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anführen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
anführen
Worttrennung
an·füh·ren
Präsens
führt an
Präteritum
führte an
Partizip II
angeführt
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
trennbar
Ergänzungen
eine Gruppe oder einen Grund anführen (Akkusativ); anführen, dass …

Formen und Verwendung im Detail

Anführen bedeutet, eine Gruppe zu leiten oder an der Spitze einer Reihenfolge zu stehen. Außerdem kann man Gründe, Beispiele oder Textstellen anführen, also nennen beziehungsweise als Beleg heranziehen. Umgangssprachlich kann das Wort auch bedeuten, jemanden zum Spaß zu täuschen.

Vorne stehen oder einen Grund nennen

Wer einen Zug von Menschen anführt, kann tatsächlich vorne gehen. Wer ein Team anführt, hat dagegen häufig eine leitende Rolle, ohne sich räumlich vor allen anderen aufzuhalten. „Die Mannschaft führt die Tabelle an“ betrifft eine Rangordnung und keine Leitungsaufgabe gegenüber den anderen Mannschaften.

Beim Argumentieren bezeichnet anführen das Nennen eines Gesichtspunkts: Man führt einen Grund für eine Entscheidung oder ein Beispiel für eine Regel an. Eine Textstelle kann wörtlich zitiert oder ihrem Inhalt nach herangezogen werden. Anführen allein garantiert weder ein wörtliches Zitat noch einen überzeugenden Beweis.

In „Du willst mich wohl anführen“ ist die umgangssprachliche Täuschungslesart gemeint. Sie passt nicht zu jeder sachlichen Nennung eines Arguments. Oft lässt sich der Satz heute klarer mit „Du willst mich wohl zum Narren halten“ ausdrücken.

Passende Synonyme und ihre Grenzen

Wörter im Zusammenhang vergleichen
AlternativePassender GebrauchBedeutungsunterschied
leitenEine Gruppe in ihrem Handeln führenBetont die organisatorische Verantwortung, nicht notwendig die räumliche Spitze.
an der Spitze stehenEine Rangliste oder Reihenfolge anführenBenennt die führende Position, ohne eine Leitungsfunktion zu behaupten.
nennenEinen Grund oder ein Beispiel vorbringenNeutraler und weiter; das Argumentieren muss aus dem Zusammenhang hervorgehen.
zitierenEine Textstelle oder Aussage wiedergebenPasst bei einem Zitat, nicht zu jedem angeführten eigenen Beispiel.

Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.

Beispielpaar 1: Eine Gruppe unterwegs

Ausgangssatz: Lena führt die Wandergruppe auf dem schmalen Weg an.

Alternative: Lena geht der Wandergruppe auf dem schmalen Weg voraus.

Die Alternative betont ihre räumliche Position. Wenn zusätzlich die organisatorische Verantwortung gemeint ist, müsste sie ergänzt werden; bloßes Vorausgehen macht noch niemanden zur Leiterin.

Beispielpaar 2: Eine Begründung

Ausgangssatz: Für die Änderung führt der Ausschuss den geringeren Materialverbrauch an.

Alternative: Als Grund für die Änderung nennt der Ausschuss den geringeren Materialverbrauch.

Die zweite Fassung macht die Funktion des genannten Gesichtspunkts deutlich. Sie beweist weder den tatsächlichen Verbrauch noch, dass dieser Grund die gesamte Entscheidung erklärt.

Führt an, führte an, hat angeführt

Anführen ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Die Gruppe, Rangliste oder genannte Sache steht im Akkusativ: den Zug, die Tabelle, einen Grund anführen. Ein dass-Satz kann den Inhalt wiedergeben: „Sie führt an, dass der Weg kürzer sei.“

Konjugation von anführen
anführen: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichführe anführte anführe anführte an
duführst anführtest anführest anführtest an
er/sie/esführt anführte anführe anführte an
wirführen anführten anführen anführten an
ihrführt anführtet anführet anführtet an
sie/Sieführen anführten anführen anführten an

Das Perfekt lautet hat angeführt. Weitere Ergänzungen sind etwas als Beispiel anführen oder einen Grund für etwas anführen. Bei einer zitierten fremden Aussage sollte erkennbar bleiben, wem sie zugeschrieben wird; anführen macht den Inhalt nicht automatisch zur eigenen Überzeugung.

Mit ü und h

Die Schreibung lautet anführen, wie führen mit ü und h. Im Hauptsatz trennt sich an: „Er führt zwei Gründe an.“ Im Nebensatz heißt es „weil er zwei Gründe anführt“. Der Infinitiv mit zu lautet anzuführen; das Partizip heißt angeführt.

Beleg und Erklärung verbinden

In einer Analyse reicht es nicht, nur eine Textstelle anzuführen. Erkläre, welches Merkmal sie zeigt und wie sie die Deutung stützt. Eine plausible Erklärung verbindet Beobachtungen nachvollziehbar; die bloße Zahl der genannten Stellen ersetzt diese Verbindung nicht.

Bei einer Rangliste sollte genannt werden, nach welchem Kriterium sie geordnet ist. „Das Modell führt die Liste an“ kann sich auf Preis, Beliebtheit oder ein anderes Merkmal beziehen. Erst dieser Zusatz macht die Aussage verständlich. Weitere Verben zeigt das Wörterbuch der Verben.