ausschließen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- ausschließen
- Worttrennung
- aus·schlie·ßen
- Präsens
- schließt aus
- Präteritum
- schloss aus
- Partizip II
- ausgeschlossen
- Hilfsverb
- haben
Ausschließen bedeutet, jemanden oder etwas nicht einzubeziehen, von einer Teilnahme fernzuhalten oder aus einer Gemeinschaft zu entfernen. Bei Möglichkeiten heißt es, sie als nicht infrage kommend zu behandeln. Nicht ausgeschlossen bedeutet dagegen nur möglich, nicht bereits wahrscheinlich oder bewiesen.
Teilnahme, Zugehörigkeit und Möglichkeiten
Wer eine Person von einem Gespräch ausschließt, lässt sie daran nicht teilnehmen. Wird jemand aus einer Gemeinschaft ausgeschlossen, endet dagegen eine bisherige Zugehörigkeit. Die Präpositionen von und aus weisen häufig auf diesen Unterschied hin.
Die räumliche Lesart ist wörtlich: Durch eine verschlossene Tür wird jemandem der Zutritt unmöglich gemacht. Häufig wird im heutigen Alltag dafür aussperren verwendet. Das Wort ausschließen ist jedoch nicht auf das Schließen einer Tür beschränkt.
Bei einer Erklärung kann man eine Möglichkeit ausschließen. Sie wird dann nicht weiter als passende Erklärung berücksichtigt oder als unmöglich beurteilt. Wie gut dieser Ausschluss begründet ist, ergibt sich nicht aus dem Verb selbst.
Besonders wichtig ist die Verneinung: „Ein Irrtum ist nicht ausgeschlossen“ hält die Möglichkeit offen. Es besagt weder, dass tatsächlich ein Irrtum vorliegt, noch dass er die wahrscheinlichste Erklärung ist. Die Aussage darf beim Umformulieren nicht stärker werden.
„Die beiden Möglichkeiten schließen sich aus“ bedeutet, dass sie im betreffenden Zusammenhang nicht zugleich gelten oder verwirklicht werden können. Auch hier muss der Bezug klar sein. Zwei verschiedene Interessen schließen sich nicht automatisch aus, nur weil sie voneinander abweichen.
Im traditionellen Druckwesen gibt es außerdem eine Fachbedeutung: Eine Zeile wird durch das Ergänzen von Zwischenraummaterial auf die erforderliche Länge gebracht. Diese Verwendung ist keine soziale Ausgrenzung.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| aussperren | jemandem durch eine verschlossene Tür den Zutritt verwehren | Enger und deutlich räumlich. |
| nicht beteiligen | jemanden von einer Besprechung ausschließen | Sachliche Umschreibung; der konkrete Vorgang muss erkennbar bleiben. |
| entfernen | jemanden aus einer Gemeinschaft ausschließen | Breiter; Ausschluss betont die Beendigung der Zugehörigkeit. |
| nicht in Betracht ziehen | eine Möglichkeit ausschließen | Kann schwächer sein: Nichtprüfen ist noch kein begründeter Nachweis der Unmöglichkeit. |
Eigene Beispiele: Teilnahme verwehren
Ausgangssatz: Die Gruppe schloss Noah von der Planung aus.
Alternative: Die Gruppe ließ Noah nicht an der Planung teilnehmen.
Beide eigenen Fassungen beschreiben eine verweigerte Beteiligung. „Noah nahm nicht teil“ wäre ungenauer: Er könnte auch freiwillig ferngeblieben sein.
Eigene Beispiele: Unsicherheit erhalten
Ausgangssatz: Ein Übertragungsfehler ist nicht ausgeschlossen.
Alternative: Ein Übertragungsfehler ist weiterhin möglich.
Beide Sätze lassen die Möglichkeit offen. „Es gab einen Übertragungsfehler“ würde aus Unsicherheit eine Tatsachenbehauptung machen. „Ein Fehler ist wahrscheinlich“ würde ebenfalls mehr sagen als der Ausgangssatz.
Schließt aus, schloss aus, hat ausgeschlossen
Ausschließen ist ein starkes, trennbares Verb. Im Präteritum und Partizip stehen o und ss, im Infinitiv und Präsens ie und ß.
Konjugation von ausschließen
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | schließe aus | schloss aus | schließe aus | schlösse aus |
| du | schließt aus | schlossest aus / schlosst aus | schließest aus | schlössest aus |
| er/sie/es | schließt aus | schloss aus | schließe aus | schlösse aus |
| wir | schließen aus | schlossen aus | schließen aus | schlössen aus |
| ihr | schließt aus | schlosst aus | schließet aus | schlösset aus |
| sie/Sie | schließen aus | schlossen aus | schließen aus | schlössen aus |
Das Perfekt lautet hat ausgeschlossen. Die betroffene Person oder Möglichkeit steht im Akkusativ. Nach aus und von folgt hier der Dativ: jemanden aus dem Verein, von der Teilnahme ausschließen. Mit zu schreibt man auszuschließen.
Den Maßstab nennen
Bei einer selektiven Betrachtung wird nur ein Teil des Materials berücksichtigt. Das kann sinnvoll sein, wenn die Fragestellung eng begrenzt ist. Werden widersprechende Befunde ohne Begründung ausgeschlossen, kann die Darstellung jedoch verzerrt werden. Eine gute Erklärung nennt daher sowohl das Auswahlkriterium als auch seine Grenze.
Weitere Verben stehen im Verbenwörterbuch.
