auffahren
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- auffahren
- Worttrennung
- auf·fah·ren
- Präsens
- fährt auf
- Präteritum
- fuhr auf
- Partizip II
- aufgefahren
- Hilfsverb
- sein bei Fahrbewegung und Hochschrecken; haben beim Heranbringen, Auftischen und Aufreißen mit Fahrzeugen
Fahrbewegung und Hochschrecken bilden das Perfekt mit sein: „Er ist aufgefahren“. Bei bereitgestellten Speisen steht haben: „Sie hat mehrere Gerichte aufgefahren“. Das direkte Objekt unterscheidet diese Konstruktion von auf + Akkusativ: auf einen Wagen auffahren.
Auffahren bedeutet unter anderem mit einem Fahrzeug hinten aufprallen, dicht hinterherfahren, auf eine Fahrbahn gelangen oder plötzlich hochschrecken. Umgangssprachlich kann man auch Speisen auffahren, also reichlich auftischen. Die Lesarten unterscheiden sich in Satzbau und Hilfsverb.
Fahrbewegung, Schreck und großes Aufgebot
Wenn ein Fahrzeug auf ein anderes auffährt, ist ein Zusammenstoß gemeint. Wer dagegen zu dicht auffährt, hält beim Hinterherfahren einen sehr geringen Abstand. Die zweite Aussage berichtet für sich genommen noch keinen Zusammenstoß.
Auf eine Autobahn aufzufahren bezeichnet das Hineinfahren in diesen Verkehrsweg. Ein Unfall ist damit nicht behauptet. Das Ziel und der weitere Zusammenhang unterscheiden diese Verwendung von „auf einen Wagen auffahren“.
Eine Person kann aus dem Schlaf auffahren, wenn sie erschrocken hochfährt. Auch eine plötzlich zornige Reaktion kann so bezeichnet werden. Bei Speisen oder Argumenten bedeutet auffahren dagegen ein deutliches Bereitstellen oder Vorbringen. Gleiches Verb heißt hier weder gleiche Handlung noch gleiches Perfekthilfsverb.
Passende Synonyme und ihre Grenzen
| Alternative | Passender Gebrauch | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| von hinten aufprallen | Mit einem Fahrzeug auf einen Wagen auffahren | Passt zum Zusammenstoß, nicht bereits zum zu geringen Abstand. |
| dicht hinterherfahren | Zu dicht auffahren | Beschreibt eine Fahrweise, ohne einen Unfall zu behaupten. |
| hochschrecken | Aus dem Schlaf auffahren | Benennt eine plötzliche Reaktion aus der Ruhe. |
| auftischen | Für Gäste mehrere Speisen auffahren | Umgangssprachlicher Zusammenhang; nicht auf den Straßenverkehr übertragbar. |
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
Beispielpaar 1: Abstand und Zusammenstoß trennen
Ausgangssatz: In der erfundenen Szene fährt der Wagen hinter ihr sehr dicht auf.
Alternative: In der erfundenen Szene fährt der Wagen sehr dicht hinter ihr her.
Beide Sätze beschreiben die Nähe während der Fahrt. „Der Wagen prallt auf ihr Auto“ würde einen zusätzlichen Zusammenstoß behaupten. Diese Bedeutungsgrenze ist für eine genaue Schilderung entscheidend.
Beispielpaar 2: Erschrocken reagieren
Ausgangssatz: Beim plötzlichen Klopfen fährt Emil aus dem Schlaf auf.
Alternative: Beim plötzlichen Klopfen schreckt Emil aus dem Schlaf hoch.
Hier bezeichnet auffahren keine Fahrt mit einem Fahrzeug. Die zweite Fassung macht die Schreckreaktion unmittelbar verständlich. Wie schnell Emil sich danach beruhigt, ist nicht mitgesagt.
Fährt auf, fuhr auf, aufgefahren
Auffahren ist ein starkes, trennbares Verb. Im Präsens wechseln du und er/sie/es zu ä. Das Präteritum hat u, das Partizip lautet aufgefahren.
Konjugation von auffahren
Fahrbewegung und Hochschrecken bilden das Perfekt mit sein: „Er ist aufgefahren“. Bei bereitgestellten Speisen steht haben: „Sie hat mehrere Gerichte aufgefahren“. Das direkte Objekt unterscheidet diese Konstruktion von auf + Akkusativ: auf einen Wagen auffahren.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | fahre auf | fuhr auf | fahre auf | führe auf |
| du | fährst auf | fuhrst auf | fahrest auf | führest auf / führst auf |
| er/sie/es | fährt auf | fuhr auf | fahre auf | führe auf |
| wir | fahren auf | fuhren auf | fahren auf | führen auf |
| ihr | fahrt auf | fuhrt auf | fahret auf | führet auf / führt auf |
| sie/Sie | fahren auf | fuhren auf | fahren auf | führen auf |
Fahrbewegung und Hochschrecken bilden das Perfekt mit sein: „Er ist aufgefahren“. Bei bereitgestellten Speisen steht haben: „Sie hat mehrere Gerichte aufgefahren“. Das direkte Objekt unterscheidet diese Konstruktion von auf + Akkusativ: auf einen Wagen auffahren.
Zwei f an der Wortgrenze
Auf + fahren ergibt auffahren mit ff. Im Partizip aufgefahren stehen die beiden f nicht unmittelbar nebeneinander, weil ge dazwischentritt. Der Infinitiv mit zu lautet aufzufahren.
Anfahren und auffahren auseinanderhalten
Anfahren kann das Losfahren oder das Anstoßen an jemanden bezeichnen. Auffahren beschreibt andere Abläufe und darf deshalb nicht bloß wegen desselben Stammverbs eingesetzt werden. Ein genauer Bericht nennt Bewegung, Ziel und sichtbare Folge.
Bei einer zornigen Reaktion ist aufbrausen ein möglicher Vergleich. Aus dem Schlaf auffahren muss dagegen keinen Ärger enthalten. Weitere Verben findest du im Verbenwörterbuch.
