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anbandeln

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
anbandeln
Worttrennung
an·ban·deln
Präsens
bandelt an
Präteritum
bandelte an
Partizip II
angebandelt
Perfekt
hat angebandelt
Hilfsverb
haben
Infinitiv
anbandeln; anzubandeln
Trennbarkeit
Trennbar.

Gebrauch: Umgangssprachlich; Liebesbeziehung besonders süddeutsch und österreichisch. Die Variante anbändeln ist besonders schweizerisch.

Ergänzungen: mit jemandem anbandeln (mit + Dativ)

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Anbandeln bedeutet umgangssprachlich, mit jemandem eine Liebesbeziehung anzuknüpfen oder einen Streit anzufangen. Die erste Bedeutung ist besonders im süddeutschen und österreichischen Sprachgebrauch zu finden. Der Zusammenhang entscheidet, ob Annäherung oder Auseinandersetzung gemeint ist.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Eine Liebesbeziehung anknüpfen

Eine Person beginnt eine romantische Annäherung an eine andere. Die Verbindung kann locker und nicht ernsthaft sein; über ihre spätere Dauer sagt das Verb nichts aus. Diese Lesart ist umgangssprachlich und besonders süddeutsch und österreichisch.

„In der Sommergeschichte bandelt Nela mit ihrem neuen Nachbarn an.“

Die Szene beschreibt eine romantische Annäherung. Eine feste Partnerschaft oder ein dauerhaftes gegenseitiges Versprechen wird nicht behauptet.

Bedeutung 2: Mit jemandem Streit anfangen

Umgangssprachlich kann anbandeln auch den Beginn eines Streits bezeichnen. Diese Bedeutung ist von der romantischen Annäherung zu unterscheiden. Wer mit jemandem anbandelt, kann ihn in diesem Zusammenhang herausfordern oder eine Auseinandersetzung beginnen.

„In der Streitgeschichte bandelt die Figur wegen einer Kleinigkeit mit dem Nachbarn an.“

Die ausdrücklich genannte Streitgeschichte verdeutlicht die zweite Lesart. Ohne solche Hinweise könnte derselbe Ausdruck als romantisches Interesse verstanden werden.

anbandeln: Synonyme und andere Wörter

Bei einer romantischen Annäherung

sich annähern · eine Liebesbeziehung anknüpfen

Sich annähern ist weiter und kann auch einen nicht romantischen Kontakt beschreiben. Anmachen kann eine direkte Ansprache mit Interesse bezeichnen, enthält aber weitere, teils provozierende oder unangenehme Verwendungen. Es ersetzt anbandeln daher nicht in jedem Zusammenhang.

„In der Geschichte bandelt Nela mit dem Nachbarn an.“ → „In der Geschichte beginnt Nela eine romantische Annäherung an den Nachbarn.“

Die zweite Fassung macht die romantische Richtung ausdrücklich. Sie legt ebenfalls nicht fest, ob daraus eine feste Beziehung entsteht.

Beim Beginn eines Streits

Streit anfangen · sich mit jemandem anlegen

Die Wendung sich mit jemandem anlegen verdeutlicht die Auseinandersetzung. Das Verb streiten kann dagegen auch einen bereits laufenden Konflikt bezeichnen; der Beginn muss dann aus dem Zusammenhang hervorgehen.

„Wegen der Kleinigkeit bandelt die Figur mit dem Nachbarn an.“ → „Wegen der Kleinigkeit fängt die Figur mit dem Nachbarn Streit an.“

Die zweite Fassung beseitigt die mögliche romantische Lesart. Nicht jede Verwendung von anbandeln ist deshalb als Streit zu verstehen.

Beispiele und Verwendung

Den Zusammenhang mitlesen

„Im Liebesroman bandelt die Hauptfigur mit einer Bekannten an; im Streitgespräch bandelt sie mit dem Widersacher an.“

Die Wörter Liebesroman und Streitgespräch lenken die Deutung. Der mit-Anschluss allein unterscheidet die beiden Bedeutungen nicht.

