Meine Wörter

austreiben

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
austreiben
Worttrennung
aus·trei·ben
Präsens
treibt aus
Präteritum
trieb aus
Partizip II
ausgetrieben
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
trennbar
Ergänzungen
jemandem etwas austreiben (Dativ + Akkusativ); bei Pflanzen auch ohne direktes Objekt

Das Perfekt lautet hat ausgetrieben, auch beim Hervorbringen neuer Triebe. Die Stämme treib- und trieb- wechseln. Bei jemandem etwas austreiben steht die Person im Dativ.

Formen und Verwendung im Detail

Austreiben kann bedeuten, Tiere auf die Weide zu führen, jemanden oder etwas zu vertreiben oder ein Verhalten abzugewöhnen. Bei Pflanzen heißt austreiben dagegen, neue Triebe zu bilden. In dieser Pflanzenlesart ist keine Vertreibung gemeint.

Hinaustreiben oder neu wachsen?

Im landwirtschaftlichen Zusammenhang werden Tiere ausgetrieben, wenn man sie aus ihrem bisherigen Aufenthaltsbereich auf die Weide treibt. Das Wort bezeichnet eine Bewegung, die jemand veranlasst. Es ist nicht dasselbe, als würden die Tiere von selbst weglaufen.

Allgemeiner und häufig gehoben kann austreiben vertreiben bedeuten. Ein bildlicher Satz wie „Die Sonne treibt die Kälte aus dem Zimmer“ beschreibt einen Wechsel, ohne eine handelnde Person vorauszusetzen. In Berichten über Menschen muss dagegen konkret erkennbar sein, wer wen von wo fortzwingt.

„Jemandem eine Gewohnheit austreiben“ heißt, ihn zum Aufgeben dieses Verhaltens zu bringen. Die Wortwahl klingt oft hart oder drohend. Für ein unterstützendes Lernen sind andere Formulierungen angemessener, etwa beim Ablegen einer Gewohnheit helfen. Das ist keine bloße Höflichkeitsfrage: Die Vorstellungen von Vorgehen und Selbstbestimmung unterscheiden sich.

Bei Pflanzen bedeutet austreiben, neue Triebe oder Pflanzenteile hervorzubringen. Der Strauch treibt aus; er kann auch neue Blätter austreiben. Hier wächst etwas, statt entfernt zu werden. Das ähnliche Verb ausschlagen kann ebenfalls diese Pflanzenentwicklung bezeichnen, besitzt daneben aber andere Lesarten.

In religiösen Darstellungen kann austreiben die behauptete Verbannung eines Dämons bezeichnen. Die Worterklärung beschreibt eine religiöse Vorstellung, ohne deren tatsächliches Wirken zu bestätigen. In Österreich wird das Verb außerdem für das Ausrollen von Teig gebraucht.

Synonyme: Welches Wort passt?

AlternativeGeeigneter ZusammenhangUnterschied
auf die Weide treibenVieh austreibenErklärt die landwirtschaftliche Bewegung.
vertreibenjemanden aus einem Ort austreibenNahe in der Vertreibungslesart; nicht beim Pflanzenwachstum.
abgewöhnenjemandem ein Verhalten austreibenMeist weniger scharf; der Einfluss auf eine andere Person bleibt erkennbar.
ausschlagenein Baum treibt ausPassend beim neuen Austrieb; nicht universell austauschbar.

Eigene Beispiele: Pflanzenwachstum

Ausgangssatz: Nach den warmen Tagen trieb der Strauch wieder aus.

Alternative: Nach den warmen Tagen bildete der Strauch wieder neue Triebe.

Die zweite eigene Fassung erklärt die botanische Alltagsbedeutung. „Der Strauch wurde entfernt“ wäre das Gegenteil der gemeinten Entwicklung und verwechselt die Pflanzenlesart mit Vertreiben.

Eigene Beispiele: eine scharfe Drohung

Ausgangssatz: Die Figur droht, dem Bruder seine ständigen Ausreden auszutreiben.

Alternative: Die Figur droht, den Bruder dazu zu bringen, seine ständigen Ausreden aufzugeben.

Beide Fassungen enthalten eine Drohung. Die Umschreibung macht keine bestimmte Strafe oder Methode daraus. Eine Analyse sollte anschließend die tatsächlich beschriebenen Handlungen untersuchen, statt sie aus dem Verb zu erfinden.

Treibt aus, trieb aus, hat ausgetrieben

Austreiben ist ein starkes, trennbares Verb. Das Präteritum und das Partizip enthalten ie.

Konjugation von austreiben

Das Perfekt lautet hat ausgetrieben, auch beim Hervorbringen neuer Triebe. Die Stämme treib- und trieb- wechseln. Bei jemandem etwas austreiben steht die Person im Dativ.

austreiben: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichtreibe austrieb austreibe austriebe aus
dutreibst austriebst austreibest austriebest aus
er/sie/estreibt austrieb austreibe austriebe aus
wirtreiben austrieben austreiben austrieben aus
ihrtreibt austriebt austreibet austriebet aus
sie/Sietreiben austrieben austreiben austrieben aus

Das Perfekt lautet hat ausgetrieben, auch bei Pflanzen: Der Strauch hat ausgetrieben. Beim Abgewöhnen steht die Person im Dativ und das Verhalten im Akkusativ: jemandem eine Gewohnheit austreiben. In der Pflanzenlesart kann das Verb ohne Objekt stehen.

Mit zu schreibt man auszutreiben; im Nebensatz heißt es weil der Baum austreibt. Das Verb austreten ist ein anderes Wort: Es kann beispielsweise den Austritt aus einer Gemeinschaft oder das Herausgelangen einer Flüssigkeit bezeichnen.

Die Perspektive sichtbar lassen

Wer einer Figur ein Verhalten austreiben will, beansprucht Einfluss auf sie. In einer Charakterisierung ist daher nicht nur die Absicht wichtig, sondern auch die Reaktion der betroffenen Person. Eine eigene Formulierung kann die Drohung zunächst wiedergeben und anschließend erklären, welches Machtverhältnis sie erkennen lässt.

Weitere Verben stehen im Verbenwörterbuch.