Yellow Press
Form & Grammatik
- Stichwort
- Yellow Press
- Worttrennung
- Yel·low Press
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Yellow Press
- Plural
- kein Plural
Gebrauch: Englische Wortgruppe als feminines Substantiv im Deutschen; Medienjargon, häufig kritisch oder abwertend. Der Wortlaut bleibt in den Fällen unverändert, die Artikel wechseln.
Definition · kurz erklärt
Yellow Press bezeichnet einen auf Sensationen, private Geschichten und starke Reize ausgerichteten Teil der Presse. Der Ausdruck kann kritisch oder abwertend gemeint sein. Er ist deshalb keine neutrale Garantie dafür, dass jede Meldung eines so bezeichneten Mediums falsch wäre.
Bedeutungen
1 Sensationsorientierte Presse
Yellow Press nennt Presseangebote, deren Darstellung stark auf Aufmerksamkeit, Prominente, Privatleben oder aufsehenerregende Ereignisse ausgerichtet ist. Häufig kritisiert die Bezeichnung zugleich eine oberflächliche oder unsachliche Aufbereitung. Diese Bewertung sollte an konkreten Beispielen erklärt werden.
„Die Rezension wirft dem Magazin vor, mit erfunden wirkenden Privatgeschichten den Ton der Yellow Press zu übernehmen.“
Das Beispiel gibt einen Vorwurf wieder. Ob die Geschichten tatsächlich erfunden sind, lässt sich aus der Bezeichnung allein nicht ableiten.
Synonyme: andere Wörter für Yellow Press
Yellow Press, Regenbogenpresse oder Boulevardpresse?
Regenbogenpresse ist eine nahe deutsche Bezeichnung, besonders bei unterhaltenden Geschichten über Prominente und Privatleben. Boulevardpresse ist weiter und kann auch andere aktuelle Themen in einer aufmerksamkeitsstarken Aufbereitung behandeln.
Die Grenzen sind im Sprachgebrauch nicht völlig scharf. Ein Medienname allein belegt weder hohe Qualität noch einen bestimmten Fehler in einem einzelnen Artikel.
„Das Heft wird zur Regenbogenpresse gezählt“ ordnet es einem Bereich zu. „Dieser Artikel enthält einen falschen Namen“ benennt dagegen einen konkret überprüfbaren Fehler.
Sensationspresse als wertende Alternative
Sensationspresse hebt die Suche nach Aufsehen besonders deutlich hervor. Das Wort ist ebenso wenig ein Ersatz für die sachliche Prüfung einer Meldung.
Wer die Bezeichnung verwendet, sollte zeigen, welche Darstellung problematisch ist: etwa eine überzogene Überschrift, eine unbelegte Behauptung oder eine Vermischung von Vermutung und Tatsache.
„Die Überschrift macht aus einer Vermutung eine Gewissheit“ ist genauer als die pauschale Bemerkung „Das ist eben Yellow Press“.
Beispiele und Verwendung
Eine Medienkritik begründen
„Die Besprechung kritisiert die riesige Schlagzeile, weil der Artikel selbst nur eine unbestätigte Vermutung nennt.“
Die Kritik benennt ein konkretes Verhältnis zwischen Titel und Inhalt. Dadurch wird nachvollziehbar, was an der Darstellung beanstandet wird.
Die Wortwahl einordnen
„Im Unterricht vergleichen wir eine sachliche Meldung mit einem sensationsbetonten Bericht.“
Für eine Analyse ist zunächst wichtig, wie Quellen, Vermutungen und belegte Angaben voneinander getrennt werden. Das Etikett Yellow Press darf diese Prüfung nicht ersetzen.
Grammatik und Beugung
Im Deutschen heißt es die Yellow Press, der Yellow Press; ein Plural ist nicht üblich. Beide Bestandteile werden in dieser übernommenen Substantivgruppe großgeschrieben. Die Worttrennung lautet Yel·low Press. Innerhalb von Press wird keine zusätzliche Trennstelle angesetzt.
Der Wortlaut bleibt im Singular unverändert; die grammatische Funktion wird unter anderem am Artikel sichtbar. Die Fallübersicht führt deshalb nur diese tatsächlichen Singularformen auf. Das englische Wort yellow allein ist nicht das deutsche Hauptlemma dieses Artikels.
| Fall | Singular |
|---|---|
| Nominativ | die Yellow Press |
| Genitiv | der Yellow Press |
| Dativ | der Yellow Press |
| Akkusativ | die Yellow Press |
Verwandte Wörter
Die Wortgruppe ist ein Anglizismus, also eine Übernahme aus dem Englischen. Die Bezeichnung kann pejorativ wirken. Inhaltlich gehört sie zum Bereich Journalismus und zur Presse; nicht jede Tätigkeit dort ist damit schon beschrieben.