Die Variante einordnen

„In einem schweizerischen Erzähltext möchte die Figur mit ihrem neuen Nachbarn anbändeln.“

Anbändeln ist besonders schweizerisch. Die Variante erhält keinen eigenen Bedeutungsartikel und wird nicht mit ungeprüften zusätzlichen Tabellen vermischt.

Grammatik und Beugung

Anbandeln ist schwach und trennbar: bandelt an – bandelte an – hat angebandelt. Der zu-Infinitiv lautet anzubandeln.

Der mit-Anschluss steht im Dativ, etwa mit dem Nachbarn. Die angesprochene Person ist in dieser Konstruktion kein direktes Akkusativobjekt.

Neben ich bandele an ist ich bandle an erfasst; im Imperativ stehen bandel an!, bandele an! und bandle an!. Die Tabellen behalten diese Varianten unverändert.

Umgangssprachlich gehört zu beiden Lesarten. Süddeutsch und österreichisch qualifizieren hier die romantische Bedeutung; besonders schweizerisch bezieht sich auf die Schreibvariante anbändeln.

Indikativ – Präsens
Person Form
ich bandele an, bandle an
du bandelst an
er/sie/es bandelt an
wir bandeln an
ihr bandelt an
sie bandeln an
Indikativ – Präteritum
Person Form
ich bandelte an
du bandeltest an
er/sie/es bandelte an
wir bandelten an
ihr bandeltet an
sie bandelten an
Indikativ – Perfekt
Person Form
ich habe angebandelt
du hast angebandelt
er/sie/es hat angebandelt
wir haben angebandelt
ihr habt angebandelt
sie haben angebandelt
Indikativ – Plusquamperfekt
Person Form
ich hatte angebandelt
du hattest angebandelt
er/sie/es hatte angebandelt
wir hatten angebandelt
ihr hattet angebandelt
sie hatten angebandelt
Indikativ – Futur I
Person Form
ich werde anbandeln
du wirst anbandeln
er/sie/es wird anbandeln
wir werden anbandeln
ihr werdet anbandeln
sie werden anbandeln
Indikativ – Futur II
Person Form
ich werde angebandelt haben
du wirst angebandelt haben
er/sie/es wird angebandelt haben
wir werden angebandelt haben
ihr werdet angebandelt haben
sie werden angebandelt haben
Konjunktiv I – Präsens
Person Form
ich bandele an, bandle an
du bandelst an
er/sie/es bandele an, bandle an
wir bandeln an
ihr bandelt an
sie bandeln an
Konjunktiv I – Perfekt
Person Form
ich habe angebandelt
du habest angebandelt
er/sie/es habe angebandelt
wir haben angebandelt
ihr habet angebandelt
sie haben angebandelt
Konjunktiv I – Futur I
Person Form
ich werde anbandeln
du werdest anbandeln
er/sie/es werde anbandeln
wir werden anbandeln
ihr werdet anbandeln
sie werden anbandeln
Konjunktiv I – Futur II
Person Form
ich werde angebandelt haben
du werdest angebandelt haben
er/sie/es werde angebandelt haben
wir werden angebandelt haben
ihr werdet angebandelt haben
sie werden angebandelt haben
Konjunktiv II – Präteritum
Person Form
ich bandelte an
du bandeltest an
er/sie/es bandelte an
wir bandelten an
ihr bandeltet an
sie bandelten an
Konjunktiv II – Plusquamperfekt
Person Form
ich hätte angebandelt
du hättest angebandelt
er/sie/es hätte angebandelt
wir hätten angebandelt
ihr hättet angebandelt
sie hätten angebandelt
Konjunktiv II – Futur I
Person Form
ich würde anbandeln
du würdest anbandeln
er/sie/es würde anbandeln
wir würden anbandeln
ihr würdet anbandeln
sie würden anbandeln
Konjunktiv II – Futur II
Person Form
ich würde angebandelt haben
du würdest angebandelt haben
er/sie/es würde angebandelt haben
wir würden angebandelt haben
ihr würdet angebandelt haben
sie würden angebandelt haben
Imperativ
Person Form
2. Person Singular [du] bandel an, bandele an, bandle an!
2. Person Plural [ihr] bandelt an!
Infinite Formen
Form Schreibung
Infinitiv mit zu anzubandeln
Partizip I anbandelnd
Partizip II angebandelt