räumliche Verbindung. Ob dort auch Fahrzeuge fahren dürfen, ist damit nicht gesagt.

2 Eine Route oder zurückzulegende Strecke meinen

Weg kann die Route zu einem Ziel oder die dabei zurückzulegende Strecke bezeichnen. Zwei Orte können durch mehrere Wege verbunden sein, die unterschiedlich lang sind.

„Der Weg am Fluss ist länger als die Abkürzung durch den Park.“

Die beiden Routen führen zum betrachteten Ziel, unterscheiden sich aber in ihrer Länge. Eine Luftlinie wäre wiederum eine andere Art der Entfernungsangabe.

3 Einen Gang oder eine Reise beschreiben

Auf dem Weg sein meint unterwegs sein. Bei dieser Reise- oder Gangbedeutung steht das Wort häufig im Singular. Umgangssprachlich können einzelne Besorgungen dagegen als Wege gezählt werden.

„Auf dem Weg zur Bücherei erledigte sie noch zwei Wege für ihre Nachbarin.“

Der erste Weg bezeichnet das Unterwegssein zum Ziel. Zwei Wege meint hier umgangssprachlich zwei Besorgungen; die Formulierung ist nicht in jeder Region gleich üblich.

4 Eine Methode oder Vorgehensweise nennen

Übertragen ist ein Weg eine Möglichkeit, ein Ziel zu erreichen oder ein Problem zu lösen. Man bewegt sich dabei nicht unbedingt räumlich. Mehrere Wege können zu demselben Ergebnis führen.

„Die Klasse suchte einen anderen Weg, den Sachverhalt anschaulich zu erklären.“

Gemeint ist ein anderes Vorgehen, etwa ein Modell statt einer langen Beschreibung. Nicht der Weg zum Klassenraum wird verändert.

5 In der Physik Bewegung und zurückgelegte Länge beschreiben

In fachlichen Zusammenhängen kann Weg eine durchlaufene Bahn oder die dabei zurückgelegte Länge meinen. Welche Größe gemeint ist, muss die Aufgabe erkennen lassen. Die Länge der tatsächlich zurückgelegten Strecke ist nicht immer der direkte Abstand zwischen Anfang und Ende.

„Nach einer vollständigen Runde auf einer 400-Meter-Bahn ist ein Weg von 400 Metern zurückgelegt.“

Die laufende Person steht wieder am Ausgangspunkt. Der Abstand zwischen ihrer Anfangs- und Endposition beträgt dort null; die zurückgelegte Länge bleibt dennoch 400 Meter.

6 In der Mathematik eine stetige Zuordnung meinen

Ein mathematischer Weg lässt sich als stetige Abbildung eines Intervalls in einen topologischen Raum beschreiben, zum Beispiel in eine Teilmenge der Ebene. Zu jedem Parameterwert gehört ein Punkt. Anfangs- und Endpunkt werden dadurch in der Menge verbunden.

„Der Weg γ(t) = (t, t) für 0 ≤ t ≤ 1 verbindet (0, 0) mit (1, 1).“

Wenn t von null bis eins wächst, beschreibt die Zuordnung die Diagonale zwischen den beiden Punkten. Weg meint hier die stetige Zuordnung und nicht bloß eine einzelne Entfernungszahl.

Synonyme: andere Wörter für Weg

Weg, Strecke oder Straße?

Strecke betont oft eine räumliche Ausdehnung oder den zu bewältigenden Abschnitt. Eine Straße ist eine bestimmte Art von Verkehrsverbindung. Weg ist in vielen Zusammenhängen allgemeiner und kann auch einen schmalen Fußweg meinen.

In einer Wegbeschreibung kann eine Straße Teil einer Route sein. Deshalb bedeutet eine lange Straße nicht automatisch, dass der ganze Weg zu einem Ziel lang ist.

„Die Straße ist gesperrt.“ – „Wir nehmen einen anderen Weg.“ Der zweite Satz kann mehrere andere Straßen und einen Fußweg zusammenfassen.

