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anpflaumen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
anpflaumen
Worttrennung
an·pflau·men
Präsens
pflaumt an
Präteritum
pflaumte an
Partizip II
angepflaumt
Hilfsverb
haben
Gebrauch
Die Tabelle zeigt die finiten Grundformen in sechs Personen; erforderliche Ergänzungen richten sich nach der im Text erklärten Bedeutung.

Formen und Verwendung im Detail

Anpflaumen heißt umgangssprachlich, jemanden unfreundlich anzusprechen, anzumeckern oder mit spöttischen Bemerkungen anzugehen. Das Wort bewertet den Umgangston. Es beschreibt keine sachliche Kritik allein aufgrund ihres Inhalts.

Eine unwirsche oder spöttische Ansprache

Wer jemanden anpflaumt, wendet sich mit einer unangenehmen Bemerkung gegen diese Person. Das kann ein gereizter Vorwurf, eine abwertende Antwort oder ein spöttischer Kommentar sein. Eine bestimmte Lautstärke ist dafür nicht erforderlich.

Die Wendung „Pflaum mich nicht an!“ beanstandet daher gewöhnlich die Art der Ansprache. Sie bedeutet nicht unbedingt, dass jeder inhaltliche Einwand zurückgewiesen wird. Jemand kann einen Fehler berechtigt ansprechen und dabei dennoch einen unnötig verletzenden Ton wählen.

In einer Erzählung kann das Verb einen lockeren, alltagsnahen Eindruck vermitteln. In einer sachlichen Gesprächsnotiz ist es eine bereits wertende Zusammenfassung. Aus „Sie pflaumt ihn an“ erfährt man noch nicht, welche Worte tatsächlich gefallen sind. Eine genaue Beschreibung kann die Wertung nachvollziehbar machen.

Passende Synonyme und ihre Grenzen

Wörter im Zusammenhang vergleichen
AlternativePassender GebrauchBedeutungsunterschied
unfreundlich ansprechenEine unangenehme Ansprache allgemein beschreibenSachlicher und weiter; die spöttische oder vorwurfsvolle Färbung kann fehlen.
anmeckernJemanden mürrisch mit Vorwürfen angehenEbenfalls umgangssprachlich; betont eher das Beanstanden als den Spott.
anfahrenEine unvermittelte schroffe Antwort gebenWirkt oft heftiger; eine spöttisch hingeworfene Bemerkung kann anders klingen.
verspottenJemanden durch eine abwertende Bemerkung lächerlich machenPasst nur, wenn tatsächlich Spott gemeint ist, nicht bei jedem gereizten Vorwurf.

Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.

Beispielpaar 1: Ein Vorwurf im Gespräch

Ausgangssatz: Im erfundenen Dialog pflaumt Lara den Helfer wegen der falsch gestellten Stühle an.

Alternative: Im erfundenen Dialog meckert Lara den Helfer wegen der falsch gestellten Stühle an.

Die Alternative betont die vorwurfsvolle Beanstandung. Ob die Stühle wirklich falsch stehen und wer dafür verantwortlich ist, bleibt eine gesonderte Frage.

Beispielpaar 2: Der Ton wird zurückgewiesen

Ausgangssatz: Pflaum mich bitte nicht wegen meiner Nachfrage an.

Alternative: Sprich mich bitte nicht so unfreundlich wegen meiner Nachfrage an.

Die zweite Fassung erläutert das beanstandete Verhalten und wirkt weniger salopp. Die Bitte verlangt einen anderen Umgangston, nicht zwingend Zustimmung zur Nachfrage.

Pflaumt an, pflaumte an, hat angepflaumt

Anpflaumen ist ein schwaches, trennbares Verb. Die angesprochene Person steht im Akkusativ: den Helfer, die Nachbarin, mich anpflaumen. Das Wort braucht keinen Dativ für diese Person.

Konjugation von anpflaumen
Die Tabelle zeigt die finiten Grundformen in sechs Personen; erforderliche Ergänzungen richten sich nach der im Text erklärten Bedeutung.
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichpflaume anpflaumte anpflaume anpflaumte an
dupflaumst anpflaumtest anpflaumest anpflaumtest an
er / sie / espflaumt anpflaumte anpflaume anpflaumte an
wirpflaumen anpflaumten anpflaumen anpflaumten an
ihrpflaumt anpflaumtet anpflaumet anpflaumtet an
sie / Siepflaumen anpflaumten anpflaumen anpflaumten an

Das Perfekt lautet hat angepflaumt. Ein Anlass kann mit wegen ergänzt werden: wegen einer Kleinigkeit. Im Passiv heißt es „Der Helfer wurde angepflaumt“. Die betroffene Person steht dann im Nominativ.

Anzupflaumen bleibt ein Wort

Die Schreibung enthält pf und au: anpflaumen. Im Hauptsatz trennt sich an ab; im Nebensatz steht „weil sie ihn anpflaumt“. Der Infinitiv mit zu lautet anzupflaumen, das Partizip angepflaumt. Eine Herkunftserklärung lässt sich nicht allein aus der Ähnlichkeit mit dem Fruchtnamen ableiten.

Für eine Charakterisierung genau beobachten

Eine eigene Beispielsituation: Eine Figur beantwortet eine ruhige Nachfrage mit einer spöttischen Bemerkung über die Fähigkeiten des Gegenübers. „Sie pflaumt ihn an“ fasst den unangenehmen Ton zusammen. Die erwähnte Bemerkung erklärt, worauf die Deutung beruht.

Daraus folgt noch keine dauerhafte Eigenschaft. Auch anpfeifen setzt einen scharfen Umgang voraus, rückt aber eine Rüge stärker in den Mittelpunkt. Weitere Unterschiede findest du im Verbenwörterbuch.