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anrühren

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
anrühren
Worttrennung
an·rüh·ren
Präsens
rührt an
Präteritum
rührte an
Partizip II
angerührt
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
trennbar
Ergänzungen
jemanden oder etwas anrühren (Akkusativ); mit etwas anrühren (mit + Dativ)

Formen und Verwendung im Detail

Anrühren kann berühren, durch Rühren eine Mischung herstellen oder jemanden innerlich bewegen bedeuten. In verneinten Wendungen wie das Essen nicht anrühren heißt es häufig, nichts davon zu nehmen. Die Ergänzung entscheidet über die Lesart.

Kontakt, Mischung oder Gefühl

Wer einen Gegenstand anrührt, berührt ihn. „Rühr die frische Oberfläche nicht an“ fordert dazu auf, sie unberührt zu lassen. Bei Speisen kann eine ähnliche Verneinung den Verzehr meinen: Ein Gast, der die Suppe nicht anrührt, isst davon nichts. Es geht dann nicht allein um einen Kontakt mit der Hand.

Beim Anrühren einer Mischung werden Bestandteile durch Rühren verbunden. Ein Pulver kann etwa mit Flüssigkeit angerührt werden. Das Wort beschreibt die Herstellung oder Vorbereitung; es behauptet nicht, dass ein späterer Arbeitsschritt bereits abgeschlossen ist.

„Ihre Erzählung rührt ihn an“ bezeichnet eine innere Wirkung. Die Formulierung klingt eher gehoben und kann Mitgefühl oder emotionale Beteiligung ausdrücken. Ein angerührter Mensch wird in dieser Lesart weder körperlich angefasst noch zu einer Mischung verarbeitet.

Passende Synonyme und ihre Grenzen

Wörter im Zusammenhang vergleichen
AlternativePassender GebrauchBedeutungsunterschied
anfassenEinen Gegenstand körperlich anrührenBetont häufig die Hand; passt nicht zur emotionalen Wirkung.
anmischenEine gebrauchsfertige Mischung herstellenNennt das Verbinden von Bestandteilen, ohne das Rühren stets so deutlich hervorzuheben.
innerlich berührenEine Person emotional anrührenErklärt den übertragenen Sinn und vermeidet eine rein körperliche Lesart.
nichts davon essenEine Speise nicht anrührenPasst nur zur entsprechenden verneinten Essenswendung.

Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.

Beispielpaar 1: Eine Mischung vorbereiten

Ausgangssatz: Für die Bastelarbeit rührt Ella eine kleine Menge Kleister an.

Alternative: Für die Bastelarbeit mischt Ella eine kleine Menge Kleister an.

Beide Fassungen beschreiben die Vorbereitung des Materials. Anrühren stellt die rührende Bewegung deutlicher vor Augen. „Sie klebt“ wäre bereits ein anderer Arbeitsschritt.

Beispielpaar 2: Eine emotionale Wirkung

Ausgangssatz: Der persönliche Brief rührt den Empfänger tief an.

Alternative: Der persönliche Brief berührt den Empfänger innerlich sehr.

Die zweite Fassung macht die Gefühlsbedeutung ausdrücklich. Welche Gefühle genau entstehen, sollte der weitere Text zeigen. Tränen oder Zustimmung sind nicht automatisch mitbehauptet.

Rührt an, rührte an, hat angerührt

Anrühren ist ein schwaches, trennbares Verb. Die berührte Sache, die Mischung oder die emotional betroffene Person steht im Akkusativ: den Gegenstand, eine Mischung, die Zuhörerin anrühren.

Konjugation von anrühren
anrühren: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichrühre anrührte anrühre anrührte an
durührst anrührtest anrührest anrührtest an
er/sie/esrührt anrührte anrühre anrührte an
wirrühren anrührten anrühren anrührten an
ihrrührt anrührtet anrühret anrührtet an
sie/Sierühren anrührten anrühren anrührten an

Das Perfekt lautet hat angerührt. Beim Mischen kann mit + Dativ eine Zutat nennen: mit Wasser anrühren. Die Aufforderung lautet Rühr um! beim bloßen Weiterrühren, aber Rühr die Mischung an! bei ihrer Herstellung. Diese Verben setzen unterschiedliche Schwerpunkte.

Mit ü und h

Richtig ist anrühren, mit ü und folgendem h. Beide bleiben in rührte und angerührt erhalten. Der Infinitiv mit zu heißt anzurühren. Im Nebensatz steht beispielsweise „weil sie den Teig anrührt“.

Verneinungen nicht vorschnell deuten

„Er rührt das Essen nicht an“ sagt zunächst, dass er nichts davon isst. Ob ihm der Appetit fehlt, er das Gericht ablehnt oder gerade keine Zeit hat, bleibt offen. Eine Beschreibung sollte solche Gründe nicht aus dem Verb allein erfinden.

Die Küchenlesart überschneidet sich teilweise mit anmachen, etwa bei vorbereiteten Mischungen. Nicht jede angemachte Speise wird jedoch auf dieselbe Weise angerührt. Für eine Anleitung sind Zutaten und Vorgehen zusätzlich wichtig. Weitere Formen stehen im Verbenwörterbuch.