Weg oder Methode?

In übertragenen Zusammenhängen kann Methode ein passendes Ersatzwort sein. Methode hebt ein geregeltes oder bewusstes Vorgehen hervor. Weg kann auch eine allgemeinere Möglichkeit oder Richtung der Problemlösung nennen.

Für einen tatsächlichen Waldweg ist Methode kein Synonym. Der übertragene Gebrauch muss aus dem Satz hervorgehen.

„Wir erproben einen neuen Weg zur Auswertung.“ – „Wir erproben eine neue Methode zur Auswertung.“ Im zweiten Satz wird das Vorgehen stärker als Verfahren benannt.

Beispiele und Verwendung

Eine Wegbeschreibung verständlich machen

„Folge dem Weg bis zur Brücke; biege erst dahinter links ab.“

Die Brücke ist ein Orientierungspunkt und erst dahinter präzisiert die Reihenfolge. Eine bloße Angabe nach links wäre ohne Bezugspunkt weniger eindeutig.

Eine Deutung am Text zeigen

„Die Figur entscheidet sich für einen anderen Weg: Sie spricht den Streit offen an, statt erneut auszuweichen.“

Der zweite Satzteil erklärt die übertragene Bedeutung durch eine konkrete Handlung. Die Formulierung behauptet nicht, dass die Figur einen anderen räumlichen Weg nimmt.

Grammatik und Beugung

Das Nomen heißt der Weg, des Wegs oder des Weges und im Plural die Wege. Im Dativ Plural lautet die Form den Wegen. Gewöhnlich sagt man dem Weg; dem Wege begegnet besonders in festen Verbindungen wie im Wege stehen. Weg ist einsilbig und hat innerhalb des Wortes keine Trennstelle.

Die Tabelle gehört zum Nomen und nicht zum Adverb weg. Man schreibt: „Der Weg ist frei“, aber „Der Schlüssel ist weg“. Das kleine weg bedeutet hier nicht vorhanden beziehungsweise nicht mehr an diesem Ort. Es bekommt keine Artikel- oder Kasusformen.

Die Reise als Vorgang wird in der beschriebenen Lesart ohne Plural gebraucht. Daneben lassen sich konkrete Verbindungen, Routen, Methoden und umgangssprachlich einzelne Besorgungen als Wege zählen. Der Zusammenhang entscheidet, was eine Pluralform meint.

Weg: Fälle und Formen
FallSingularPlural
Nominativder Wegdie Wege
Genitivdes Wegs / des Wegesder Wege
Dativdem Weg / dem Wegeden Wegen
Akkusativden Wegdie Wege

Redewendungen und feste Verbindungen

Sich auf den Weg machen

Die feste Verbindung bedeutet aufbrechen oder losgehen. Das Ziel kann unmittelbar genannt sein oder sich aus der Situation ergeben.

„Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zur Ausstellung.“

Die Formulierung bezeichnet den Aufbruch. Sie besagt noch nicht, dass das Ziel bereits erreicht wurde.

Jemandem oder etwas im Weg stehen

Wörtlich kann jemand den Durchgang versperren. Übertragen bezeichnet die Verbindung ein Hindernis für eine Absicht oder Entwicklung. Im Wege stehen ist eine ebenfalls gebräuchliche Form.

„Die ungeklärte Raumfrage steht der Aufführung noch im Weg.“

Die Raumfrage ist kein Gegenstand auf einem Fußweg. Sie verhindert oder erschwert hier die weitere Planung.

Etwas in die Wege leiten

Etwas in die Wege zu leiten heißt, die nötigen ersten Schritte zu veranlassen oder ein Vorhaben anzustoßen. Der Ausdruck bezeichnet keine Garantie für dessen erfolgreichen Abschluss.

„Die Gruppe hat die Reparatur in die Wege geleitet und einen Termin vereinbart.“

Die Terminvereinbarung macht den begonnenen Ablauf greifbar. Ob die Reparatur schon ausgeführt wurde, ist damit nicht gesagt.