anpfeifen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- anpfeifen
- Worttrennung
- an·pfei·fen
- Präsens
- pfeift an
- Präteritum
- pfiff an
- Partizip II
- angepfiffen
- Hilfsverb
- haben
- Gebrauch
- Die Tabelle zeigt die finiten Grundformen in sechs Personen; erforderliche Ergänzungen richten sich nach der im Text erklärten Bedeutung.
Das Perfekt lautet hat angepfiffen. Das Spiel oder die zurechtgewiesene Person steht im Akkusativ: die Partie oder den Besucher anpfeifen. Ohne genanntes Objekt kann „Die Schiedsrichterin pfeift an“ verständlich sein, wenn die Partie bereits Thema ist.
Anpfeifen bedeutet im Sport, den Beginn eines Spiels durch einen Pfiff zu signalisieren. Umgangssprachlich heißt es außerdem, jemanden scharf zurechtzuweisen. Ein Spiel wird also anders angepfiffen als ein Mensch im Streit.
Startsignal oder scharfe Rüge?
Im Sport beschreibt anpfeifen einen bestimmten Moment: Das Spiel oder eine Spielphase wird durch das Signal freigegeben. Es bedeutet nicht, dass die betreffende Person das gesamte Spiel leitet. „Sie pfeift das Spiel“ kann diese umfassendere Tätigkeit bezeichnen; „sie pfeift es an“ hebt den Beginn hervor.
Bei der übertragenen Verwendung wird eine Person deutlich und meist unfreundlich zurechtgewiesen. Dafür braucht niemand tatsächlich eine Pfeife. „Der Nachbar pfeift ihn an“ kann eine schroffe mündliche Rüge schildern. Ob der Vorwurf berechtigt ist, sagt das Verb nicht.
Der Gegensatz abpfeifen gehört zur sportlichen Lesart: Ein Spiel oder eine Spielphase wird beendet beziehungsweise unterbrochen. Eine zurechtgewiesene Person wird nicht im gleichen Sinn durch Abpfeifen wieder beruhigt. Wortgegensätze lassen sich nicht ohne Prüfung auf jede Bedeutung übertragen.
Passende Synonyme und ihre Grenzen
| Alternative | Passender Gebrauch | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| durch einen Pfiff eröffnen | Den Beginn einer Partie signalisieren | Erklärt die sportliche Handlung; enthält weiterhin die Art des Signals. |
| starten | Ein Spiel beginnen lassen | Allgemeiner: Ein Pfiff ist nicht notwendig mitgemeint. |
| scharf zurechtweisen | Eine Person wegen eines Verhaltens anpfeifen | Erklärt die umgangssprachliche Rüge und wirkt sachlicher. |
| anfahren | Eine Person unvermittelt und schroff ansprechen | Betont den heftigen Ton; eine ausgeführte Rüge muss nicht folgen. |
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
Beispielpaar 1: Ein Spiel beginnt
Ausgangssatz: Die Schiedsrichterin pfeift die zweite Halbzeit an.
Alternative: Die Schiedsrichterin eröffnet die zweite Halbzeit mit einem Pfiff.
Die Umschreibung erhält sowohl Beginn als auch Signal. „Sie leitet die zweite Halbzeit“ wäre weiter gefasst und würde nicht denselben einzelnen Zeitpunkt benennen.
Beispielpaar 2: Eine schroffe Reaktion
Ausgangssatz: Im erfundenen Dialog pfeift der Nachbar den Besucher wegen des offenen Tors an.
Alternative: Im erfundenen Dialog weist der Nachbar den Besucher wegen des offenen Tors scharf zurecht.
Die Alternative erklärt, dass Worte und keine Pfeifsignale gemeint sind. Der Anlass wird genannt; über Verantwortung oder Berechtigung des Vorwurfs ist noch nichts entschieden.
Pfeift an, pfiff an, hat angepfiffen
Anpfeifen ist ein starkes, trennbares Verb. Der Vokal wechselt von ei zu i. Das Präteritum hat zwei f: pfiff. Auch das Partizip angepfiffen enthält diese Verdoppelung.
Konjugation von anpfeifen
Das Perfekt lautet hat angepfiffen. Das Spiel oder die zurechtgewiesene Person steht im Akkusativ: die Partie oder den Besucher anpfeifen. Ohne genanntes Objekt kann „Die Schiedsrichterin pfeift an“ verständlich sein, wenn die Partie bereits Thema ist.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | pfeife an | pfiff an | pfeife an | pfiffe an |
| du | pfeifst an | pfiffst an | pfeifest an | pfiffest an |
| er / sie / es | pfeift an | pfiff an | pfeife an | pfiffe an |
| wir | pfeifen an | pfiffen an | pfeifen an | pfiffen an |
| ihr | pfeift an | pfifft an | pfeifet an | pfiffet an |
| sie / Sie | pfeifen an | pfiffen an | pfeifen an | pfiffen an |
Das Perfekt lautet hat angepfiffen. Das Spiel oder die zurechtgewiesene Person steht im Akkusativ: die Partie oder den Besucher anpfeifen. Ohne genanntes Objekt kann „Die Schiedsrichterin pfeift an“ verständlich sein, wenn die Partie bereits Thema ist.
Anzupfeifen mit ei
Der Infinitiv mit zu lautet anzupfeifen. Im Hauptsatz steht an getrennt; im Nebensatz heißt es „bevor sie das Spiel anpfeift“. Das zugehörige Nomen Anpfiff wird großgeschrieben und hat ebenfalls zwei f am Ende.
Die Wertung erkennbar machen
Im Sportbericht ist anpfeifen eine genaue, übliche Bezeichnung. In einem Bericht über ein Gespräch transportiert es dagegen einen Eindruck von Schärfe. Für eine nüchterne Darstellung kann der genaue Wortlaut oder eine sachliche Beschreibung der Beanstandung geeigneter sein.
Auch anbrüllen ist kein automatischer Ersatz: Es hebt die erhebliche Lautstärke hervor. Anpfeifen kann eine scharfe Rüge bezeichnen, ohne deren Lautstärke genau festzulegen. Weitere Formen findest du im Verbenwörterbuch.
