Meine Wörter

aufgehen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
aufgehen
Worttrennung
auf·ge·hen
Präsens
geht auf
Präteritum
ging auf
Partizip II
aufgegangen
Hilfsverb
sein
Trennbarkeit
trennbar
Ergänzungen
jemandem geht etwas auf (Dativ); in etwas aufgehen (in + Dativ)

Aufgehen ist ein starkes, trennbares Verb. Das Präteritum lautet ging auf; das Partizip aufgegangen. Die hier behandelten Verwendungen bilden das Perfekt mit sein.

Formen und Verwendung im Detail

Aufgehen bedeutet unter anderem sich öffnen, am Himmel erscheinen, beim Keimen oder Gären größer werden oder zu einem passenden Ergebnis führen. Übertragen kann jemandem etwas aufgehen, also klar werden. Wer in einer Tätigkeit aufgeht, widmet sich ihr ganz.

Öffnung, Wachstum und gelungene Zusammenhänge

Eine Tür geht auf, wenn sie sich öffnet. Eine Naht oder ein Knoten kann ebenfalls aufgehen und dadurch seine bisherige Verbindung verlieren. Das Wort sagt nicht automatisch, ob die Veränderung beabsichtigt war.

Die Sonne geht auf, wenn sie am Horizont erscheint. Samen können aufgehen, wenn sie keimen; Teig geht auf, wenn sein Volumen zunimmt. Diese Vorgänge sind verschieden. Das gemeinsame Verb erlaubt deshalb keine einheitliche Erklärung ihrer Ursachen.

Bei einer Rechnung kann aufgehen ein Ergebnis ohne Rest bezeichnen; bei einem Plan dessen Gelingen. „Mir geht auf, was fehlt“ schildert ein Verstehen. Wer in seiner Arbeit aufgeht, ist stark darin vertieft. Ein Plan geht auf und ein Mensch geht in seiner Arbeit auf haben unterschiedliche Satzmuster.

Passende Synonyme und ihre Grenzen

Wörter im Zusammenhang vergleichen
AlternativePassender GebrauchBedeutungsunterschied
sich öffnenEine Tür oder Blüte geht aufPasst zum Öffnungsvorgang, nicht zum Gelingen eines Plans.
keimenDie ausgesäten Samen gehen aufBenannt wird der Pflanzenbeginn; beim Teig ist keimen kein passender Ersatz.
gelingenEin Plan geht aufBetont den erfolgreichen Verlauf; nicht jede mathematische Verwendung meint Erfolg.
klar werdenJemandem geht ein Zusammenhang aufPasst zum Verstehen und erhält den Dativ der wahrnehmenden Person.

Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.

Beispielpaar 1: Ein Vorhaben gelingt

Ausgangssatz: Der Plan geht auf: Alle Gruppen können den Raum nacheinander nutzen.

Alternative: Der Plan gelingt: Alle Gruppen können den Raum nacheinander nutzen.

Der zweite Satzteil erläutert den Erfolg an einem konkreten Ziel. Ohne ihn bliebe offen, woran das Gelingen gemessen wird. Eine bloße Absicht würde für diese Aussage nicht genügen.

Beispielpaar 2: Etwas wird verstanden

Ausgangssatz: Beim erneuten Lesen geht Ben auf, warum der Schluss überraschend wirkt.

Alternative: Beim erneuten Lesen wird Ben klar, warum der Schluss überraschend wirkt.

Beide Fassungen beschreiben einen Erkenntnismoment. Sie beweisen noch nicht, dass Bens Erklärung zutrifft. Eine Analyse sollte deshalb die betreffende Textstelle und den Zusammenhang nennen.

Geht auf, ging auf, ist aufgegangen

Aufgehen ist ein starkes, trennbares Verb. Das Präteritum lautet ging auf; das Partizip aufgegangen. Die hier behandelten Verwendungen bilden das Perfekt mit sein.

Konjugation von aufgehen

Aufgehen ist ein starkes, trennbares Verb. Das Präteritum lautet ging auf; das Partizip aufgegangen. Die hier behandelten Verwendungen bilden das Perfekt mit sein.

aufgehen: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichgehe aufging aufgehe aufginge auf
dugehst aufgingst aufgehest aufgingest auf
er/sie/esgeht aufging aufgehe aufginge auf
wirgehen aufgingen aufgehen aufgingen auf
ihrgeht aufgingt aufgehet aufginget auf
sie/Siegehen aufgingen aufgehen aufgingen auf

Es heißt ist aufgegangen. Bei einer Erkenntnis steht die Person im Dativ: mir, dir, ihm geht etwas auf. Bei der vertieften Beschäftigung folgt in + Dativ: in der Arbeit aufgehen. Ein direktes Akkusativobjekt passt nicht zu diesen Mustern.

Aufzugehen und aufgegangen

Der Infinitiv mit zu heißt aufzugehen. Im Hauptsatz wird getrennt: „Die Tür geht auf.“ Im Nebensatz bleibt das Verb zusammen: „weil die Tür aufgeht“. Aufgegangen enthält die besondere Stammform gegangen, nicht „gegeht“.

Eine Lesart am ganzen Satz erkennen

„Die Rechnung geht nicht auf“ kann eine mathematische Unstimmigkeit oder einen misslungenen Plan meinen. In einem Sachtext sollten Zahlen oder Ziele die Aussage präzisieren. Das Bild allein zeigt noch nicht, an welcher Stelle die Überlegung scheitert.

Aufbrechen überschneidet sich beim Öffnen, kann aber auch eine Abreise bezeichnen. Auffassen vertieft dagegen das Verstehen und Deuten. Weitere Verben stehen im Verbenwörterbuch.