ausbrechen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- ausbrechen
- Worttrennung
- aus·bre·chen
- Präsens
- bricht aus
- Präteritum
- brach aus
- Partizip II
- ausgebrochen
- Hilfsverb
- sein beim Entkommen und plötzlichen Beginn; haben beim Herausbrechen eines Gegenstands
Sein steht etwa beim Entkommen, beim plötzlichen Beginn und beim selbstständigen Herauslösen: „Das Tier ist ausgebrochen.“ Haben steht beim Herausbrechen eines Gegenstands: „Sie hat ein Stück ausgebrochen.“ Auch die behandelte Verwendung mit Pflanzentrieben oder erbrochener Nahrung bildet das Perfekt mit haben.
ausbrechen: Ausbrechen bedeutet unter anderem, aus einer Begrenzung zu entkommen, plötzlich einzusetzen oder etwas aus einem festen Zusammenhang herauszubrechen. Die Bedeutung bestimmt mit, ob das Perfekt mit sein oder haben gebildet wird.
Entkommen, beginnen oder herauslösen?
Bei einem Tier, das aus seinem Gehege ausbricht, geht es um das Überwinden einer Begrenzung. Übertragen kann jemand aus einer eingeengten Lebensweise ausbrechen. Das Wort stellt dann das Verlassen einer Bindung heraus; es beurteilt noch nicht, ob die anschließende Veränderung gelingt.
Ein Streit oder Jubel kann ausbrechen, wenn er plötzlich und deutlich einsetzt. Bei einem Vulkan bezeichnet das Verb dessen Aktivwerden. Auch Krankheiten können ausbrechen. Diese Verwendungen betreffen den Beginn eines Vorgangs, keine Flucht. „In Lachen ausbrechen“ beschreibt eine plötzlich einsetzende Gefühlsäußerung.
Beim Material kann eine Person ein Teil aus einer Verbindung herausbrechen. Löst es sich selbst, heißt es ebenfalls, dass es ausbricht. Fachlich wird das Verb außerdem beim Entfernen von Pflanzentrieben verwendet. Daneben kann es das Erbrechen von Nahrung bezeichnen. Ein ausgebrochener Stein und ein ausgebrochener Streit verlangen unterschiedliche Erklärungen.
Synonyme im Zusammenhang vergleichen
| Alternative | Wann passend? | Unterschied |
|---|---|---|
| entkommen | Aus einer bewachten oder begrenzten Umgebung ausbrechen | Betont das erfolgreiche Verlassen; ausbrechen kann das Überwinden der Begrenzung stärker hervorheben. |
| plötzlich beginnen | Ein Streit oder Jubel bricht aus | Erklärt den Anfang ohne das Bruchbild. |
| herausbrechen | Ein fest verbundenes Teil ausbrechen | Passt zur körperlichen Materialveränderung und nicht zu jeder Flucht. |
| die bisherige Bahn verlassen | Ein Fahrzeug bricht seitlich aus | Beschreibt die Richtungsänderung; eine freiwillige Entscheidung ist damit nicht behauptet. |
Eigener Beispielsatz: „Nach der unerwarteten Nachricht bricht im Raum Jubel aus.“
Zum Vergleich: „Nach der unerwarteten Nachricht beginnt im Raum plötzlich lauter Jubel.“
Die zweite Fassung macht den plötzlichen Beginn deutlich. „Die Gruppe freut sich“ wäre schwächer: Freude muss sich nicht laut äußern und kann schon vorher bestanden haben.
Eigener Beispielsatz: „Mara hat beim Umbauen ein brüchiges Stück aus der Leiste ausgebrochen.“
Zum Vergleich: „Ein brüchiges Stück ist beim Umbauen aus der Leiste ausgebrochen.“
Der erste eigene Satz nennt Mara als handelnde Person. Im zweiten wird nur beschrieben, was mit dem Stück geschieht. Mit dem Wechsel des Satzbaus ändert sich auch das Hilfsverb: hat bei der Handlung mit Objekt, ist beim beschriebenen Herauslösen.
Bricht aus, brach aus, ausgebrochen
Ausbrechen ist ein starkes, trennbares Verb. Bei du und er/sie/es wechselt e zu i. Im Präteritum steht a, im Partizip o. Der Imperativ Singular lautet Brich aus!.
Konjugation von ausbrechen
Sein steht etwa beim Entkommen, beim plötzlichen Beginn und beim selbstständigen Herauslösen: „Das Tier ist ausgebrochen.“ Haben steht beim Herausbrechen eines Gegenstands: „Sie hat ein Stück ausgebrochen.“ Auch die behandelte Verwendung mit Pflanzentrieben oder erbrochener Nahrung bildet das Perfekt mit haben.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | breche aus | brach aus | breche aus | bräche aus |
| du | brichst aus | brachst aus | brechest aus | brächest aus / brächst aus |
| er/sie/es | bricht aus | brach aus | breche aus | bräche aus |
| wir | brechen aus | brachen aus | brechen aus | brächen aus |
| ihr | brecht aus | bracht aus | brechet aus | brächet aus / brächt aus |
| sie/Sie | brechen aus | brachen aus | brechen aus | brächen aus |
Sein steht etwa beim Entkommen, beim plötzlichen Beginn und beim selbstständigen Herauslösen: „Das Tier ist ausgebrochen.“ Haben steht beim Herausbrechen eines Gegenstands: „Sie hat ein Stück ausgebrochen.“ Auch die behandelte Verwendung mit Pflanzentrieben oder erbrochener Nahrung bildet das Perfekt mit haben.
Die Herkunftsangabe mit aus verlangt Dativ: aus dem Gehege. Das entfernte Stück ist im Handlungssatz Akkusativobjekt. Der zu-Infinitiv lautet auszubrechen. Im Nebensatz stehen beide Teile zusammen: „weil plötzlich Jubel ausbricht“.
Beginn und weitere Entwicklung trennen
Ein ausgebrochener Streit muss nicht lange dauern. Das Verb beschreibt seinen Beginn, nicht automatisch seine gesamte Entwicklung. Sich ausbreiten betont hingegen die zunehmende Reichweite eines Vorgangs. Für einen Bericht kann beides wichtig sein: Wann setzt etwas ein, und wie entwickelt es sich danach?
Aufbrechen überschneidet sich bei Öffnungsvorgängen, kann aber auch schlicht eine Abreise meinen. Die Vorsilben dürfen deshalb nicht beliebig getauscht werden. Weitere Formen stehen im Verbenwörterbuch.
