aufsteigen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- aufsteigen
- Worttrennung
- auf·stei·gen
- Präsens
- steigt auf
- Präteritum
- stieg auf
- Partizip II
- aufgestiegen
- Hilfsverb
- sein
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- auf etwas aufsteigen (auf + Akkusativ); zu etwas aufsteigen (zu + Dativ)
Das Perfekt lautet ist aufgestiegen. Die Stämme steig- und stieg- wechseln; aufsteigen ist trennbar.
Aufsteigen bedeutet sich nach oben bewegen, auf ein Fahrzeug oder Reittier steigen oder einen höheren Rang erreichen. Auch Gefühle und Gedanken können bildlich aufsteigen. Nicht jede Aufwärtsbewegung ist ein beruflicher oder sportlicher Erfolg.
Höhe, Fahrzeug und Rang
Menschen steigen einen Hang hinauf; Rauch oder ein Ballon steigt in die Höhe. Die Bewegung kann aus eigener Kraft erfolgen oder durch andere Kräfte entstehen. Aufsteigen beschreibt zunächst die Richtung und nicht ihre Ursache.
Auf ein Fahrrad aufzusteigen heißt, die vorgesehene Fahrposition einzunehmen. Das bedeutet noch nicht, dass man bereits losfährt. Beim Aufstieg in eine höhere Spielklasse verändert sich dagegen eine sportliche Einstufung. Ein beruflicher Aufstieg betrifft Rang, Aufgaben oder Einfluss.
Ein aufsteigendes Gefühl wird im Bewusstsein deutlicher. Die Formulierung ist bildhaft und kann in Erzählungen eine allmähliche Entwicklung anschaulich machen. Ein höherer Rang sagt für sich genommen nichts über den Wert eines Menschen aus. In sachlichen Texten ist genauer, welche Verantwortung oder Befugnis sich tatsächlich verändert.
Passende Synonyme und ihre Grenzen
| Alternative | Passender Gebrauch | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| hinaufsteigen | Auf einen Berg aufsteigen | Passt zur räumlichen Bewegung, nicht zum Aufsteigen auf ein Fahrrad. |
| sich in die Höhe bewegen | Ein Ballon steigt auf | Erklärt die Richtung ohne eine konkrete Antriebskraft zu behaupten. |
| einen höheren Rang erreichen | Beruflich aufsteigen | Sachliche Umschreibung; eine förmliche Beförderung ist nur eine mögliche Form. |
| aufkommen | Ein Gedanke steigt in jemandem auf | Passt zur bildlichen Entstehung; die räumliche Anschaulichkeit entfällt. |
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
Beispielpaar 1: Ein Fahrzeug besteigen
Ausgangssatz: Vor dem Start steigt Nila auf ihr Fahrrad auf.
Alternative: Vor dem Start nimmt Nila auf ihrem Fahrrad Platz.
Die Alternative erklärt die beabsichtigte Position, klingt aber weniger bewegungsbetont. Beide Aussagen unterscheiden das Besteigen vom anschließenden Fahren. Eine zurückgelegte Strecke wird noch nicht behauptet.
Beispielpaar 2: Eine sportliche Einstufung ändern
Ausgangssatz: Nach der erfolgreichen Saison steigt die Mannschaft in die nächsthöhere Liga auf.
Alternative: Nach der erfolgreichen Saison erhält die Mannschaft einen Platz in der nächsthöheren Liga.
Die Umschreibung zeigt, dass es um eine neue Spielklasse geht. Sie beschreibt keine räumliche Bewegung und sagt nicht, wie die Mannschaft dort später abschneidet. Die konkrete Voraussetzung des Aufstiegs gehört in den jeweiligen Sportbericht.
Steigt auf, stieg auf, ist aufgestiegen
Aufsteigen ist ein starkes, trennbares Verb. Das Präteritum und das Partizip haben ie statt ei. Das Perfekt wird mit sein gebildet.
Konjugation von aufsteigen
Das Perfekt lautet ist aufgestiegen. Die Stämme steig- und stieg- wechseln; aufsteigen ist trennbar.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | steige auf | stieg auf | steige auf | stiege auf |
| du | steigst auf | stiegst auf | steigest auf | stiegest auf |
| er/sie/es | steigt auf | stieg auf | steige auf | stiege auf |
| wir | steigen auf | stiegen auf | steigen auf | stiegen auf |
| ihr | steigt auf | stiegt auf | steiget auf | stieget auf |
| sie/Sie | steigen auf | stiegen auf | steigen auf | stiegen auf |
Es heißt ist aufgestiegen. Die Zielangabe auf das Fahrrad steht nach auf im Akkusativ. Bei zur Leitung aufsteigen steht nach zu der Dativ; in in eine höhere Spielklasse steht dagegen der Akkusativ.
Aufzusteigen und aufgestiegen
Der zu-Infinitiv lautet aufzusteigen. Im Nebensatz heißt es „weil Rauch aufsteigt“. Das Nomen Aufstieg wird großgeschrieben und enthält ebenfalls ie.
Aufstieg und Rollenanspruch unterscheiden
Sich zu einer Rolle aufschwingen kann einen eigenmächtigen Anspruch kritisieren. Aufsteigen ist häufig neutraler. Aufkommen vertieft die Bedeutung einer entstehenden Frage oder Empfindung; aufstehen meint dagegen den Wechsel in eine stehende Haltung. Weitere Formen stehen im Verbenwörterbuch.
